europaticker:
Mehr Raum für Flüsse anstatt höhere Deiche - Alternative Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen

..................

Neue Erkenntnisse zum Hochwasserschutz

Der Ausschuss für Umwelt und Energie des Landtags von Sachsen-Anhalt hat sich in den Niederlanden über aktuelle Entwicklungen im Hochwasserschutz informiert. Auf ihrer Reise vom 3. bis 7. September 2018 besichtigten die Abgeordneten unter anderem das architekturpreisgekrönte Projekt „Raum für Waal“ in Nimwegen.

In Nimwegen wurde am Nordufer der Stadt ein neuer Kanal in den Fluss Waal gegraben und der bestehende Deich weiter ins Hinterland verlegt, erklärt Ausschussvorsitzender Jürgen Barth (SPD). Der Fluss soll auf diese Weise mehr Raum erhalten und Hochwasser in der Altstadt vermieden werden. Das Projekt sei beispielhaft für ein Umdenken im Hochwasserschutz: „der Trend geht in den Niederlanden ganz deutlich weg von immer höheren Deichen, hin zu mehr Raum für die Flüsse“. 

Außerdem erhielten die Abgeordneten Einblick in eine Flutsimulationsanlage an der Technischen Universität Delft. Neben der Simulation von Hochwassereignissen stellten die Wissenschaftler auch ganz praktische Hinweise bei Hochwasser vor. „Anstatt Sandsäcke kann man beispielsweise auch ein Schlauchsystem nutzen, das sich selbst mit Wasser füllt, das spart im Notfall nicht nur Zeit sondern auch Ressourcen“,  so Barth.

Ebenfalls auf dem Programm stand ein Besuch der Stadt Ouderkerk an der Amstel, wo die Abgeordneten über am Beispiel des Programms „Ronde Hoep“ erfuhren, wie kollektive Agrarumweltmaßnahmen auf alternative Weise sehr gut funktionieren können. Anders als in Deutschland, hätten Landwirte in den Niederlanden in den letzten zehn Jahren etwa 150 Naturvereine gegründet, die sich selbständig um die Abwicklung verschiedenster Umwelt- und Naturschutzthemen kümmerten, erklärt Ausschussvorsitzender Jürgen Barth.

Gemeinsam mit der Verwaltung hätten die Vereine Ziele für die jeweilige Landnutzung festgelegt. Den Landwirten übertragen sie dann die konkrete Umsetzung, zum Beispiel den Erhalt alten Grasslands, Graben-, Feuchtgebiets- und Weidevogelmanagement oder Heckenpflege.

Landwirte und Verwaltung arbeiten Hand in Hand

In ersten Pilotprojekten habe sich das neue Modell der Zusammenarbeit sehr gut bewährt, die Landwirte und Naturvereine seien treibende Kräfte, die selbständig Maßnahmen entwickeln, testen und immer öfter auch kontrollieren. Zudem seien die niederländischen Vereine sehr flexibel und könnten Schutzmaßnahmen so viel gezielter durchführen als es derzeit in Sachsen-Anhalt durch zentral und pauschal vorgegebene Maßnahmen der Fall sei. Daher werde sich der Ausschuss in einer seiner nächsten Sitzungen sicher noch einmal intensiver mit diesem Thema beschäftigen, sagte Barth abschließend.

Bild: Der Ausschuss für Umwelt und Energie des Landtags vor dem Niederländischen Parlamentsgebäude in Den Haag. Foto: Ulrike Brandt/Landtag

erschienen am: 2018-09-14 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken