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SPD: CSU-Umweltminister haben die Familien nicht gewarnt
Offizielle Untersuchung: Muttermilch mit PFOA verseucht

Die Muttermilch im Landkreis Altötting ist im Durchschnitt höher mit der gefährlichen Chemikalie PFOA belastet, als es das Trinkwasser sein darf. Das ist das Ergebnis von offiziellen Untersuchungen, die das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit jetzt veröffentlicht hat.
Muttermilchuntersuchungen im Landkreis Altötting

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat die Muttermilchuntersuchungen auf perfluorierte Substanzen abgeschlossen. Im Ergebnis war die PFOA-Konzentration in der Muttermilch höher als bei Vergleichsproben aus München. Dies war aufgrund der Belastungssituation in Teilen des Landkreises Altötting zu erwarten. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass kein Anlass dafür besteht, von der bereits bestehenden Stillempfehlung abzurücken.

Zuvor hatte das LGL Ergebnisse der Blutprobenuntersuchungen veröffentlicht.Das Resultat: Wie erwartet weisen nahezu alle Studienteilnehmer höhere PFOA-Werte auf als Einwohner anderer bayerischer Regionen. Dies ist aber gemäß den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht mit einer Gesundheitsgefährdung gleichzusetzen. Dort, wo bereits seit Längerem Maßnahmen der Trinkwasseraufbereitung umgesetzt worden sind, weisen Probanden niedrigere PFOA-Gehalte als der Studiendurchschnitt auf. Dies belegt die Wirksamkeit der Aufbereitungsmaßnahmen sowie die zentrale Bedeutung des Trinkwassers als Eintragspfad.

Weitere Informationen:

Der SPD-Verbraucherschützer Florian von Brunn ist alarmiert: „Dieses beunruhigende Ergebnis zeigt, dass die Landesbehörden endlich damit aufhören müssen, den Umweltskandal herunterzuspielen. Jahrelang wurde zu wenig getan, um die Bevölkerung zu schützen. Doch wenn jetzt sogar Babys über die Muttermilch mit PFOA belastet werden, ist endgültig eine Grenze erreicht.“

Wenn die Behörden sofort eingeschritten wären, als sie vor über zehn Jahren von der PFOA-Belastung des Trinkwassers erfahren hatten, hätten diese Belastungen der Mütter und ihrer Kinder vermieden werden können, betont von Brunn: „Die Mütter hätten schon längst auf Mineralwasser umsteigen und damit die Anreicherung der Chemikalie in ihrem Körper verhindern können - wenn sie gewarnt worden wären. Jedes jetzt mit PFOA belastete Baby geht auf das Konto der CSU-Umweltminister und ihrer Behörden - darunter Markus Söder persönlich.“

Von Brunn fordert, dass die Behörden nun für sämtliche Säuglinge und Kleinkinder im Landkreis Altötting eine flächendeckende Blutuntersuchung anbieten: „Die Halbwertzeit von PFOA beträgt drei bis vier Jahre. Bis zu zwölf Jahre lang sind nach Auskunft von Kinderärzten die Werte noch im Blut erhöht. Wahrscheinlich sind hunderte Kinder mit der Chemikalie belastet. Die Familien haben ein Anrecht darauf, endlich umfassend informiert zu werden.“

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und die Genehmigung durch die Behörden

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erschienen am: 2018-08-09 im europaticker


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