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Radio Prag: EPH drängt weiter auf deutschen Markt
Rekultivierung von Braunkohle-Tagebauen

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Bündnisgrüne verlangen Aufklärung über Verbleib der Vattenfall Milliarden

Die bündnisgrüne Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung Aufklärung über den Verbleib der 1,7 Mrd Euro, die der schwedische Staatskonzern Vattenfall bei der Übergabe der Braunkohlesparte an die tschechische Holding EPH (Energetický a průmyslový holding) im Jahr 2016 übergeben hat. Analysen der Wirtschaftsprüfer Cordes + Partner im Auftrag der Umweltorganisation Greenpeace zufolge sollen von versprochenen 1,7 Milliarden Euro lediglich 1 Milliarde von EPH an die Lausitzer Braunkohletochter LEAG geflossen sein. EPH hatte sich bei der Übernahme verpflichtet, Verbindlichkeiten für die Rekultivierung, aber auch Pensionsverpflichtungen zu übernehmen. Alleine haften wird allerdings nur die LEAG.

LEAG ist die gemeinsame Dachmarke der Lausitz Energie Bergbau AG (kurz LE-B) und der Lausitz Energie Kraftwerke AG (kurz LE-K). Die Unternehmen mit Sitz in Cottbus bilden gemeinsam den viertgrößten deutschen Energieversorger. Die LEAG entstand 2016 durch den Verkauf der Lausitzer Braunkohletagebaue und der -kraftwerke des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall AB an die tschechische EPH-Gruppe und deren Finanzpartner PPF Investments. Zur EPH gehört bereits das in Sachsen-Anhalt beheimate Bergbau-Unternehmen MIBRAG.

Laut Greenpeace hat das Braunkohlegeschäft der LEAG 2016 und 2017 hohe Verluste eingebracht. „Was aber wird passieren, wenn das Unternehmen in Zukunft nicht in der Lage sein sollte, die Rekultivierung der Tagebaue zu bezahlen? Die Landesregierung muss ausschließen können, dass am Ende die Brandenburger Steuerzahler zur Kasse gebeten werden und Sicherheitsleistungen einfordern“, sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky. Im nächsten Plenum des Landtages muss der neue Wirtschaftsminister Jörg Steinbach dazu Aufklärung leisten. Eine entsprechende Anfrage wird noch in die Woche eingereicht, kündigte Schinowsky an.

Erste Erfolge hat das Nachbohren der bündnisgrünen Landtagsfraktion beim Thema Folgekosten des Braunkohletagebaus schon gebracht. So berichtet der rbb, dass die Länder Brandenburg und Sachsen von der LEAG nun eine Nachbesserung des Konzepts für die Rekultivierung der Tagebaue verlangen.  

Der tschechische Industrie- und Energiekonzern EPH kaufte im September 2017 das Kohlekraftwerk Mehrum. Es ist der zweite Schritt des Unternehmens in Richtung Deutschland.

Radio Prag: EPH drängt weiter auf deutschen Markt

Der Kauf des Kraftwerks in Mehrum ist nicht der erste Schritt des Dollar-Milliardärs und Sparta-Prag-Miteigentümers Daniel Křetínský auf den deutschen Energiemarkt. Im vergangenen Jahr übernahm seine EPH die Braunkohleförderung in der Lausitz von der schwedischen Vattenfall.

EPH ist mittlerweile einer der größten Player auf dem mitteleuropäischen Energiemarkt. Neben dem Stammmarkt Tschechien und Slowakei besitzt der Konzern auch Projekte in Deutschland, Italien, dem Vereinigten Königreich sowie Ungarn. Insgesamt generieren die Kraftwerke von EPH 100 Terrawatt Strom in Europa und sind somit der siebtgrößte Energieproduzent des Kontinents.

Greenpeace-Analysen: LEAG kann Milliardenkosten für Renaturierung der Tagebaue nicht decken
LINKE: Stresstest und Sicherung von Braunkohlemitteln dringend notwendig

Wirtschaftsprüfer stoßen auf Bilanztricks der Braunkohleunternehmen

Link zum rbb-Beitrag: https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2018/07/leag-braunkohle-lausitz-folgekosten-tagebau-bergbau.htm/listall=on/print=true.html

Download: Mündliche Anfrage „Geschäftsberichte LEAG und Verbleib der Barmittel von 1,7 Milliarden Euro“https://heide-schinowsky.de/images/dokumente/180905-MA-Geschaftsberichte-LEAG.pdf

erschienen am: 2018-09-12 im europaticker



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