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Sonderabfallwirtschaft will verstärkt auf das Potenzial der stofflichen Verwertung
gefährlicher Abfälle aufmerksam machen

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Sonderabfallwirtschaft will Politik überzeugen

Die Diskussion auf der Mitgliederversammlung in Baden-Baden machte sehr deutlich, dass den Unternehmen praktisch in allen Bundesländern von der Politik und den zuständigen Überwachungsbehörden zu viele Hindernisse in den Weg gelegt werden.

Gefährliche Abfälle (englisch hazardous waste) sind Abfallstoffe, die festgelegte Gefährlichkeitsmerkmale aufweisen und somit eine Gefahr für die Gesundheit und/oder die Umwelt darstellen. Ein anderer üblicher Begriff für derartigen Abfall ist Sonderabfall. Sonderabfall unterliegt der behördlichen Überwachung. Das bedeutet, dass Sonderabfall nur nach vorheriger behördlicher Genehmigung vom Abfallerzeuger zu einer zugelassenen Verwertungs- oder Beseitigungsanlage transportiert werden darf und dass die zuständigen Behörden des Abfallerzeugers wie des Entsorgers über Zeitpunkt und Menge des verbrachten Sonderabfalls unterrichtet werden müssen. Betriebsinhaber müssen außerdem eine besondere Fach- und Sachkunde nachweisen.

Werner Schmidt, Hans Schmidt GmbH & Co. KG, wies auf den zunehmenden Konflikt zwischen Chemikalien- und Abfallrecht hin. Der bvse werde hier auf allen Ebenen, von der EU über die Bundes- bis hin zur Landespolitik aktiv darauf hinweisen, dass das Recycling gefährlicher Abfälle aus falsch verstandener Umweltvorsorge teilweise unmöglich gemacht werde. Der neue stellvertretende Vorsitzende Gerhard Zimmermann, von der Firma Zimmermann Sonderabfallentsorgung und Verwertung GmbH & Co. KG, stellte fest, dass es eine Reihe von Stoffen gebe, die recycelt werden könnten, aber derzeit beseitigt werden müssen. Zimmermann fordert ein Umdenken der Politik, um den Branchenunternehmen die Möglichkeit zu geben, ihre innovativen Verfahren überall wo es möglich und sinnvoll ist, auch umzusetzen. Man war sich in der Diskussion einig, dass man deshalb weiter und verstärkt auf die Politik zugehen müsse. Beispielsweise sollte ein parlamentarischer Abend veranstaltet oder Parlamentarier in die Unternehmen eingeladen werden.

Dr. Siegfried Kreibe vom bifa-Umweltinstitut sah in seinem Vortrag aber neben den Hindernissen, die die Politik aufstelle, auch die Industrie in der Pflicht. Viele Unternehmen sähen nur eine Entsorgungsproblematik ohne den eigentlichen Wert der Materialien, die in den Produktionsabfällen enthalten seien, zu erkennen. Kreibe betonte zudem, dass die Digitalisierung vor der Entsorgungsbranche nicht halt mache. Speziell die Mengenbündelung könne über elektronische Plattformen organisiert werden. Der Mittelstand müsse sich hier wappnen, sonst habe er das Nachsehen. Dem stimmte Thomas Obermeier, TOMM + C, Management + Consulting, ausdrücklich zu. Obermeier plädierte für einen stark vernetzten Mittelstand, um die zukünftigen Herausforderungen erfolgreich meistern zu können.

Neben der engagierten inhaltlichen Diskussion wählte die Mitgliederversammlung auch noch einen neuen Vorstand für die Amtsdauer von drei Jahren. Als Fachverbandsvorsitzender wurde Werner Schmidt einstimmig in seinem Amt bestätigt. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Thomas Obermeier kandidierte in Baden-Baden nicht mehr für dieses Amt, dafür aber als Beisitzer. Seine Nachfolge tritt Gerhard Zimmermann an, der ebenfalls ohne Gegenstimmen gewählt wurde. Die Mitgliederversammlung wählte darüber hinaus Yves Bayer, FKM Buster Altöl- u. Reststoffentsorgung GmbH; Udo Buster, Buster Altöl GmbH; Dr. Thomas Hillebrand, PDR Recycling GmbH Co. KG; Michael Hammes, A. & P. Drekopf GmbH & Co. KG; Thomas Obermeier, TOMM + C, Management + Consulting und Guido Schmidt, KS-Recycling GmbH & Co. KG als Beisitzer einstimmig in den Vorstand.

erschienen am: 2018-10-10 im europaticker



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