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Erste Bilanz anhand von 85 Indikatoren der nachhaltigen Entwicklung
Monitoring der Ziele der Agenda 2030 in der Schweiz

Das Monitoring der Agenda 2030 in der Schweiz zeigt, dass die Entwicklung der verschiedenen Indikatoren hinsichtlich der Zielerreichung unterschiedlich weit fortgeschritten ist und teilweise widersprüchlich verläuft. Bei 39 Indikatoren entspricht die Entwicklung der gewünschten Richtung, 14 Indikatoren zeigen einen Trend entgegen der angestrebten Entwicklung und bei 12 Indikatoren sind keine signifikanten Veränderungen auszumachen. Soweit die Ergebnisse des erstmals vom Bundesamt für Statistik (BFS) publizierten Monitoringsystems.

Mit den ausgewählten 85 Indikatoren, die den 17 Zielen der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (SDG) zugeordnet sind, lässt sich statistisch nachverfolgen, wie weit die Ziele in der Schweiz umgesetzt sind. Die im Auftrag des Bundesrates (vgl. Kasten) von der Bundesverwaltung erstellte Bilanz zeigt, dass die Entwicklung der verschiedenen Indikatoren hinsichtlich der Zielerreichung unterschiedlich weit fortgeschritten ist und teilweise widersprüchlich verläuft.

Rund 20 Indikatoren können aufgrund zu kurzer Zeitreihen noch nicht ausgewertet werden. Es ist bei fast allen Indikatoren von Vorteil, wenn sie zusammen mit anderen Indikatoren des Monitoringsystems betrachtet werden, um die Erreichung desselben oder verschiedener Ziele zu messen. Folgende Beispiele zeigen die Komplexität der Zusammenhänge auf.

«Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern», SDG Nr. 8

Der Indikator «Bruttoinlandprodukt pro Kopf», der diesem Ziel zugeordnet ist, folgt dem angestrebten Trend und misst Reichtum und Wohlstand in der Schweiz. Eine gegenläufige Entwicklung zeigt der ebenfalls mit diesem Ziel verknüpfte Material-Fussabdruck, der neben den in der Schweiz gewonnenen Rohstoffen auch die Menge aller Rohstoffe berücksichtigt, die im Ausland für die Herstellung und den Transport der in der Schweiz verbrauchten oder genutzten Güter und Dienstleistungen verwendet werden. Der Indikator zeugt von einem stetig zunehmenden Ressourcenverbrauch, wohingegen ein schonender Umgang mit natürlichen Ressourcen, sowohl in der Schweiz als auch in den Ländern, aus denen wir Güter und Dienstleistungen importieren, angestrebt wird.

«Innovationen fördern», SDG Nr. 9

Die Schweizer Wirtschaft bleibt innovativ und ist damit beim SDG Nr. 9 auf Kurs. Dies zeigt der mit diesem Ziel verknüpfte Indikator «Aufwendungen für Forschung und Entwicklung». Gemäss diesem Ziel ist der technologische Fortschritt eine Grundvoraussetzung für die Erreichung der Umweltziele wie die Ressourcen- und Energieeffizienz. Innovation kann also ebenfalls zur Erreichung des oben genannten SDG Nr. 8 beitragen. Allerdings sind nicht alle Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der nachhaltigen Entwicklung zwingend zuträglich.

«Keine Armut», SDG Nr. 1

Die Schweiz kennt keine extreme Armut. Dennoch lebte 2016 in der Schweiz jede dreizehnte Person unter der Armutsgrenze. Der Indikator «Armutsquote» zeigt keine signifikante Entwicklung, obwohl die Armutsquote im Sinne der nachhaltigen Entwicklung eigentlich gesenkt werden sollte. Dieser Indikator kann zudem auch zur Beleuchtung von SDG Nr. 8, das geteilten Wohlstand für alle anstrebt, und für SDG Nr. 10, das Ungleichheiten in den Staaten verringern möchte, herangezogen werden.

Umgehende Nutzung des Monitoringsystems

Die 85 Indikatoren des Monitoringsystems wurden im Länderbericht der Schweiz zur Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, der am 20. Juni 2018 vom Bundesrat verabschiedet wurde, zusammengefasst. Diesen Bericht wird die Schweiz am 17. Juli 2018 am Hochrangigen Politischen Forum für nachhaltige Entwicklung der UNO (HLPF) in New York vorstellen.

Zusätzliche Informationen finden Sie im nachfolgenden PDF. Download Medienmitteilung

Agenda 2030 in der Schweiz: Erste Bilanz anhand von 85 Indikatoren der nachhaltigen Entwicklung
(PDF, 3 Seiten, 246 kB)

erschienen am: 2018-07-10 im europaticker


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