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Umweltausschuss billigt Richtlinienvorschlag über Einwegplastik - BDE lobt wichtigen Schritt
Greenpeace weiß jetzt, welche Konzerne uns mit ihrem Wegwerfplastik überschwemmen!

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Mandat für weniger Plastikmüll ist Erfolg für Umwelt und Meere

Die große Mehrheit der Abgeordneten des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments will den Plastikmüll in Umwelt und Meeren angehen und die Flut an Plastikhalmen, Plastikbesteck und Lebensmittelverpackungen aus dem Kunststoff Polystyrol verringern. Im heute abgestimmten Mandat für die Verhandlungen mit dem Rat und der Europäischen Kommission („Trilog“) fordern die Abgeordneten auch Zielmarken für weniger Einwegbecher und Lebensmittelbehälter. Die Verwendung von als biologisch abbaubar gekennzeichneten Kunststoffen, die in Mikroplastik zerfallen, soll stark eingeschränkt werden. Einwegplastik-Produkte machen 70 Prozent der Müllberge in den Ozeanen aus. Die EU-Kommission hat deshalb vorgeschlagen, sechs Einwegprodukte wie Wattestäbchen, Besteck, Teller, Strohhalme ect. zu verbieten, wenn es Alternativen gibt. Voraussichtlich Ende Oktober wird das Plenum über die Vorschläge abstimmen.

Der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V. hat die Zustimmung des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments zum Richtlinienvorschlag zum Thema Einwegplastik als richtiges und notwendiges Votum begrüßt. „Die Entscheidung des Umweltausschusses ist ein wichtiger und richtungsweisender Schritt auf dem Weg zu einer neuen EU-Richtlinie zu Einwegkunststoffen,“ erklärte BDE-Präsident Peter Kurth am Mittwoch in Brüssel.

Am Mittag hatten die Ausschussmitglieder für den überarbeiteten Vorschlag einer neuen EU-Richtlinie über die Verringerung der Auswirkungen bestimmter Kunststoffprodukte auf die Umwelt votiert. Demnach billigte der Ausschuss weitestgehend den Teil des Kommissionsvorschlags zu Produktverboten und zu Vermarktungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen. So sollen künftig Einwegplastikprodukte wie Wattestäbchen, Teller und Besteck, Strohhalme oder Rührstäbchen verboten werden. Mit dem zusätzlichen Verbot von Ultraleichtplastiktüten, oxoabbaubaren Tragetaschen und Getränke- und Lebensmittelverpackungen aus Polystyrol ging der Ausschuss zudem über den Vorschlag der Kommission hinaus. Der EP-Ausschuss forderte zudem die Prüfung von Maßnahmen zum Einsatz eines Mindestanteils von Kunststoffrezyklaten in Produkten.

Genauer wurde der Parlamentsausschuss mit seinen Forderungen zu Getränkeverpackungen: Hier soll der Anteil der Kunststoffrezyklate bis 2025 mindestens 35 Prozent betragen. Der BDE hatte sich bereits im Rahmen des Votums des EU-Parlaments zur Plastikstrategie für eine gezielte Förderung von Kunststoffrezyklaten ausgesprochen, da dadurch das Recycling gefördert und die Kreislaufwirtschaft gestärkt wird.

„Mit der Plastikstrategie hat die Kommission ihre Ambitionen und Ziele zum EU-weiten Umgang mit dem Plastikthema formuliert. Mit dem heute im Ausschuss beschlossenen Richtlinienvorschlag zum Umgang mit Einwegplastik kommen lang erwartete konkrete Maßnahmen auf den Tisch, mit denen diese Ziele erreicht werden können“, so Kurth weiter.

Zugleich mahnte der BDE-Präsident Verbesserungen bei der Getrennterfassung an: „Um das Ziel zur Kunststoffwiederverwendung von 35 Prozent zu erreichen, braucht es jedoch eine bessere, getrennte Sammlung von Kunststoffflaschen. Daher sollen bis zum Jahr 2025 mindestens 90 Prozent der im Umlauf befindlichen Flaschen getrennt erfasst werden. Der BDE begrüßt diese Entscheidung, da es nur so den Entsorgern möglich ist, die Menge und die Qualität bereitzustellen, die für die Hersteller nötig ist, um neue recycelte Kunststoffflaschen herzustellen.“

Darüber hinaus sieht der überarbeitete Vorschlag des EP-Umweltausschusses vor, eine bindende Recycling-Zielvorgabe für in Gewässern verloren gegangene Fischereiausrüstungen einzuführen. Auch dieses Vorhaben findet Unterstützung seitens des BDE.

Zur heutigen Abstimmung im Umweltausschuss über die Reduzierung von Einwegplastik erklärt Karl-Heinz Florenz, CDU-Europaabgeordneter vom Niederrhein, der in der EVP-Fraktion für das Dossier zuständig ist: “Plastikbesteck, Strohhalme, Zigarettenfilter: Rund 140 Millionen Tonnen Plastikmüll schwimmt in unseren Meeren. Die Fläche entspricht ungefähr der Größe Mitteleuropas. Wir müssen jetzt handeln, sonst könnte es bald zu spät sein.

Dazu gehört in erster Linie, dass sich Europa intensiv um innovative und umweltfreundliche Alternativen zu Plastik bemühen muss. Wattestäbchen können auch aus Papier- oder Holz hergestellt sein. Wichtig ist, dass wir unseren Umgang mit dem Kunststoff ändern und weniger Einwegplastik nutzen: Es muss für die Umwelt sicher sein und für die Industrie wirtschaftlich. So schaffen wir zudem neue Arbeitsplätze.

Es geht heute nicht darum die Plastikindustrie zu bestrafen. Schließlich ist der Kunststoff in vielen Bereichen unseres Alltags nicht wegzudenken: Er hilft Lebensmittel länger frisch zu halten, Autos leichter zu machen oder Blutkonserven aufzubewahren. Unser Ziel muss es sein, die Industrie zu Innovationen zu motivieren. Wir müssen die Recyclingqualität und die Wirtschaftlichkeit verbessern. Im Schnitt gehen rund 95 Prozent des Wertes von Plastik verloren, dies sind 70 bis 105 Milliarden Euro pro Jahr.

All dies sind handfeste Gründe, Einwegplastik zu vermeiden und das vorhandene Plastik als wertvollen Rohstoff zu betrachten und besser zu sammeln und zu recyceln.“

Rebecca Harms, Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments, kommentiert: „Das Plastikzeitalter muss ein Ende haben. Wir können Plastikmüllberge und die Vermüllung der Meere mit weniger Einwegprodukten und besserem Produktdesign eindämmen. Wir brauchen auch die Plastiksteuer, um Anreize für innovative Produkte und weniger Plastikverpackungen zu setzen."

Greenpeace weiß jetzt, welche Konzerne uns mit ihrem Wegwerfplastik überschwemmen!

Die weltweit größten Plastikverschmutzer sind Coca-Cola, PepsiCo und Nestlé!

Sie sind mitverantwortlich dafür, dass jede Minute eine LKW-Ladung Plastik ins Meer gelangt und unsere Städte, Wälder und Flüsse mit Wegwerf-Plastik überschwemmt werden.

Wie haben wir das herausgefunden? In den letzten Wochen räumten Freiwillige von Greenpeace und anderen Organisationen weltweit auf: Sie sammelten Wegwerfplastik an 238 Orten auf 6 Kontinenten. Sie analysierten die einzelnen Teile – über 187.000! – und ordneten sie in sorgfältiger Kleinarbeit den Herstellern zu.

Wir haben den Plastikmüll auch analysiert. Am häufigsten wurden Teile aus Polystyrol gefunden, das in Take-Away-Verpackungen, Plastikbechern oder Styropor verwendet wird. Dicht darauf folgen Teile aus Polyethylen (PET), das von Getränkeflaschen stammt. Nicht zufällig gehören die größten Verschmutzer zu den bedeutendsten Marken im PET-Bereich.

Stoppen wir die Verschmutzung! Konzerne haben zu lange die Verantwortung für die weltweite Plastikflut auf Gemeinden sowie Konsumentinnen und Konsumenten abgeschoben. Damit muss jetzt Schluss sein! Sie haben es in der Hand, in welcher Verpackung die Produkte auf den Markt kommen und nicht wir.

erschienen am: 2018-10-10 im europaticker



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