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Nach den neuen Plänen sollen ab 2030 alle Kunststoffverpackungen - wie Plastikflaschen
auf dem EU-Markt recylingfähig sein
8 von 10 Österreichern geben der PET-Flasche eine zweite Chance

Rund 87 Prozent der Österreicher setzen auf das umweltgerechte Sammeln und Recycling von PET-Flaschen und trennen diese bewusst vom Restmüll - so eine aktuelle Studie im Auftrag des VOEB. Je nach Alter und Bundesland kommt es zu Unterschieden: Die Top-Recycler stammen aus der Generation 60+ und aus dem Burgenland. Das Schlusslicht bilden die 20- bis 29-Jährigen und das Bundesland Wien.

Andere Länder, andere Sitten. Wer im Sommer außerhalb Österreichs verreist erlebt es hautnah: Bei den sommerlichen Temperaturen steigt der Getränkekonsum und damit auch der Verbrauch von Plastikflaschen. Aber nicht überall wird dem anschließenden PET-Recycling der gleiche Stellenwert zu teil. So gehört die österreichische Branche im direkten Vergleich zu den europäischen Vorreitern in der Verarbeitung und Wiederverwertung von PET-Abfall. Laut einer aktuellen Studie im Auftrag des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) trennen rund 87 Prozent der österreichischen Bevölkerung Plastikflaschen vom Restmüll in ihren Haushalten. Die fleißigsten PET-Flaschen-Recycler kommen dabei aus der Altersgruppe der über 60-Jährigen (94%). Aufholbedarf gibt es bei den jüngeren Generationen, so trennen die 20- bis 29-Jährigen zu 77 Prozent sowie die 14- bis 19-Jährigen zu 81 Prozent ihre Plastikflaschen vom Restmüll. Laut EU-Kreislaufwirtschaftspaket soll die Recyclingquote von Kunststoff bis 2030 auf 55 Prozent steigen. In Österreich liegt diese aktuell nur bei 34 Prozent, es herrscht also Handlungsbedarf.

„Die Sammlung und Verwertung von Kunststoffen wie Plastikflaschen hat in Österreich bereits eine lange Tradition, deshalb ist das Bewusstsein für PET-Recycling hierzulande tief verankert. Aber es gibt noch erkennbares Potenzial nach oben - insbesondere bei der jüngeren Generation müssen wir mit unseren Botschaften dranbleiben, um die EU-Ziele bis 2030 zu erreichen“, erklärt Hans Roth, Präsident des VOEB.

Im Duell Land vs. Stadt gewinnt…

Eine erkennbare Diskrepanz findet sich darüber hinaus zwischen Stadt und Land wieder. Während in Städten 80 Prozent angeben Plastikflaschen vom Restmüll zu trennen, sind es in ländlichen Gebieten mit 92 Prozent deutlich mehr. In Anbetracht der einzelnen Bundesländer positioniert sich das Burgenland als fleißigster PET-Flaschen-Trenner (96%), gefolgt von der Steiermark (94%) und Salzburg (93%). Platz nach oben zeigt sich bei den Wienern, die laut eigenen Angaben ausschließlich zu 68 Prozent Plastikflaschen vom Restmüll trennen.

EU-Kunststoffstrategie bringt Ziele und Herausforderungen

Im Rahmen des EU-Kreislaufwirtschaftspaketes wurden 2018 neue Sammel- und Verwertungsziele zur Förderung einer kreislauforientierten Wirtschaftsweise definiert. Nach den neuen Plänen sollen ab 2030 alle Kunststoffverpackungen - wie Plastikflaschen - auf dem EU-Markt recylingfähig sein und die Recyclingquote im Bereich Kunststoff auf 55 Prozent steigen. In Österreich liegt diese bei Kunststoffverpackungen erst bei 34 Prozent. Hans Roth begrüßt diese Initiative und betont, dass die österreichischen Recyclingbetriebe bereits über das Know-How und die Technik verfügen, um Sekundärrohstoffe in einer Qualität zu erzeugen, die in vielen industriellen Anwendungen den Ersatz von Neuware ermöglicht. „Österreichs Unternehmen der Abfall- und Ressourcenwirtschaft treiben die Weiterentwicklung des Kunststoffrecyclings durch Forschung, Entwicklung und Innovation von High-Tech Anlagen aktiv voran – bereits vielerorts sind die positiven Bemühungen der österreichischen Hersteller von Kunststoffprodukten und Recyclingbetrieben erkennbar. Um die definierten Zielsetzungen der EU zu erreichen, benötigt es jedoch eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren – von Herstellern über Produktionsunternehmen und Haushalte bis hin zu den Abfallwirtschaftsunternehmen – die die heimische Branche nun forciert.“

Über die Studie:

Im Auftrag des VOEB befragte das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com im März 2018 insgesamt 1.500 webaktive Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 14-69 Jahren zum Thema „Müll“.

Über den VOEB:

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) ist die freiwillige Interessensvertretung der kommerziell geführten Entsorgungsunternehmen in Österreich. Der Verband vertritt derzeit über 220 Mitgliedsunternehmen und repräsentiert somit zwei Drittel – gemessen am Umsatz bzw. an den Beschäftigten – der privaten österreichischen Entsorgungsbetriebe. Die Branche beschäftigt direkt und indirekt ca. 43.000 Mitarbeiter, entsorgt rund zwei Drittel des gesamten in Österreich anfallenden Abfalls in 1.100 High-Tech-Anlagen und erwirtschaftet Umsätze in der Größenordnung von 4 Mrd. Euro pro Jahr.

erschienen am: 2018-08-07 im europaticker


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