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BUND, LNV und NABU: Chancen für Hochwasserschutz und Natur beim Polder Bellenkopf/Rappenwört nutzen

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Wiederanbindung des Rückhalteraums an den Rhein ist wesentlicher Planungsbestandteil

Forderungen nach Abtrennung des Fermasees und Beschränkung der ökologischen Flutungen stehen im Widerspruch zu Zielen des Naturschutzes und würden das Genehmigungsverfahren um Jahre verzögern. Hochwasserschutz und die Wiederherstellung von Auenlebensräume fördern sowie die Eingriffe in die Natur bestmöglich minimieren, für diese Ziele engagieren sich die Naturschutzverbände BUND, LNV und NABU seit Jahren. So jetzt auch beim Nacherörterungstermin zum Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört am 7. und 8. November in Rheinstetten.

"Die beste Lösung für den Rückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört um Hochwasserschutz und die Wiederherstellung naturnaher Auen wäre die Dammrückverlegung. Nur eine Dammrückverlegung garantiert die volle Wiederherstellung des natürlichen Abflussgeschehens sowie eine Wiederanbindung des Rückhalteraums an des Rheinstrom und vermeidet Beeinträchtigungen für Durchströmung und den Austausch von Tieren und Pflanzen durch technische Bauwerke", erneuert der Regionalgeschäftsführer des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Hartmut Weinrebe die Position der Naturschutzverbände. Das Land habe jedoch einen gesteuerten Polder mit ungesteuerten ökologischen Flutungen beantragt. Diesen Antrag begleiten BUND, LNV und NABU kritisch und konstruktiv.

"Die im Planfeststellungsantrag vorgesehenen ungesteuerten ökologischen Flutungen sind unverzichtbar für die Anpassung der Lebensgemeinschaften aus Tieren und Pflanzen", betont Artur Bossert, Vorsitzender der Gruppe Karlsruhe des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). "Forderungen, die ökologischen Flutungen einzuschränken sind zurückzuweisen. Im Übrigen müsste dann die Umweltplanung neu erstellt werden, dies würde das Projekt um Jahre zurückwerfen."

"Wir fordern die Planer auf, vermeidbare Eingriffe zu unterlassen, dies betrifft insbesondere den Neubau des Hochwasserdammes XXV, der zukünftig keine Schutzfunktion mehr erfüllen wird sowie die Hermann-Schneider-Allee", bekräftigt Klaus-Helimar Rahn, Sprecher des Arbeitskreis Karlsruhe des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg.

"Eingriffe in den Auwald durch neue Dammbauwerke sind überall wo dies vermeidbar ist zu unterlassen. Wir sehen große Potenziale zur Eingriffsminimierung und fordern das Land auf, diese zu ergreifen. Dass eine differenzierte Planung einzelner Dammabschnitte möglich ist, beweist das Land im Übrigen derzeit bei den Planungen zur Sanierung der Rheindämme beim Rheinhafendampfkraftwerk und der MiRO", ergänzt Rahn.

Im Raum stehende Forderungen, den Fermasee aus dem Rückhalteraum auszuschließen und mit einem Damm abzutrennen weist Ludwig Schulz, Vorsitzender des BUND Rheinstetten nachdrücklich zurück: "Wer die Herausnahme des Fermasees fordert, nimmt dabei ein riesige technische Bauwerke mitten durch wertvollste Bereiche des Naturschutzgebiets Altrhein Neuburgweier in Kauf. Diese Überlegungen sind aus Naturschutzgründen unbedingt zurückzuweisen. Auch ist es weder Inhalt noch Ziel der Wasserrahmenrichtlinie, Gewässer in der Aue vom zugehörigen Fluss abzutrennen."

Die Naturschutzverbände erhoffen sich eine sachliche Diskussion beim Erörterungstermin, Fortschritte auf dem Weg zur Umsetzung des Rückhalteraums sowie insbesondere Zusagen des Landes, bei der Detailplanung die Minimierung von Eingriffen zu berücksichtigen.

erschienen am: 2018-11-07 im europaticker



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