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Eigenmächtig abgestellt: der „Flight Manager“ des Jagdgeschwaders „Richthofen“

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Ostfriesische "Windbarone" im Visier der Staatsanwaltschaft

Heinz B. aus Westerholt im Landkreis Wittmund ist neben Johann E. – ebenfalls aus Westerholt – einer der bekanntesten „Windbarone“ in Ostfriesland. Beide sind Betreiber mehrerer Enercon-Windparks und mit ihren verschachtelten Firmen wie Freesen-Wind und der Norderlandgruppe breit aufgestellt. B. und E. sind gut mit den Lokalpolitikern der Samtgemeinde Holtriem, zu der Westerholt gehört, und darüber hinaus vernetzt. Deutlich wird das an der großen Zahl der Windkraftanlagen im Gemeindegebiet. Die Holtriemer Ratsmitglieder stellten per mehrheitlicher Abstimmung die Windkraftflächen im Flächennutzungsplan zur Verfügung und sind teilweise auch an einigen Windkraftanlagen der beiden Investoren als Kommanditisten finanziell beteiligt.

Bekannt wurden die Firmeninhaber auch durch rigoroses, oder wie Kritiker meinen, rücksichtsloses Geschäftsgebaren. So wurden z.B. im Landkreis Aurich unerlaubt alte Bäume mit Höhlen, die für Fledermäuse geeignet sind (sog. Habitatbäume) für einen Windpark gefällt; in einem anderen Fall wurde Bodenaushub rechtswidrig beim Bau einer Windkraftanlage in Utarp/LK Wittmund abgelagert. Bei der Staatsanwaltschaft in Aurich sind beide keine Unbekannten.

Eigenmächtig abgestellt: der „Flight Manager“ des Jagdgeschwaders „Richthofen“

Nun hat Heinz B. möglicherweise überzogen: Die Lokalzeitung „Anzeiger für Harlingerland“ aus Wittmund berichtete am 29. November 2018 über einen Eingriff in die militärische Flugsicherheit durch Heinz B. (siehe unten). Dieser stellte eigenmächtig den „Flight-Manager“ seiner Windkraftanlagen ab. Damit können die Anlagen bei Bedarf kurzzeitig von der Flugsicherung der nahe gelegenen Luftwaffenbasis des Jagdgeschwaders „Richthofen“ in Wittmundhafen deaktiviert werden, wenn die Rotoren das Radar stören. Vielleicht waren es ja ehrenwerte Motive, die Heinz B. zum Abschalten des Flight-Managers bewogen: Je mehr seine Windkraftanlagen laufen, umso mehr soll angeblich CO2 eingespart werden. Das stimmt zwar in der Realität nicht und ist für das „Klima“ völlig unerheblich (abgesehen vom „Klima“ auf den Geschäftskonten), wird aber immer gerne als Argument benutzt. Oder war es nur der befürchtete entgangene Profit aus der gesetzlich garantierten Einspeisevergütung des Windstromes, wenn sich die Anlagen weniger drehen? Wie dem auch sei, nun ermittelt der Staatsanwalt gegen Heinz B.; ein Eingriff in die Sicherheit des Luftverkehrs ist eben kein Kavaliersdelikt.

Schon mal auf dem Schirm der Staatsanwaltschaft

Öffentlich Aufmerksamkeit bekam Heinz B. auch im Oktober 2014 bei einem Überfall in seiner Privatwohnung in Westerholt. Mehrere maskierte Täter drangen mit Reizgas in seine Wohnung ein. Er wurde dabei laut Polizeiberichterstattung verletzt, Teile der Wohnung wurden mit Baseballschlägern demoliert. Es sah nach einer Einschüchterung aus. B. setzte eine Belohnung von ungewöhnlichen hohen 50.000 Euro (!) zur Ergreifung der Täter aus. Der Überfall soll bis heute nicht aufgeklärt worden sein.

Auch Johann E. Bruder Günther, Investor in Offshore-Windparks, geriet in den Fokus der Staatsanwaltschaft durch Finanzspekulationen mit einem Offshore-Windpark in dreistelliger Millionenhöhe . Das Magazin „Der Spiegel“ berichtete 2011 darüber: Windige Spekulation – Die Millionengeschäfte eines ostfriesischen Geschäftsmanns zeigen, welche Goldgräberstimmung in der jungen Branche herrscht.

Beide Brüder waren nach Insiderinformationen wegen unterschiedlicher Geschäftsauffassungen verfeindet. Günther E. warnte in einer öffentlichen Zusammenkunft von Windkraftkritikern am 26. Juni 2015 in Neuschoo, Samtgemeinde Holtriem, eindringlich vor den Gefahren des tieffrequenten Infraschalls, im Beisein seines Bruders Johann. Anwesend waren auch Ratsmitglieder und der damalige Bürgermeister, Holger Heimann (SPD), heute Landrat in Wittmund. Den kurzen Video-Mitschnitt können Sie hier ansehen: https://www.youtube.com/watch?v=YLS4tCT9rxg

Drei Monate später war Günther E. tot. Am 10. September 2015 stürzte er mit seinem von ihm selbst gesteuerten Flugzeug aus bisher unbekannten Gründen aus niedriger Höhe bei Könnern in Sachsen-Anhalt ab. Die Bild-Zeitung titelte am 16. Sept. 2015: FLUGZEUGABSTURZ BEI KÖNNERN – POLIZEI SCHLIESST VERBRECHEN NICHT Aus – Der Todesflug des Multimillionärs Die Untersuchungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung dazu sollen immer noch nicht abgeschlossen sein.

Quelle: Wattenrat

Weil im Windkraftgeschäft inzwischen riesige Summen bewegt werden, sprechen Kritiker schon seit Jahren von „mafiaähnlichen“ Strukturen in der sehr gewinnbringenden Windbranche. Die echten Krimis an der windreichen Küste muss man also gar nicht erst erfinden.

erschienen am: 2018-12-04 im europaticker



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