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BDE-Präsident Kurth: Keine Lösung der Klimaprobleme ohne Kreislaufwirtschaft
MdEP Peter Liese: Deutschland und Europa müssen Vorreiter sein

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Klimakonferenz in Kattowitz: Deutsche Kreislaufwirtschaft präsentiert sich im Deutschen Pavillon

Wenn Politiker und Experten an diesem Montag zur 24. UN-Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz zusammenkommen, dann wird auch die deutsche Kreislaufwirtschaft prominent vertreten sein. Der Eröffnungstag im Deutschen Pavillon wird geprägt durch eine hochrangige Diskussion des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e. V.
 
In der Halle E am Stand 11 diskutieren heute Vertreter von BDE-Mitgliedsunternehmen zum Thema „Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“ und sprechen dabei nicht nur über Chancen und Herausforderungen beim Wandel einer linearen Wirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft, sondern auch über bisher Erreichtes. BDE-Präsident Peter Kurth moderiert die Diskussion, an der Rolf Kaufmann, Vizepräsident der EEW Energy from Waste GmbH, Michael Wiener, CEO der DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG, sowie Herwart Wilms, Geschäftsführer von REMONDIS, teilnehmen.
 
Kurth erklärte vor Beginn der Klimakonferenz: „Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass die deutsche Kreislaufwirtschaft mit einer Veranstaltung den Auftakt zur Weltklimakonferenz im Deutschen Pavillon bildet. Die Erkenntnis, dass die großen globalen Herausforderungen der Menschheit, Klimawandel, Energiewende und Ressourcenschonung, nur zu lösen sind, wenn Kreislaufwirtschaft international etabliert wird, setzt sich mehr und mehr durch. Wenn die Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius wirklich erfolgreich sein soll, dann müssen wir den CO2-Ausstoß senken. Dazu ist es nötig, künftig anders zu produzieren und zu konsumieren. Unsere Systeme müssen weiterentwickelt werden, vom Verbrauchen hin zum Gebrauchen, von einer linearen Wirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Da, wo es möglich ist, müssen wir das Recycling weiter forcieren und einen Markt für Rezyklate schaffen. Die thermische Verwertung als Teil einer modernen Kreislaufwirtschaft muss schnellstmöglich die Deponierung von Siedlungsabfällen ablösen. Es ist deshalb unverständlich, dass die EU davor zurückschreckt, endlich ein Zieldatum für die Beendigung der Deponierung von Siedlungsabfällen zu beschließen. Ein solches Datum ist unverzichtbar, um in jedem EU-Land das Fundament für den Aufbau von Anlagen zur stofflichen und thermischen Verwertung zu setzen. Wir begrüßen, dass Deutschland Kreislaufwirtschaft zum Gegenstand der internationalen Zusammenarbeit machen will. Know-how und Technologie sind da. Sie müssen weltweit zum Einsatz kommen.“
 
In Deutschland gingen die Treibhausgasemissionen in den Jahren zwischen 1990 und 2015 um insgesamt rund 350 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Davon entfiel mit einem Rückgang von 38 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Jahr 1990 auf nur noch 12 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr 2015 mit 67 Prozent die deutlichste Minderung auf den Bereich der Abfallwirtschaft. „Daran wird deutlich, dass Ökologie und Ökonomie einander nicht ausschließen, sondern in Einklang zu bringen sind. Somit gilt es auch, die Pionierleistung der deutschen Recyclingwirtschaft bei dieser Konferenz hervorzuheben. Wir werden in Kattowitz das Gespräch mit allen Interessierten suchen und dabei deutlich machen, dass der Einsatz von Recyclingrohstoffen einen unverzichtbaren, ja wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet“, so Kurth.

Peter Liese: Deutschland und Europa müssen Vorreiter sein bei neuen Klimaschutztechnologien wie CO2-freier Stahlproduktion und Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre

„Deutschland und Europa müssen Vorreiter sein bei neuen Technologien, die es ermöglichen, Industrie und Klimaschutz endgültig zu versöhnen.“ Dies erklärte der umweltpolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten) Dr. Peter Liese anlässlich der am Montag beginnenden Klimakonferenz im polnischen Kattowitz. „Wir müssen der Welt zeigen, dass es möglich ist die CO2-Emissionen auf praktisch null zu reduzieren, ohne Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätze zu gefährden. Dazu brauchen wir nicht nur die bisher vorhandenen erneuerbaren Energien und verstärkte Anstrengungen in Energieeffizienz, sondern ganz neue technologische Ansätze. Es wird innerhalb der energieintensiven Industrie wie Stahl und Zementindustrie jetzt ernsthaft darüber diskutiert, wie man mit technologischen Durchbrüchen die Klimaverträglichkeit sichern kann. So werden ganz konkret CO2-freie Stahlwerke geplant und auch die Zementindustrie überlegt wie sie den Prozess klimaneutral gestalten kann. Außerdem gibt es Überlegungen CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen. Zum Beispiel durch die Produktion von Carbonfasern, die zunächst stofflich genutzt werden und anschließend deponiert werden. Diese Technologien müssen wir dringend massiv fördern. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen stimmen, d.h. es muss zum Beispiel durch einen angemessenen Preis beim Emissionshandel klar sein, dass diejenigen, die nicht in diese neuen Technologien investieren auf Dauer die Verlierer sind und die, die investieren wirtschaftlich erfolgreich sein werden. Durch die Reform des Emissionshandels haben wir einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Während der Preis viele Jahre bei fünf Euro gedümpelt hat, hat er sich jetzt auf 20 Euro vervierfacht und eine weitere Steigerung ist zu erwarten“, so Liese.

Die Europäische Kommission hatte am vergangenen Dienstag Strategien vorgelegt, wie man es schaffen kann bis zur Mitte des Jahrhunderts nur noch so viele Emissionen zu produzieren, wie an anderer Stelle zum Beispiel durch Wachstum von Wäldern, bessere Bewirtschaftung von Böden und eben Technologien zur Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre kompensieren kann.

Die 24. UN-Weltklimakonferenz in Kattowitz dauert bis zum 14. Dezember 2018.

Vor Weltklimakonferenz: Greenpeace-AktivistInnen in Slowakei wegen Kohleprotest in U-Haft
Im polnischen Kattowitz hat die 24. Weltklimakonferenz begonnen

erschienen am: 2018-12-03 im europaticker



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