europaticker:
An mehreren deutschen Greenpeace-Standorten fanden heute Hausdurchsuchungen statt
Die Nachwirkung eines friedlichen Greenpeace-Protests im Juni 2018.

..................

Nach Protest an der Siegessäule: Hausdurchsuchung bei Greenpeace

Am 26. Juni protestierten Greenpeace-Aktivisten in Berlin mit viel Einsatz für „Sonne statt Kohle“: Mit Wasserfarbe verwandelten sie den Verkehrskreisel um die Siegessäule in ein gelbes, weithin sichtbares Sonnensymbol. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft den Beteiligten nun einen „gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr“ vor. Deswegen kam es heute an mehreren deutschen Greenpeace-Standorten und in Privatwohnungen zu Hausdurchsuchungen.

Bei dem Protest an der Siegessäule handelte es sich um eine friedliche Aktion zum Start der Kohlekommission, die der Bundesregierung ihre Verantwortung für den Schutz des Klimas mit großer Deutlichkeit vor Augen führte. Die Kosten der Reinigungsmaßnahmen hat Greenpeace vollumfänglich beglichen und zu jeder Zeit mit den Behörden zusammengearbeitet. „Fast vier Monate später mit viel Aufwand unsere Büros zu durchsuchen ist völlig unverhältnismäßig“, sagt Greenpeace-Sprecher Christian Bussau.

Scharfer Protest gegen die Maßnahme

Greenpeace protestiert scharf gegen die Durchsuchungen. „Wir sehen darin den Versuch, Greenpeace einzuschüchtern und bunten, friedlichen Protest zu unterdrücken“, so Bussau weiter. „Wir gehen mit allen juristischen Mitteln dagegen vor.“

Während die Bundesregierung ihre Verantwortung im Kampf gegen die Erderhitzung nicht wahrnimmt und ihre Klimaziele für 2020 bereits aufgegeben hat, betreibt Greenpeace aktiven Klimaschutz. Seit 40 Jahren setzen Greenpeace-Aktivisten friedliche Protestaktionen um, Maßnahmen wie die heutigen sind in der Geschichte der Umweltorganisation beispiellos und empörend. Fast 600.000 Förderer unterstützen die Arbeit von Greenpeace Deutschland für den Schutz der Umwelt und damit unserer Lebensgrundlagen. „Von dieser Arbeit werden wir uns nicht abbringen lassen“, sagt Christian Bussau.

Durchsuchungen bei Greenpeace kommentiert Lorenz Gösta Beutin, Klimapolitiker der Linken im Bundestag: "Die Durchsuchungen sind eine völlig überzogene Maßnahme von Polizei und Staatsanwaltschaft. War das Verteilen der Farbe wie vorgeworfen ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, dann sind die Durchsuchungen ein gefährlicher Eingriff in die freie Meinungsäußerung. Nicht das Verkippen von Farbe ist gefährlich und teuer, sondern das Verpesten von Klima und Umwelt mit CO2 und Schadstoffen.

Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, die Kriminalisierung von Klimaschützern ist ein Unding und muss sofort aufhören.

Aktionen zivilgesellschaftlichen Ungehorsams wie an der Siegessäule sind ein Ausdruck gelebter Demokratie, in Zeiten von Klimawandel und Politikverdrossenheit darf der legitime Einsatz für Umwelt und Allgemeinwohl nicht unnötig verfolgt werden."

erschienen am: 2018-11-07 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken