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Stadtwerke Köln Töchter mit Geschäftsverlauf 2017 zufrieden
AWB Köln blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück
Kölns Oberbürgermeisterin als Aufsichtsratsvorsitzende durchgefallen

Die AWB Abfallwirtschaftsbetriebe Köln GmbH (AWB) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2017 zurück: Der Gesamtumsatz stieg auf 158,9 Mio. Euro und erhöhte sich damit gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Mio. Euro. Eine sehr positive Entwicklung ist auch beim Jahresüberschuss zu verzeichnen, der von 15,9 Mio. Euro im Vorjahr auf 18,6 Mio. Euro im Jahr 2017 gesteigert werden konnte. Diese Verbesserung gegenüber dem Vorjahresergebnis resultiert im Wesentlichen aus einem einmaligen Sondereffekt, der Auflösung einer Rückstellung. Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften AVG Ressourcen, AVG Kompostierung und AVG Service hat sich auch die AVG Köln im Geschäftsjahr 2017 gut am Abfallmarkt behauptet.

Die Stadtwerke Köln GmbH ist die übergeordnete Holding der Stadt Köln und sorgt für die typischen Stadtwerke-Dienstleistungen. Einziger Gesellschafter der SWK ist die Stadt Köln mit 100 % Anteil am Stammkapital der Gesellschaft.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker ist am Montag bei der Wahl für den Aufsichtsratsvorsitz der Stadtwerke Köln (SWK) durchgefallen

Überraschung bei der Aufsichtsratssitzung der Stadtwerke Köln am Montagmorgen: Entgegen der Empfehlung des Kölner Stadtrats, Oberbürgermeisterin Henriette Reker zur Vorsitzenden zu wählen, hat sich der Aufsichtsrat für den Arbeitnehmervertreter und kommissarischen Leiter des Gremiums, Harald Kraus, entschieden. Arbeitnehmervertreter entscheiden Wahl 14 der 20 Aufsichtsratsmitglieder stimmten dem Vernehmen nach für ihn. Reker hatte keine Chance, nachdem sich die zehn Arbeitnehmervertreter im Gremium dafür entschieden hatten, ihren Sprecher zu nominieren. Da sich die Politiker im Gremium auf keinen Vorschlag einigen konnten und das Verhältnis zwischen Oberbürgermeisterin Reker und den Arbeitnehmervertretern nach gegenseitigen Rücktrittsforderungen völlig zerrüttet war, entschieden sich die Arbeitnehmervertreter für diesen ungewöhnlichen Schritt.

Unverständnis nach Kritik der Gewerkschaft Verdi an Ratsbeschluss

Nach Kritik der Gewerkschaft Verdi an dem Ratsbeschluss, wonach Oberbürgermeisterin Henriette Reker den Aufsichtsratsvorsitz der Stadtwerke Köln GmbH übernehmen soll, erklärt Dr. Ralph Elster, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion und Mitglied im SWK-Aufsichtsrat:

„Die CDU-Fraktion steht voll und ganz hinter dem Stadtwerke-Konzern und seinen Mitarbeitern.

Deshalb war es unsere Pflicht, eines der wichtigsten Gremien im Konzern wieder uneingeschränkt handlungsfähig zu machen – und dazu gehört auch die Nachbesetzung des Aufsichtsratsvorsitzes. Vor allem in Bezug auf die einmütige Forderung nach mehr Klarheit, Sicherheit und Transparenz gab es für diese Position unseres Erachtens nach nur eine Alternative, nämlich die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln.

Daher bin ich doch sehr überrascht, dass sich Verdi berufen fühlt, diesen Mehrheitsbeschluss des Rates so vehement zu kritisieren. Immerhin ist es das höchste Beschlussgremium in dieser Stadt. Wenn dort in öffentlicher Sitzung nach umfassender Diskussion ein Beschluss gefasst wird, ist das ein vollkommen demokratischer und transparenter Vorgang. Solch ein Beschluss ist das gute Recht der Anteilseigner. Jetzt müssen die Vertreter von Anteilseignern und Arbeitnehmern gemeinsam daran arbeiten, den Stadtwerke-Konzern für zukünftige Herausforderungen zu stärken.“

ver.di (13.06.2018) Ratsmehrheit verspielt leichtfertig Vertrauen
Aufsichtsrat der Stadtwerke Köln:
„Der von CDU, Grünen und FDP getragene Vorstoß von Frau Reker, nunmehr Aufsichtsratsvorsitzende des Aufsichtsrats der Stadtwerke Köln (SWK) werden zu wollen, ist für uns überraschend und im Stil befremdlich. Handstreichartig wird die bisherige Praxis der auf Seiten der Anteilseigner abgestimmten Besetzung von Aufsichtsratsmandaten und -funktionen leichtfertig über Bord geworfen. Dieser Paradigmenwechsel versetzt uns in Sorge, denn dieses Vorgehen stellt etablierte Strukturen in Frage. Das strahlt auf andere Themen aus, die ebenso Konsens voraussetzen. Nicht umsonst setzt das Mitbestimmungsgesetz das Konsensprinzip voraus, geht es um übergeordnete Belange der Stadt, der Unternehmen und ihrer Beschäftigten“, kommentiert Daniel Kolle, Bezirksgeschäftsführer der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di im Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen, die Beschlussfassung des Rates der Stadt Köln am vergangenen Donnerstag und entsprechende Presseberichte.

Der Gewerkschafter führt weiter aus: „Wir begegnen dem Vorschlag mit hoher Zurückhaltung. Uns als Vertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Stadtwerkekonzern ist bisher nicht bekannt, wie die Agenda von Frau Reker für die kommunalen Unternehmen konkret aussieht. Mit Blick auf die Privatisierung des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln und die bisher an den Tag gelegte Zurückhaltung der Oberbürgermeisterin in verschiedenen Aufsichtsräten sind die Erfahrungen nicht durchgehend positiv. Nur die Aufklärung der ‚Personalie Börschel‘ allein ist kein überzeugendes Programm.“

ver.di fordert ein deutliches Bekenntnis zur paritätischen Mitbestimmung von der Oberbürgermeisterin und der Politik. Die Stadtwerke und ihre Beschäftigten dürfen nicht zum Spielball politischer Auseinandersetzungen gemacht werden. „Dieses Vorgehen von Frau Reker provoziert Konflikte. Die oder der Aufsichtsratsvorsitzende muss unbefangen bleiben können, um einen tatsächlichen Neustart zu ermöglichen, muss einen können und darf nicht Teil von Konflikten sein. Wie sollen nach diesem Verfahren noch notwendige verlässliche Absprachen unter den Beteiligten möglich sein? Politik und Oberbürgermeisterin bleiben uns Antworten schuldig, die wir dringend einfordern“, so der ver.di-Geschäftsführer abschließend.

Köln wird in Zukunft weiter wachsen und internationaler werden. Die AWB will daher die bestehenden Infrastrukturen in der Stadtreinigung und Abfallwirtschaft fortentwickeln und ihre Leistungen auch in Zukunft flexibel anpassen, um Köln als lebenswerten Wohnort, attraktiven Wirtschafts- und Arbeitsstandort und lohnendes Touristenziel zu erhalten.

Die AWB möchte sich diesen Herausforderungen stellen und hat daher den Fokus ihrer Arbeit im Geschäftsjahr 2017 auf eine langfristige Fortsetzung der Vertragspartnerschaft mit der Stadt Köln über das Jahr 2018 hinaus gelegt.

Für das Kerngeschäft der AWB bedeutet dies, dass sich die Stadtreinigung einer immer intensiveren Nutzung des öffentlichen Raums durch ein verändertes Freizeitverhalten zu stellen hat. In der Abfallwirtschaft werden Themen der Nachhaltigkeit wie Abfallvermeidung, Wertstoffsammlung sowie Umwelt- und Ressourcenschutz immer wichtiger.

Die AWB hat auf diesem Weg bereits viel erreicht. Beispielhaft sollen hier folgende Maßnahmen
genannt werden:
 Entwicklung einer modernen und leistungsfähigen Infrastruktur bei Abfallbeseitigung und Stadtreinigung,
 vielfältige Maßnahmen zur Qualitätssicherung,
 eine gesteigerte Serviceorientierung,
 Schaffung von bürgernahen Erfassungssystemen für Wertstoffe,
 flexible Reaktion auf gesellschaftliche Entwicklungen z.B. die zunehmende Inanspruchnahme des öffentlichen Raumes durch die Ausweitung der Grünflächenreinigung und Einführung der Picknickreinigung,
 pädagogische Angebote zur Umweltbildung
 hohe Ansprüche an die Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung bei stabilen Entgelten und Gebühren.

Die AWB hat sich diesen Herausforderungen zu wirtschaftlich ausgewogenen Bedingungen gestellt. Dies zeigt sich insbesondere daran, dass die Entgelte der AWB im Zeitraum von 2001 bis 2017 nur moderat innerhalb der allgemeinen Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Auf diese Weise hat die AWB maßgeblich zur Gebührenstabilität in Köln beigetragen. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass eine Vielzahl von neuen Leistungen erbracht und der Service erheblich verbessert wurde.

Auch die Kunden sind zufrieden mit der AWB. Laut einer Kundenumfrage im Berichtsjahr 2017 sind über 80 % der Bürger mit der AWB sehr bzw. eher zufrieden. Heute ist die AWB stadtweit zu 99 % bekannt, so dass eine Steigerung der Bekanntheit fast nicht mehr möglich ist.

Die AWB hatte im Geschäftsjahr 2017 aber nicht nur das große Ziel der Vertragsverlängerung im Blick. Weitere Themen wurden zum Wohle von Köln und der hier lebenden Menschen vorangetrieben:

 Die AWB will eine deutliche Qualitätsverbesserung bei der Sauberkeit im Domumfeld zum Beispiel durch punktuelle Intensivreinigungen und regelmäßige Kaugummientfernungen erreichen.

 Die Kampagne „Aktiv für Köln“ wurde fortgesetzt mit den Aspekten „Coffee to go“, die Bewerbung der Tauschbörse und ihre Integration in die AWB App oder einem neuen Flyer zum Thema Lebensmittelverschwendung.

 Nach dem großen Erfolg der beiden ersten Stufen „Hätten Sie gewusst?!“ und „AWB backstage“ wurde die Imagekampagne der AWB im Jahr 2017 unter der Überschrift „Frag die AWB“ fortgeführt. Dabei wurden crossmedial neben Zeitungsanzeigen, Radiowerbung und YouTube-Filmen ergänzend auch die Facebook-Kanäle von Express und Stadt Köln genutzt. Das Ziel, das Image des Unternehmens nachhaltig zu verbessern, wurde laut der anschließenden Wirkungsanalyse erreicht.

Die AWB will die bisherige Erfolgsgeschichte als starker und kompetenter Partner der Stadt Köln auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Damit dies gelingt, sind über 1.750 engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWB täglich bei jedem Wetter überall in Köln im Einsatz. Geschäftsführer Peter Mooren: „Die AWB möchte sich den Herausforderungen stellen, die Köln zukünftig zu bewältigen hat. Deshalb haben wir den Fokus unserer Arbeit 2017 auf die langfristige Fortsetzung unserer Vertragspartnerschaft mit der Stadt auch über das Jahr 2018 hinaus gelegt.“

AVG-Gruppe mit Geschäftsverlauf 2017 zufrieden

Die weiterhin stabile Konjunktur im Jahr 2017 sorgte für ein ausreichendes Abfallaufkommen. So konnten die Sortieranlagen der AVG Ressourcen wie auch die Restmüllverbrennungsanlage sehr gut ausgelastet werden. Damit trugen die stoffliche wie auch die thermische Recyclingschiene zu einem guten Ergebnis bei.

Die Abfallmengen aus den privaten Haushalten stabilisierten sich auf niedrigem Niveau. Der Zuwachs der Bioabfälle aus dem Kölner Stadtgebiet bremste sich zwar etwas ab, der weitere Ausbau der Biotonnensammlung sorgte aber dennoch für einen neuen Rekord.

Mit dem Geschäftsverlauf 2017 ist die AVG Köln zufrieden. Die Umsatzerlöse erreichten mit 97,6 Mio. Euro nahezu den Vorjahreswert (98,7 Mio. Euro). Mit 16,2 Mio. Euro lag das Unternehmensergebnis über dem Vorjahr. Hierfür verantwortlich sind im Wesentlichen die unterjährig kräftig gestiegenen Preise für Gewerbeabfälle. Die Bilanzsumme reduzierte sich plangemäß auf 121,5 Mio. Euro (2016: 132,5 Mio. Euro).

Mit rund 724.000 Tonnen erreichte die Anliefermenge zur Restmüllverbrennungsanlage nicht ganz den Vorjahreswert. Ausschlaggebend war hier vor allem der planmäßig höhere Wartungs- und Instandhaltungsaufwand. Mit rund 583.000 Tonnen kamen noch einmal mehr Abfälle aus der Region Köln, während Mengen aus dem übrigen Nordrhein- Westfalen deutlich zurückgingen.

Auf der Deponie Vereinigte Ville wurden rund 410.000 Tonnen Abfälle angenommen, wovon 21.000 Tonnen verwertet wurden. Die Annahmemenge lag damit leicht über Plan.

Der sich auch 2017 fortsetzende Preisanstieg bei der Gewerbeabfallund Baumischabfallverwertung und die verbesserte Auslastungssituation in den Sortieranlagen sorgten für gute Rahmenbedingungen, so dass sich die Erlössituation der AVG Ressourcen deutlich verbesserte. Insgesamt verarbeitete die AVG Ressourcen an ihren beiden Standorten Köln-Niehl und Köln-Heumar rund 359.000 Tonnen Gewerbe- und Baumischabfälle sowie Altholz, 18.000 Tonnen mehr als im Jahr zuvor. Nach dem kräftigen Anstieg 2016 verzeichnete die Altholzaufbereitungsanlage nochmals eine leichte Zunahme. Rund zwei Drittel davon gehen zur stofflichen Verwertung in die Spanplattenindustrie, ein Drittel in Biomassekraftwerke zur Erzeugung umwelt- und klimafreundlicher Energie.

Die Kompostierungsanlage nahm 2017 rund 102.000 Tonnen Bioabfall und Grünschnitt an und erzielte damit ein etwas höheres Ergebnis als 2016 (100.000 Tonnen). Nahezu die Hälfte sind kommunale Abfälle der Stadt Köln.

Effiziente stoffliche und thermische Verwertung

Gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften AVG Ressourcen und AVG Kompostierung deckt die AVG Köln ein breites Spektrum an abfallwirtschaftlichen Dienstleistungen ab. Das Anlagenportfolio ermöglicht die stoffliche Verwertung ebenso wie die energetische Verwertung und die Deponierung von Reststoffen. Starke Nachfrage erleben auch die beiden Recyclinghöfe der AVG Ressourcen in Niehl und Rath- Heumar. Die AVG Service als Wartungs- und Instandhaltungsgesellschaft ist in die Unternehmensgruppe integriert und stärkt die Leistungsfähigkeit des Firmenverbundes. AVG Köln spart mehr als 200.000 Tonnen Kohlendioxid ein

Durch ihre Tätigkeit leistet die AVG Köln einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Allein durch den Betrieb der Restmüllverbrennungsanlage Köln und der Deponie Vereinigte Ville sowie durch das 2017 in Betrieb genommene Nahwärmenetz der AVG Ressourcen ersparte die AVG Köln der Stadt Köln im Jahr 2017 mehr als 200.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent. Mit rund 321.000 MWh umwelt- und klimafreundlichem, „grünem“ Strom und Dampf, den die AVG Köln 2017 abgegeben hat, leistet sie einen Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Zudem ist die Energie aus Abfall überwiegend regionalem Ursprung.

erschienen am: 2018-07-10 im europaticker


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