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Häuser mit insgesamt 173 Wohnungen waren in die Jahre gekommen

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Neue Lebensqualität im Duisburger „Wabenquartier“

Wie die Waben eines Bienenstocks mutet der Grundriss der Wohnanlage im Duisburger Stadtteil Neudorf an. Die auffällige Architektur verlieh dem in den 1970er Jahren errichteten Gebäudekomplex seinen Namen „Wabenquartier“. Inzwischen waren die neun Häuser mit insgesamt 173 Wohnungen allerdings in die Jahre gekommen. Der Bauherr, die Wohnungs-genossenschaft Duisburg-Mitte e.G., entschloss sich zur umfassenden Sanierung der Wohnhäuser. Sie wird in drei Bauabschnitten bis Herbst 2018 abgeschlossen sein. Etwa 12 Mio. Euro werden dafür investiert. Die Maßnahmen beinhalten die Wärmedämmung der Fassaden und Flachdächer, begrünte Dachterrassen, neue, großzügig angelegte Balkone mit Schiebeläden sowie den Einbau von Kunststoff-fenstern mit Dreifachverglasung. Im Innenbereich erhalten die Gebäude verglaste Aufzüge und neue Wohnungstüren. Darüber hinaus wurden die Immobilien barrierearm ausgestattet und mit neuem Sicherheitskonzept versehen.

Leuchtturmprojekt für den Stadtteil
Das Architekturbüro STELLARCHITEKTUR aus Münster setzte dabei besonders an den Gebäudefassaden auffällige optische Akzente: Die insgesamt 164 Balkone mit Schiebeläden, die in unterschiedlichen Farbtönen gestaltet sind, sorgen im Quartier für ein abwechslungsreiches Gesamtbild. Über 10.000 qm an Vorhangfassaden wurden verbaut, ferner 3.000 qm Wärmedämmverbundsysteme, 3.000 qm Flach-dachflächen sowie 1.300 laufende Meter an Balkonbrüstungen. „Wir können hier ohne Übertreibung von einem ‚Leuchtturmprojekt‘ für den zentrumsnahen Duisburger Stadtteil Neudorf sprechen“, so Hans-Ludwig Stell. Der Bauherr habe bei der Sanierungsplanung langfristig und zukunftsorientiert gedacht und neben ökologischen und ökonomischen Aspekten auch die soziale Komponente im Auge gehabt. „Auf diese Weise ist die Lebensqualität im Quartier deutlich angestiegen.“

Besonders hohe Energieeinsparung
Vom Duisburger Fensterbauunternehmen Tischlerei Blank wurden über 1.100 Altfenster aus PVC ausgebaut und gegen moderne, Energie sparende Kunststofffenster der Schüco-Profilserie Corona SI 82 ausgetauscht, die ihrerseits Recyclat-Anteile enthalten. „Die alten Fenster der Marke Schnicks wurden bei der Errichtung der Wohngebäude von meinem Vater eingebaut. Auf diese Weise sind nun gleich zwei Generationen unseres Familienbetriebs beim Wabenquartier tätig gewesen“, berichtete Hans-Peter Blank. Die neuen Fenster tragen neben den hochwärmedämmenden Fassaden dazu bei, dass die Energieeinsparung (KfW 85 Standard) nach Abschluss der Baumaßnahmen besonders hoch sein wird. Stell: „Dies hat zur Folge, dass der Anstieg der Mieten in etwa analog zu den jeweils eingesparten Energiekosten der Bewohner verläuft.“

Weiterer Pluspunkt für die Umweltbilanz
Ein weiterer Pluspunkt für die Umweltbilanz des Wabenquartiers ergibt sich aus der Entsorgung der großen Menge an PVC-Altfenstern, die im bundesweiten Rewindo-Recyclingsystem werkstofflich recycelt und wiederverwertet werden. Die Biotrans GmbH aus Schwerte, einer der Logistikpartner von Rewindo, sammelt die ausgedienten Bauelemente an der Baustelle ein und sorgt für eine erste Aufbereitung des Materials. Dabei werden nach der Entglasung zunächst Metalle und weitere Stoffe vom Kunststoff getrennt. Das vorkonfektionierte PVC-Material geht anschließend an den Recyclingpartnerbetrieb VEKA Umwelttechnik GmbH in Thüringen, der auf den Bereich PVC-Altfensterrecycling spezialisiert ist. Die sortenrein getrennten PVC-Bestandteile werden weiter zerkleinert und schließlich am Ende des Recyclingprozesses erhitzt und durch einen Filter gepresst, um letzte Fremdpartikel auszusondern. Das dabei zurück gewonnene reine PVC-Granulat ist dann der Ausgangsstoff für neue Kunststofffenster mit Recyclatkern.

„Auf diese Weise entsteht ein funktionierender Materialkreislauf für Kunststofffenster“, erklärte Rewindo-Geschäftsführer Michael Vetter. Das bedeutet: „Die Altfenster aus Duisburg haben ihr Leben nicht etwa bereits hinter sich, sondern an einem anderen Ort noch ein langes Leben vor sich“. Besonders interessant aus ökologischer Sicht: Durch die Recyclingfähigkeit von PVC könnten die Fenster sogar noch Jahrhunderte weiter ihren Dienst tun. Denn Versuche ergaben, dass Kunststofffenster, deren Lebensdauer wenigstens 30-40 Jahre beträgt, ohne bauphysikalischen Qualitätsverlust mindestens siebenmal recycelt und wiederverwertet werden können.
Bild: Wabenquartier in Duisburg Neudorf (Bildrechte Rewindo)

erschienen am: 2018-08-08 im europaticker



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