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Verband Hessischer Fischer (VHF) warnt wegen des niedrigen Wasserstands der Flüsse
vor einem großen Fischsterben an Wasserkraftwerken

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Fischer warnen vor Fischsterben an Wasserkraftwerken

„Das hessische Umweltministerium muss durch unangemeldete Kontrollen der Wasserbehörden unverzüglich sicherstellen,
dass die Wasserkraftwerke über die Stauwehre stets ausreichend Wasser in das Flussbett einleiten“, forderte VHF-Hauptgeschäftsführer
Günter Hoff-Schramm am Dienstag in Wiesbaden. Um die maximale Strommenge zu erzeugen, ignorierten
Kraftwerksbetreiber immer wieder die gesetzliche „Mindestwasser-Regelung“ und zweigten zu viel Flusswasser für den Betrieb der Kraftwerksturbinen ab.

„Diese Art von Gewinnmaximierung gefährdet Fischbestände und Gewässerökologie“, kritisierte der VHF-Vertreter.
Denn die sogenannten „Ausleitungskraftwerke“ entnehmen auch bei den zur Zeit sommerlichen Niedrigwasserständen die genehmigten Wassermengen
für den Lauf der Turbinen. Abschnitte des Gewässers hinter dem Wehr fielen trocken, das Flusswasser werde mit zu wenig Sauerstoff versorgt und die Fische verendeten, skizzierte Hoff-Schramm die Folgen dieses Verstoßes gegen die Mindestwasser-Regelung. Diese Regelung schreibt laut VHF vor, dass über das Stauwehr
der Kraftwerke dem Flussbett stets ausreichend Wasser zugeführt werden muss, damit die Gewässerökologie unterhalb der Wehre nicht geschädigt wird.

Der als hessischer Naturschutzverband anerkannte VHF fordert, dass über das Kraftwerkswehr auf gesamter Breite ständig in einer Mindesthöhe
von drei bis fünf Zentimetern Wasser in das Flussbett fließt. Nur so sei sichergestellt, dass der wertvolle aquatische Lebensraum nach dem Wehr 
keinen Schaden nimmt. „Um die Höhe des Wasserabflusses kontrollieren zu können, sind auf dem Stauwehr Wasserstandsmarkierungen anzubringen“,
betonte Hoff-Schramm. Zudem müssten die Wasserbehörden die Mindestablaufmenge veröffentlichen, die sie für jedes Wasserkraftwerk
gesondert festzusetzen haben. Hoff-Schramm: „Verstöße gegen diese Auflagen
stellen eine Umweltstraftat dar, die entsprechend geahndet werden muss“.

Hoff-Schramm verurteilte scharf die Ankündigung der Interessenvertretung der Wasserkraftwerksbetreiber,
gegen die gesetzliche Mindestwasser-Regelung Klage zu erheben.

Damit solle die Gewässerökologie zugunsten „rücksichtslosen Profitstrebens“ ausgehebelt werden. Wohin das führt, zeigt nach
Hoff-Schramms Worten ein Vorfall im Landkreis Kassel. Dort war an einem Kraftwerkswehr der Wasserabfluss derart manipuliert worden,
dass der Fluss trocken fiel und zahlreiche Fische verendeten.

Dem VHF gehören nach eigenen Angaben über 40.000 Fischer an. Die Vereinigung zählt zu den acht anerkannten Naturschutzverbänden
in Hessen und ist in Umweltbelangen klageberechtigt.

erschienen am: 2018-07-10 im europaticker



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