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Auf 20 Hektar entlang der Aller entstehen auentypische Strukturen

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Restarbeiten am Renaturierungsprojekt Müden beginnen

Am Montag beginnen im Auftrag des NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) die Restarbeiten am Renaturierungsprojekt bei Müden an der Aller. „Wegen der starken Regenfälle im vergangenen Sommer und Herbst hatte sich der Baufortschritt des Vorhabens immer wieder verzögert und musste schließlich im November 2017 unterbrochen werden, da die Niederschläge seinerzeit den Grundwasserstand auf Geländeniveau angehoben hatten, so dass Bodentransporte und Baggerarbeiten unmöglich wurden", erinnerte Silke Seemann an die Vorgeschichte. „Wenn alles gut läuft, können wir die Maßnahme in etwa vier Wochen abschließen", ergänzte die Expertin vom NLWKN in Braunschweig.

Ziel des Vorhabens ist es, auf ca. 20 Hektar landeseigenen Flächen entlang der Aller nahe Müden im Landkreis Gifhorn auentypische Strukturen wiederherzustellen. Dazu wurden schon Teile der rechtsseitigen Verwallung an einem 1,5 Kilometer langen Flussabschnitt der Aller bis zum nördlichen Talgraben zurückverlegt. „So erhält die Aller mehr Raum, der im Hochwasserfall als Retentionsfläche dient, in dem das Wasser sich ausbreiten kann, ohne Schaden anzurichten", betonte Seemanns Kollege Norbert Horny. Dabei bleibt die Funktion des Talgrabens als Vorfluter für die oberhalb gelegenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen erhalten.

Schon im letzten Jahr wurden bereits große Teile des neuen Nebenarms der Aller angelegt. Weiterhin wurde großflächig an der Aller die Oberbodenschicht abgetragen, um diese Flächen der natürlichen Sukzession zu überlassen. So sollen sich je nach Feuchtigkeitsverhältnissen auwaldartige Gehölzbestände entwickeln. Zwischen dem Talgraben und dem neuen Nebenarm der Aller sollen Teilbereiche mit den Auentümpeln durch eine Beweidung mit Rindern offengehalten und grünlandartig genutzt werden. Von den an der Verwallung entlang des Talrandgrabens geplanten Erhöhungen („Fluchthügel") soll eine zusätzlich für die Anlage eines Aussichtspunktes zur Naturbeobachtung (sanfter Tourismus) genutzt werden. „Wir schaffen ideale Lebensbedingungen für Fischotter, Biber, Teichfledermaus, Kammmolch, Grüne Keiljungfer und viele Kleinfischarten", so Horny.

Für die Restabreiten sind laut Landesbetrieb keine Bodentransporte mehr erforderlich. Sofern die Witterung es zulässt, rechnen die Projektverantwortlichen im Oktober mit dem Projektabschluss.

erschienen am: 2018-09-13 im europaticker



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