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Seitdem die Chinesen fast nichts mehr ins Land lassen, geht alles
in die energetische Verwertung

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Getränkekartonhersteller bauen Recyclinganlage

Seit mehr als 25 Jahren nutzen Papierfabriken die Papierfasern des Getränkekartons, um daraus neue Verpackungspapiere herzustellen. Genauso lang laufen die Bemühungen, für die anfallenden Folienreste stoffliche Verwertungswege zu etablieren. Jetzt nehmen die Hersteller die Verwertung selbst in die Hand.

Im September 1993 hielt der damalige Umweltminister Prof. Klaus Töpfer auf einem Industriegelände in Köln-Wesseling eine Festrede. Anlass war die Einweihung einer Pilotanlage. Mit ihr sollte die großtechnische Umsetzung eines Lösemittel-Verfahrens getestet werden, das von der Technischen Hochschule in Aachen entwickelt wurde. Der von RWE geplante Bau einer Produktionsanlage scheiterte. Ein Problem, das die Anlagenentwickler damals und heute beschäftigt, ist die Heterogenität des Ausgangsmaterials. Das sogenannten „Rejekt“, das bei den Papierfabriken nach dem Ablösen der Fasern übrig bleibt, enthält nämlich nicht nur saubere Polyethylen/Aluminium-Folien und Verschlüsse, mit denen die Kartons ausgestattet sind. Es finden sich darin auch Stör- und Fremdstoffe aller Art. Problematisch sind vor allem Dinge, die in den gelben Säcken und Tonnen nichts zu suchen haben, wie zum Beispiel Textilien oder Holz. Bei der automatischen Sortierung können solche Materialien nicht vollständig abgetrennt werden. Umso wichtiger ist in Zukunft, mehr in die Aufklärung der Verbraucher zu investieren.

Verzicht auf störanfällige Prozesse

Seit 1993 haben mehrere Pilot- und Produktionsanlagen die stoffliche Verwertung von Getränkekarton-Rejekten teilweise bereits nach wenigen Jahren eingestellt. Zuletzt die APK AG in Merseburg und die chinesische Firma Luhai. Dort wurde bis 2017 ein großer Teil der angefallenen Rejekte unter anderem zu Schaumstoffmatten, Sohlen für Sportschuhe oder Fassadenverkleidungen verarbeitet. Seitdem die Chinesen fast nichts mehr ins Land lassen, geht alles in die energetische Verwertung. Das soll sich 2019 wieder ändern. Als eine restriktivere chinesische Importpolitik absehbar war, haben die Hersteller von Getränkekartons sehr schnell entschieden, in den Bau einer eigenen Verwertungsanlage zu investieren. Dazu wurde die Palurec GmbH als 100%ige Tochter des Fachverbandes Kartonverpackungen für flüssige Nahrungsmittel (FKN) gegründet. Mit der neuen Anlage, die in Köln-Knapsack errichtet wird, können in der ersten Ausbaustufe jährlich rund 18.000 Tonnen verarbeitet werden. Auf komplizierte, störanfällige Prozesse wird dabei verzichtet: Palurec setzt auf marktgängige Anlagenkomponenten, die das Materialgemisch mechanisch/physikalisch trennen. Die zurückgewonnenen Sekundärrohstoffe - vor allem LDPE, HDPE und Aluminium - können für die unterschiedlichsten Anwendungen genutzt werden. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren.

erschienen am: 2018-09-12 im europaticker



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