europaticker:
Umweltministerin Anja Siegesmund: So erhalten wir unseren Naturschatz in der Gipskarstregion

..................

Winkelberg wird Naturschutzgebiet im Südharz

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund hat die Ausweisung des Winkelberges bei Nordhausen als Naturschutzgebiet verkündet. Mit dem Winkelberg wird ein besonders artenreicher Teil (rund 20 Hektar) der Rüdigsdorfer Schweiz geschützt. Dazu erklärte Anja Siegesmund, Umweltministerin: „Ich freue mich sehr, dass wir ein ganz besonderes Stück Natur unter Schutz stellen können. Der Winkelberg gehört zur imposanten Gipskarstregion des Thüringer Südharzes – diesen Schatz vor der Haustür wollen wir für die Region bewahren. Was viele nicht wissen: Die Südharzer Gipskarstlandschaft ist einer von 30 bundesweiten ‚Hotspots der biologischen Vielfalt‘ und gehört zum größten und bedeutendsten Gipskarstgebiet Mitteleuropas. Ich danke den vielen Akteuren vor Ort, die sich gemeinsam mit uns für den Winkelberg engagiert haben.“

Dagmar Becker (SPD) zur Südharzer Gipskarstlandschaft: Kein Quadratmeter für die Gipsindustrie!

Dagmar Becker, Bundesvorstand BUND und MdL (SPD) ergänzte: „Die Region hat lange für diese Entscheidung gekämpft. Der alte Gipskompromiss war nie richtig tragfähig und ist endgültig überholt. Den Menschen in der Region bleibt die Schönheit des Winkelbergs erhalten.“

Die Gipskarstlandschaft Questenberg ist ein Naturschutzgebiet in den Gemeinden Südharz und Berga und der Stadt Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt.  Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG 0166 ist rund 3891 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Buntsandstein- und Gipskarstlandschaft bei Questenberg im Südharz“ und größtenteils vom Landschaftsschutzgebiet „Harz und Vorländer“ umgeben. Das Gebiet steht seit 1996 unter Schutz (Datum der Verordnung: 26. Juni 1996). In ihm sind die 1961 ausgewiesenen Naturschutzgebiete „Bauerngraben“ und „Mooskammer“ aufgegangen. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Mansfeld-Südharz.

Zu der Aktuellen Stunde „Südharzer Gipskarstlandschaft für Mensch und Natur sichern“ im Plenum des Thüringer Landtages erklärt Dagmar Becker, die Sprecherin für Naturschutz der SPD-Fraktion:„Die Ausweisung des Naturschutzgebietes am Winkelberg in der „Rüdigsdorfer Schweiz“ als ein Naturschutzgebiet zum 13. November begrüße ich außerordentlich. Damit ist zumindest der Winkelberg vor der endgültigen und dauerhaften Zerstörung durch die Gipsindustrie geschützt. Der Gipskarst ist einmalig. Jeder Quadratmeter, der in die Fänge der Gipsindustrie gelangt, ist meiner Meinung nach einer zu viel. Deshalb bin ich auch mit der aktuellen Fassung des Regionalplans Nordthüringen, der noch bis morgen für die Öffentlichkeitsbeteiligung ausliegt, alles andere als zufrieden.“

Dort werden Flächen für den Gipsabbau erweitert oder sogar zusätzlich ausgewiesen, sodass insgesamt 672 ha als Vorranggebiet für die Rohstoffgewinnung vorgesehen werden. „Der Regionalplanentwurf ist damit nichts anderes, als ein Bekenntnis zur weiteren Zerstörung der einmaligen Gipskarstlandschaft. Wir haben eine Verantwortung für die kommenden Generationen, der wir damit nicht gerecht werden.“

Für die Sprecherin für Naturschutz wäre der beste Weg, die Südharzer Gipskarstlandschaft für Mensch und Natur dauerhaft zu sichern, ein länderübergreifendes Biosphärenreservat gemeinsam mit Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und weitere Naturschutzgebiete in der sensiblen Region auszuweisen.

Hintergrund:
Bereits 2016 war die Ausweisung des Winkelbergs als Naturschutzgebiet (NSG) eingeleitet worden und wurde jetzt vom Landesverwaltungsamt umgesetzt. Die entsprechende Verordnung zum Winkelberg soll am 12. November 2018 im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht und damit rechtskräftig werden. Das Naturschutzgebiet ist geprägt durch wertvolle Lebensräume, wie z. B. kalk- oder basenhaltige Felsen mit Kalk-Pionierrasen, Kalkschutthalden, insektenreiche Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen sowie extensive Mähwiesen. Sie sollen durch geeignete Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen erhalten und gefördert werden.

Das Naturschutzgebiet ist geprägt durch wertvolle Lebensräume, wie z. B. kalk- oder basenhaltige Felsen mit Kalk-Pionierrasen, Kalkschutthalden, insektenreiche Trespen-Schwingel-Kalk-Trockenrasen sowie extensive Mähwiesen. Sie sollen durch geeignete Bewirtschaftungs- und Pflegemaßnahmen erhalten und gefördert werden.
Im Koalitionsvertrag der regierungstragenden Parteien heißt es auf Seite 39: „Um die weltweit einzigartigen Gipskarstlebensräume des Südharzes dauerhaft zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung der Region zu fördern, wird die neue Landesregierung die Ausweisung eines länderübergreifenden Biosphärenreservates gemeinsam mit den Bundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt anstreben. Zur Vorbereitung der Ausweisung des Biosphärenreservates wird die Landesregierung einen umfassenden moderierten Diskussionsprozess mit den Einwohnerinnen und Einwohnern der Region und allen betroffenen Interes­sengruppen führen. Hierzu soll der Naturpark „Südharz“ in öffentliche Trägerschaft überführt werden.“

:

erschienen am: 2018-11-07 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken