europaticker:
Bergleute der Grubenwehr werden für ihr Engagement geehrt

..................

Grubenwehrehrenzeichen an Bergmänner der K+S AG verliehen

„Unter Tage zu arbeiten ist mit vielen Risiken verbunden. Im Ernstfall ist die Grubenwehr gefragt. Die Aktiven sind für Notfälle in Bergwerken gerüstet und in der Lage, schnell und effizient Hilfe zu leisten. Diese verantwortungsvolle Tätigkeit üben sie ehrenamtlich aus, dafür verdienen sie besondere Anerkennung“, erklärte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, die heute in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden das Grubenwehrehrenzeichen an sieben Bergmänner der Grubenwehr überreichte. Das Grubenwehr-Ehrenzeichen ist eine staatliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland für besondere persönliche Verdienste im Grubenrettungswesen. Es wurde am 14. Juli 1953 vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss gestiftet und wird in Gold und Silber verliehen.

Das Grubenwehr-Ehrenzeichen von 1953 ist nicht die erste staatliche Auszeichnung, die in Deutschland an verdiente Bergleute vergeben wird. Historische Vorgänger sind das Grubenwehr-Ehrenzeichen von 1938, das Reichsgrubenwehr-Ehrenzeichen von 1936 sowie das Gruben-Erinnerungsabzeichen des Freistaates Preußen von 1934. In der DDR wurde ab 1951 das Ehrenzeichen bzw. die Medaille für Verdienste um das Grubenrettungswesen verliehen.

Die regelmäßigen Übungen und Fitnesstests, die die Aktiven der Grubenwehr absolvieren müssen, finden neben ihrer Tätigkeit als Bergmänner statt und werden nicht vergütet. Gegenwärtig gibt es in Hessen nur noch bei der K+S AG eine Grubenwehr, die im Notfall auch in anderen Betrieben Hilfe leistet. „Mit der Auszeichnung werden Personen geehrt, die sich im Ernstfall unter Einsatz ihres Lebens und neben ihrer Arbeit freiwillig engagieren, um Gefahren unter Tage abzuwenden. Die kleineren Einsätze, die hier in Hessen immer wieder erforderlich sind, zeigen, dass man sich auf die Grubenwehr der Werke Neuhof und Werra verlassen kann“, so Dr. Beatrix Tappeser abschließend.

Die Grubenwehren sind für das Rettungswesen unter Tage verantwortlich. Unter Grubenrettungswesen versteht man alle Maßnahmen und Einrichtungen zur Rettung von Menschen und zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen, bei Grubenbränden und anderen Ereignissen im Bergbau unter Tage, bei denen unter anderem giftige Gase auftreten. Für alle Bergwerke besteht die Pflicht, Grubenwehren einzurichten. Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Jeder Grubenwehrmann muss eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit nachweisen. Regelmäßige Schulungen in Theorie und Praxis dienen der Vorbereitung auf den Ernstfall. Durch die bekannte Schlagwetterkatastrophe auf der saarländischen Zeche Luisenthal im Februar 1962, bei der 299 Bergleute ums Leben kamen, wurde der Einsatz von Grubenwehren erstmals bundesweit einer breiten Öffentlichkeit bewusst.

Das Grubenwehr-Ehrenzeichen nimmt unter den Auszeichnungen des Bundespräsidenten eine Sonderstellung ein. Es ist im Gegensatz zu allen anderen Auszeichnungen einem Berufsstand - den Helfern unter Tage - vorbehalten. Mit der Auszeichnung werden Personen geehrt, die sich im Ernstfall unter Einsatz ihres eigenen Lebens neben ihrer harten Arbeit freiwillig und selbstlos einsetzen, um Gefahren unter Tage abzuwehren.

Verdienste, Auszeichnung und Urkunde

Die Auszeichnung wird sowohl als Anerkennung für eine langjährige aktive und vorbildliche Tätigkeit in den Grubenwehren (15 Dienstjahre für die Stufe Silber, 20 Dienstjahre für die Stufe Gold) als auch für einzelne Rettungstaten verliehen. In erster Linie handelt es sich deshalb um ein Treuedienstabzeichen. Jede Stufe des Ehrenzeichens kann nur einmal verliehen werden. Bei der Verleihung des Ehrenzeichens in Gold ist der Vorbesitz der vorangehenden Stufe nicht erforderlich. Jeder ausgezeichnete Wehrmann erhält das tragbare Ehrenzeichen und eine Verleihungsurkunde sowie eine Ordensminiatur.

Die Staatssekretärin dankte den Bergmännern und überreichte den Bundesorden in Gold an Olav Fröhlich, Ralf Vaupel, Meik Schäffler und Andreas Kolbe für ihre zwanzigjährige Mitgliedschaft in der Grubenwehr. Die Auszeichnung in Silber für 15 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit wurde an Lars Neidenberger, Wolfgang Beck und Jürgen Kehl überreicht.

erschienen am: 2018-12-04 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken