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Verwertungsquote in Baden-Württemberg höher als im Bundesdurchschnitt

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Abfallaufkommen nahm erstmalig seit 2010 nicht weiter zu

Das Gesamtaufkommen an Abfällen in Baden-Württemberg sank im Jahr 2017 leicht. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes erreichte es eine Gesamtmenge von knapp 49,7 Millionen Tonnen (Mill. t). Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich das Gesamtaufkommen um rund 0,7 Mill. t oder 1,4 %. Zwischen 2010 und 2016 war das jährliche Abfallaufkommen von 37,6 Mill. t auf 50,4 Mill. t angewachsen.

Die Bau- und Abbruchabfälle bilden mit Abstand die größte Fraktion des baden-württembergischen Abfallaufkommens. Ihr Anteil belief sich im Jahr 2017 auf 78 %. Das entsprach einer Menge von rund 39,0 Mill. t und damit 0,7 Mill. t weniger als im Vorjahr.

Weitere knapp 2,7 Mill. t Abfälle stammten aus Produktion und Gewerbe. Ebenso wie das Aufkommen an Siedlungsabfällen (6,0 Mill. t), Klärschlamm und gefährlichen Abfällen (zusammen 2,1 Mill. t) veränderte sich ihr Aufkommen im Vergleich zum Vorjahr kaum.

Verwertungsquote in Baden-Württemberg höher als im Bundesdurchschnitt

Rund 88 % des gesamten baden-württembergischen Abfallaufkommens wurden 2017 einem Verwertungsverfahren zugeführt. Damit platzierte sich das Land erneut deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die bundesweite Verwertungsquote lag zuletzt bei 81 % (Bezugsjahr: 2016).

Die Bau- und Abbruchabfälle kamen überwiegend in Verfahren zur stofflichen Verwertung wie zum Beispiel bei der Verfüllung von übertägigen Abbaustätten, im Bauschuttrecycling oder im Deponiebau zum Einsatz. Im Jahr 2017 wurden in Baden-Württemberg gut 33,7 Mill. t oder rund 87 % der Bau- und Abbruchabfälle verwertet. Dem gegenüber standen rund 5,2 Mill. t an Bau- und Abbruchabfällen, die auf Deponien beseitigt wurden.

Die Verwertungsquote für Siedlungsabfälle in Baden-Württemberg betrug weiterhin nahezu 100 %. Ein gutes Drittel (knapp 2,2 Mill. t) des Aufkommens wurde energetisch verwertet, das heißt vor allem in Müllheizkraftwerken in Wärme und Strom umgewandelt. Weitere gut 3,8 Mill. t oder 64 % der Siedlungsabfälle durchliefen ein Recyclingverfahren (einschließlich Vorbereitung zum Recycling). Zur Beseitigung auf Deponien gelangten nur noch sehr geringe Mengen überwiegend mineralische Siedlungsabfälle (< 0,1 % des Aufkommens).

Abfallbilanz

»Die Abfallbilanz für Baden‑Württemberg« ist ein jährlicher Bericht zur kommunalen Kreislaufwirtschaft. Sie liefert aktuelle Kennzahlen zu Aufkommen, Zusammensetzung und Verbleib der kommunalen Abfälle. Auch werden die langfristige Entwicklung der Kennzahlen seit 1990 und ihre Bedeutung im politischen Kontext dargestellt.

Die Ausgangsdaten für die Abfallbilanz des Landes bilden die kommunalen Abfallbilanzen der Stadt- und Landkreise auf Grundlage des Landesabfallgesetzes (LAbfG). Darin dokumentieren die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (örE), welche Abfälle in ihrem Zuständigkeitsbereich angefallen sind und von ihnen entsorgt wurden. Im Mittelpunkt steht die Entsorgung von Siedlungsabfällen. Abfälle aus Industrie und Gewerbe, die direkt an einen privaten Entsorger zur Verwertung abgegeben werden, fallen nicht in die Zuständigkeit der örE und werden daher nicht in den kommunalen Abfallbilanzen erfasst.

Das Statistische Landesamt erhebt im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden‑Württemberg die kommunalen Abfallbilanzen bei den örE. Diese Daten werden im Statistischen Landesamt zu einer Gesamt-Abfallbilanz für Baden‑Württemberg zusammengeführt und die Ergebnisse für die Veröffentlichung aufbereitet.

Veröffentlichungen und Ergebnisse

erschienen am: 2018-08-09 im europaticker



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