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Insgesamt 20 Big-Bags wurden in der Freimessungsanlage des KWO geprüft, dabei wurden
alle Grenzwerte eingehalten

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Kontrolle Rückbaumaterial gemäß Handlungsanleitung im KWO Obrigheim

Deponietechnik, Deponiebau und der Betrieb von Entsorgungsanlagen ist aufwändig und erfordert ein hohes Maß an Fachwissen und Erfahrung. Vor diesem Hintergrund waren 35 Deponietechniker aus BadenWürttemberg und ein Teilnehmer aus Bayern dieser Tage zu Gast auf der Deponie Sansenhecken in Buchen. Sie vertraten damit 14 Stadt und Landkreise. Bei diesen Deponietechnikertreffen, das zwischenzeitlich zum zwölften Mal und nun zum ersten Mal in Buchen stattgefunden hatte, geht es um Erfahrungsaustausch, neue Erkenntnisse und um persönlichen Kontakt.

Der Betrieb einer Deponie wird immer aufwändiger, anstehende Baumaßnahmen nehmen fortwährend an Komplexität zu und stellen die Betreiber vor immer größere Herausforderungen. Nach der Begrüßung durch AWNGeschäftsführer Dr. Ginter führte Thomas Gambke, Bereichsleiter Abfallwirtschaft bei der AWN, in das Thema ein. Bei einer Deponiebesichtigung informierten der technische Leiter Harald Schäfer und Deponieleiter Benno Ehmann über verschiedenen Baumaßnahmen, Christian Gramlich und Manuel Müller waren die kompetenten Ansprechpartner auf dem Biomassezentrum. Die Teilnehmer waren beeindruckt von der Vielfalt des Entsorgungszentrums Sansenhecken: Neben der Deponie und Wertstoffhof war für viele die Kombination mit den Bereichen „Herstellung von Pflanzenkohle und Nährhumus“ buchstäbliches Neuland.

Am 11.10.2018 hatte die EnBW bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mbH (AWN) eine Charge über ca. 9 Tonnen Rückbaumaterial angemeldet. Gemäß der im Sommer 2015 vorgestellten Handlungsanleitung muss diese kontrolliert und für den Einbau in die Deponie Sansenhecken in Buchen freigegeben werden.

Zu diesem Kontrolltermin am 23. Oktober hatte die EnBW in Abstimmung mit allen Beteiligten, nämlich der Aufsichtsbehörde (Umweltministerium Baden-Württemberg), dem Deponiebetreiber (AWN) und deren jeweiligen Gutachter (TÜV-Süd und Öko-Institut e. V.) zu einem Pressetermin ins KWO nach Obrigheim eingeladen. Hier hatten die Presse- und Rundfunkvertreter die Möglichkeit, das Verfahren genau kennenzulernen, den Vorgang in der Messanlage „live“ zu erleben und eben auch zu dokumentieren.

Im Besucherzentrum konnte Jörg Michels, Vorsitzender der Geschäftsführung EnBW Kernkraft GmbH, die Pressevertreter begrüßen und führte in das Thema ein. Ebenfalls anwesend waren die Vertreter der Aufsichtsbehörde, Gerrit Niehaus und Dr. Manfred Loistl vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, sowie den AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter sowie Christian Küppers, Gutachter des Öko-Institutes. „Der Schutz von Mensch und Umwelt steht beim Rückbau unserer Kernkraftwerke und bei der vorgeschriebenen Entsorgung von Reststoffen stets im Mittelpunkt“, so Michels. Die Vertreter der Aufsichtsbehörde erläuterten die gesetzlichen Hintergründe, insbesondere auch das 10-Mikrosivert-Konzept. Sie verwiesen auch auf die „Handlungsanleitung zur Entsorgung von freigemessenen Abfällen auf Deponien in Baden-Württemberg“, erarbeitet unter der Federführung des Landkreistages Baden-Württemberg und des Städtetages unter Beteiligung des Umweltministeriums, das den Prozess der Kontrolle dieses Rückbaumaterials bis hin zur Anlieferung an geeignete Deponien regelt. Dr. Mathias Ginter von der AWN wies nochmals darauf hin, dass die Deponie Sansenhecken die gesetzliche Pflicht habe, das freigemessene Material aus dem KWO anzunehmen. Es sei sichergestellt, dass es für die Bevölkerung keinerlei zusätzliche Belastung geben würde. Christian Küppers vom Öko-Institut gab einen Überblick über die natürlichen und künstlichen Strahlungsquellen, denen jeder Mensch ausgesetzt ist. Diese variiere je nach Wohnort und Lebensgewohnheit zwischen 1.000 und 10.000 Mikrosievert, die mittlere Dosis in Deutschland liege bei 2.100 Mikrosievert.

Anschließend wurden den Medienvertretern in der Halle mit Messanlage die Prüfverfahren erläutert. Neben den Technikern der EnBW kontrollieren die von der Aufsichtsbehörde bestellten Sachverständigen (TÜV-Süd) ebenfalls und zu 100% den Messvorgang. Die AWN als Deponiebetreiber kann zusätzlich noch einen eigenen Gutachter bestellen. Insgesamt 20 Big-Bags wurden in der Freimessungsanlage des KWO geprüft, dabei wurden alle Grenzwerte eingehalten. Zusätzlich nahm Dr. Thomas Wilhelm von TÜV Süd mit einem eigenen Messgerät, einem In-situ-Gammaspektrometer, weitere Messung vor. Anschließend wurden die vom TÜV einzeln verplombten Bigbags in einen Container transportiert, der ebenfalls verplombt wurde. Die Prüfergebnisse werden nun an die Aufsichtsbehörde weitergeleitet.

erschienen am: 2018-11-06 im europaticker



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