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31,8 Milliarden Euro Aufwendungen zur Erfüllung von Umweltstandards im Jahr 2016

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Wirtschaftsfaktor Umweltschutz: 70 Milliarden Euro Umsatz 2016

Im Jahr 2016 entstanden den Unternehmen des Produzierenden Gewerbes (ohne Baugewerbe) in Deutschland 31,8 Milliarden Euro an laufenden Aufwendungen für den Umweltschutz. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, sind dies Folgekosten aus Investitionen in Anlagen, Maßnahmen oder Dienstleistungen, die Emissionen reduzieren, beseitigen oder verringern und aus Gründen der Erfüllung von Umweltstandards von Unternehmen erbracht werden. 

Knapp die Hälfte der laufenden Aufwendungen für den Umweltschutz (15,8 Milliarden Euro oder 49,6 %) entstand Unternehmen durch den Betrieb von Anlagen der Abfallwirtschaft oder die Inanspruchnahme solcher Dienstleistungen. Auf Maßnahmen der Abwasserwirtschaft entfielen 9,2 Milliarden Euro (28,9 %). Der hohe Anteil an Aufwendungen in den klassischen Umweltbereichen Abfall- und Abwasserwirtschaft ist darauf zurückzuführen, dass die Aufwendungen der Abfall- und Abwasserunternehmen nahezu vollständig dem Umweltschutz zuzurechnen sind, da ihre wirtschaftlichen Aktivitäten auf die Beseitigung oder Verarbeitung von Emissionen ausgerichtet sind. Die Aufwendungen für Anlagen und Dienstleistungen des umweltpolitisch wichtigen Bereichs Klimaschutz beliefen sich auf 3,3 Milliarden Euro (10,5 %). Auf andere Umweltbereiche (Luftreinhaltung, Schutz und Sanierung von Boden, Grund- und Oberflächenwasser, Lärm- und Erschütterungsschutz, Arten- und Landschaftsschutz) entfielen in der Summe 3,5 Milliarden Euro (11,1 %) laufende Aufwendungen für den Umweltschutz. 

Umweltschutzaufwendungen setzen sich zusammen aus Aufwendungen für den Betrieb von Umweltschutzanlagen und -einrichtungen sowie Gebühren, Beiträgen und anderen nicht anlagenbezogenen Umweltschutzdienstleistungen. Der Großteil der Umweltschutzaufwendungen für Unternehmen in Deutschland entfiel im Jahr 2016 mit 24,9 Milliarden Euro (78,2 %) auf den Betrieb von Umweltschutzanlagen und -einrichtungen. Darunter waren Personalaufwendungen mit 5,0 Milliarden Euro sowie Abschreibungen mit 4,5 Milliarden Euro die wirtschaftlich bedeutendsten und im Rechnungswesen der Unternehmen gesondert nachweisbaren Kostenpositionen. Für Umweltschutzdienstleistungen durch die Inanspruchnahme kommunaler oder privater Entsorger oder anderer Dienstleister entstanden Unternehmen insgesamt Aufwendungen von 6,9 Milliarden Euro. 

Wirtschaftsfaktor Umweltschutz: 70 Milliarden Euro Umsatz 2016

Im Jahr 2016 erwirtschafteten die Betriebe des Produzierenden Gewerbes und des Dienstleistungssektors in Deutschland 70,0 Milliarden Euro Umsatz mit Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden die höchsten Umsätze mit 46,2 Milliarden Euro im Bereich Klimaschutz erzielt. Zu den wichtigsten wirtschaftlichen Säulen zählten dabei Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien (23,2 Milliarden Euro) sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Einsparung von Energie (21,9 Milliarden Euro). 

In den übrigen Umweltbereichen (zum Beispiel Abfall-, Abwasserwirtschaft, Luftreinhaltung, Lärmbekämpfung) wurden insgesamt 23,7 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. 

Der Großteil der umweltschutzbezogenen Umsätze wurde mit 57,3 Milliarden Euro (81,9 %) im Verarbeitenden Gewerbe erzielt. Die wichtigsten Wirtschaftszweige waren dabei der Maschinenbau (26,7 Milliarden Euro), die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen (4,8 Milliarden Euro) sowie die Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren (4,5 Milliarden Euro). 

Die Umweltschutzwirtschaft in Deutschland ist überwiegend auf den Inlandsmarkt ausgerichtet. So wurden im Jahr 2016 mit 43,6 Milliarden Euro fast zwei Drittel der Umsätze für den Umweltschutz (62,3 %) im Inland erwirtschaftet. 26,4 Milliarden Euro (37,7 %) entfielen auf den Export von Umweltschutzgütern. Nur wenige Umweltschutzgüter wiesen höhere Umsätze mit Exporten auf. Dazu zählten beispielsweise die Herstellung von Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen, wo die Exporte 91,2 % der Umsätze ausmachten.

Güter und Leistungen für den Umweltschutz generieren auch Beschäftigungseffekte und sind damit ein wichtiger Faktor für den Arbeitsmarkt. So waren im Jahr 2016 in Deutschland rund 251 000 Beschäftigte in der Umweltschutzwirtschaft tätig. Mehr als zwei Drittel dieser Beschäftigten (173 000) arbeiteten in Betrieben des Verarbeitenden Gewerbes. Im Baugewerbe waren gut 45 000 Beschäftigte für den Umweltschutz tätig, im Dienstleistungssektor rund 32 000, in den übrigen Wirtschaftsbereichen etwa 2 000.

Detaillierte Ergebnisse bietet die Fachserie „Umweltschutzgüter und Umweltschutzleistungen 2016“.

erschienen am: 2018-08-09 im europaticker



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