europaticker:
vbw: Gute Ausgangsposition – Fahrverbote müssen unterbleiben

..................

Zukunft der Automobilindustrie in Bayern

„Umweltschutz ist wichtig – aber eine Wirtschaft, die unseren Wohlstand und unsere Arbeitsplätze sichert, auch! Umweltpolitik und Wirtschaft müssen deshalb zusammen betrachtet werden und dürfen nicht gegeneinander arbeiten“, sagte Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. anlässlich eines vbw Kongresses zur Umweltpolitik in der 19. Legislaturperiode. Brossardt hob hervor, dass eine erfolgreiche Wirtschaft die beste Voraussetzung für nachhaltigen Umweltschutz ist. „Ziel dabei ist es, einen angemessenen Ausgleich zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interessen zu schaffen.“

Um dieses Ziel zu erreichen, müsse man sich nach Ansicht der vbw an verschiedenen Leitlinien orientieren. „Umweltschutz muss bezahlbar sein, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft nicht durch überzogene umweltpolitische Vorgaben zu schwächen. EU-Recht ist Eins zu Eins umzusetzen und eine deutsche Vorreiterrolle in der Umweltpolitik zu Lasten der Unternehmen ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll“, sagte Brossardt.

Die vbw fordert, dass sich Umweltvorschriften an der Praxis orientieren müssen. „Technologieoffenheit ist entscheidend, damit Bayern beispielsweise globale Leitregion der Mobilität bleibt. Des Weiteren müssen wir die unternehmerische Eigenverantwortung stärken, damit neue überflüssige Verpflichtungen im Umweltrecht nicht immer neue Lasten in Form von technischen Nachrüstungen oder Berichts- und Darlegungspflichten bringen. Dabei bestehen bereits schon viele gesetzliche Vorgaben auf europäischer, nationaler und regionaler Ebene“, so Brossardt.

vbw: Gute Ausgangsposition – Fahrverbote müssen unterbleiben / Hatz: „Strukturvorteile in den Veränderungsprozessen“

„Die Automobil- und Zulieferindustrie sind für Bayern und Niederbayern von essenzieller Bedeutung“, so Wolfram Hatz, vbw Bezirksgruppenvorsitzender der Region Niederbayern, im Rahmen eines Pressegesprächs über die Chancen und Herausforderungen der Automobil- und Zulieferindustrie in Niederbayern. Hatz: „Gegenwärtig befindet sie sich in einem großen Strukturwandel, mit guten Chancen und verschiedenen Herausforderungen zur gleichen Zeit, zum Beispiel beim vernetzten und autonomen Fahren, bei der technologischen Entwicklung von Antriebssystemen und neuen Geschäftsmodellen wie Carsharing. Um weltweit Leitregion für das Automobil zu bleiben, müssen wir den Wandel bei den Antriebstechnologien als Innovationsführer aktiv gestalten.“

In zwei aktuellen Studien haben die Verbände bayme vbm und vbw analysiert, wie sich die Veränderungen auf die bayerische Automobil- und Zulieferindustrie auswirken. In den nächsten zehn Jahren ist ein weiteres Wachstum möglich, das maßgeblich auch noch von Autos mit Verbrennungsantrieb getragen wird, bevor sich neue Antriebstechnologien in Größenordnungen durchsetzen. „Das ist ein weiterer Grund, die Diesel-Debatte endlich zu beenden. Die ganze Diskussion um eine Technologie, in der Deutschland weltweit führend ist, gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen und bayerischen Automobilstandortes. Diesel-Fahrverbote sind kontraproduktiv, wir lehnen sie strikt ab. Handwerk und Gewerbe sind auf umfassende Transportmöglichkeiten existenziell angewiesen. Er wird auch unter dem Aspekt des Klimaschutzes eine entscheidende Rolle spielen und darf nicht verteufelt werden. Mit der CO2-Gesetzgebung in Europa sind wir auch mittelfristig auf moderne Diesel-Motoren angewiesen. Der Weg zu einer emissionsarmen Mobilität führt nicht über Quoten und Verbote, sondern über innovationsfreundliche Rahmenbedingungen – etwa für die Elektromobilität oder das autonome Fahren“, so Hatz.

Beide Studien zeigen, dass bayerische Unternehmen im kommenden Jahrzehnt im Bereich der konventionellen Antriebe mit dem Markt weiter wachsen werden. Parallel müssen wir alternative Antriebstechnologien entwickeln und Elektro- und Hybridantriebe sowie Automatisierung und Vernetzung voranbringen. „Der konventionelle reine Verbrennungsantrieb steht also nicht vor dem Aus, sondern es wird eine lange Anpassungszeit mit relativ hohen Marktanteilen geben. Gleichzeitig haben die bayerischen Unternehmen im weltweiten Vergleich bei Elektro- und Hybridantrieben sowie Automatisierung und Vernetzung überdurchschnittliche Anteile. Wir müssen sie dabei unterstützen, diesen Strukturvorteil jetzt zu nutzen“, betonte Hatz.

In Niederbayern sind Betriebe mit weit über 30.000 Beschäftigten allein mit der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen beschäftigt. Der Anteil an der Industriebeschäftigung beträgt 25,1 Prozent. Damit liegt Niederbayern auf Platz zwei aller Regierungsbezirke im Automobil- und Zulieferbereich. „Viele kleinere oder mittelständische Unternehmen, die in ihrem jeweiligen Segment zu den Marktführern zählen – wie auch ‚Global Players‘ – sind im ländlichen Raum beheimatet und schaffen insgesamt eine hohe Wertschöpfung. Um dieses hohe Niveau zu halten, ist es unbedingt notwendig, den Auswirkungen des Fachkräftemangels entgegen zu wirken. Derzeit sind in Niederbayern rund 950 Stellen aus dem Bereich ‚Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufe‘ unbesetzt – das kann sich langfristig hemmend auf die Standortattraktivität auswirken. Hier ist die vbw gemeinsam mit der Bayerischen Staatsregierung aktiv geworden und hat erst vor kurzem eine bayernweite Vereinbarung für ein Fachkräfteprogramm ins Leben gerufen, die Initiative Fachkräftesicherung+“, so Hatz.

Um die Automobilindustrie zukunftssicher zu machen und Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung zu sichern, fordert die vbw für den Strukturwandel eine gemeinsame Innovationsstrategie von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. „Wir müssen uns den Herausforderungen stellen, damit der Freistaat weltweit Leitregion für das Automobil bleibt und den Wandel bei den Antriebstechnologien als Innovationsführer aktiv gestaltet. Die Herausforderungen sind groß, die Chancen sind es aber ebenfalls – nutzen wir sie“, forderte Hatz.

erschienen am: 2018-12-04 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken