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67. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC)

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Walschutzgebiet gescheitert

Der Antrag durch Brasilien, Argentinien, Uruguay, Gabon und Südafrika, im Südatlantik ein Walschutzgebiet einzurichten, erreichte heute, am zweiten Tag der IWC-Konferenz, nicht die notwendige Dreiviertelmehrheit. 39 Mitgliedsstaaten, darunter die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und die Schweiz unterstützten das Walschutzgebiet, 3 Staaten enthielten sich der Abstimmung und 25 Länder, allen voran Island, Japan und Norwegen, lehnten die Einrichtung ab.

Der Antrag wurde im Jahr 1998 erstmals an der IWC-Tagung eingebracht und fand seither jedoch keine notwendige Mehrheit. Das Gebiet im Südatlantik wäre nach jenem im Indischen Ozean und in der Antarktis das dritte Walschutzgebiet gewesen, das von der IWC eingerichtet wird.

Es kommentiert Greenpeace-Meeresexperte Thilo Maack:„Der Muff vergangener Walfangzeiten hängt hartnäckig über der IWC. Anders ist es nicht zu erklären, dass sich die Kommission wieder nicht zu einem südatlantischen Walschutzgebiet durchringen kann. Hinter dieser herben Enttäuschung steckt eine kleine Gruppe von Ländern, die alles daran setzt, wieder auf kommerzieller Ebene Wale abzuschlachten.

Ein Walschutzgebiet im Südatlantik wäre ein klares Signal für die Modernisierung der Internationalen Walfangkommission gewesen. Eine Erneuerung der IWC ist überfällig, um die sanften Riesen der Meere vor Bedrohungen wie Fischerei, Klimakrise, Unterwasserlärm und Plastikmüll zu schützen. Walfang gehört ins Geschichtsbuch. Die IWC muss endlich im 21. Jahrhundert ankommen.“

„Wir hoffen, dass sich die Antragsteller von dem destruktiven Abstimmverhalten einiger Staaten innerhalb der IWC nicht entmutigen lassen und mit die Umsetzung des Aktionsplanes auf regionaler Ebene beginnen“ sagt Nicolas Entrup, Sprecher der internationalen Meeresschutzorganisation OceanCare.

Im vergangenen Jahr hatte die brasilianische Regierung im Rahmen des UN-Abkommens zur Erhaltung wandernder Tierarten einen Aktionsplan eingereicht, der einstimmig angenommen wurde.

OceanCare hatte im Vorfeld in einer gemeinsamen Stellungnahme, zusammen mit zahlreichen Partnerorganisationen, die Einrichtung des Schutzgebietes unterstützt. OceanCare ist mit Nicolas Entrup, Thomas Schweiger und Fabienne McLellan an der IWC-Tagung in Florianópolis vertreten.

Hintergrund:

Im 20. Jahrhundert sind weltweit etwa 3 Millionen Wale getötet worden – 71 Prozent von ihnen wurden auf der Südhalbkugel gejagt. Die Einrichtung eines Walschutzgebiets im Südatlantik wurde erstmals 1998 vorgeschlagen, um die Erholung der Populationen verschiedener Walarten in dieser Region zu gewährleisten. Dies wurde wiederholt abgelehnt und ist von den Regierungen einiger IWC-Mitgliedsstaaten blockiert worden, darunter auch Japan und Norwegen. In diesem Jahr ist der Vorschlag für ein Walschutzgebiet im Südatlantik aktualisiert und um einen Managementplan erweitert worden, der auf den Empfehlungen des Wissenschaftsrats der IWC basiert. Das südatlantische Walschutzgebiet würde die Wale vor jeglicher kommerzieller Jagd schützen und lediglich Aktivitäten wie Whale Watching ermöglichen. Wale legen lange Strecken zurück: die Nahrungsgründe der Wale auf der Südhalbkugel liegen in der Antarktis,  ihre Kinderstube hingegen in wärmeren tropischen Gewässern. Weil das vorgeschlagene Schutzgebiet im Südatlantik an das Walschutzgebiet im Südpolarmeer gegrenzt hätte, hätte eine Zusammenlegung der Gebiete den Walen einen weiträumigen Zufluchtsort gesichert.

erschienen am: 2018-09-12 im europaticker



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