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Oberbürgermeister Partsch: Wir arbeiten weiter für urbane Mobilität und Gesundheitsschutz

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Darmstadt: Verhandlungen zum Diesel-Fahrverbot

Am Montagabend, 3. Dezember 2018, haben sich die Hessische Umweltministerin Priska Hinz und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir mit dem Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch und der Umweltdezernentin Barbara Akdeniz in Wiesbaden getroffen, um über die aktuelle Lage bezüglich der Luftreinhaltung in der Wissenschaftsstadt zu sprechen. Hintergrund waren die für Freitag, 7. Dezember 2018, geplanten Verhandlungen zwischen dem Land Hessen, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) um eine außergerichtliche Einigung im laufenden Rechtsstreit zu Überschreitungen der Stickoxidgrenzwerte, zu erreichen. Dies hatte das VG Wiesbaden erstmals in einem Prozess zur Luftreinhaltung in Deutschland vorgeschlagen und darum vorerst kein Urteil gesprochen.

Das Gespräch zwischen der Stadt und dem Land verlief sehr konstruktiv. Beide Seiten haben sich auf eine abgestimmte Strategie und gemeinsam getragene Maßnahmen für eine mögliche Fortschreibung des Luftreinhalteplans verständigt. Gemeinsames Ziel ist es, die Luft in Darmstadt weiter zu verbessern, die Schadstoffgrenzwerte einzuhalten, um ein flächendeckendes Fahrverbot, Fahrverbote für nachgerüstete Diesel-Kfz und Einbahnstraßenregelungen für einzelne Straßen in der Stadt zu vermeiden. Man sei nun bestmöglich vorbereitet und verfüge über eine gute Grundlage, um in die anstehenden Verhandlungen mit der Klägerseite, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD), einzutreten.

Aus den Fördermitteln des Sofortprogrammes „Saubere Luft“ für die Beschaffung von Elektrobussen gehen 9,6 Millionen nach Darmstadt. Konkret geht das Geld in diesem Fall an die kommunalen Gesellschaften HEAG mobilo GmbH und ENTEGA AG, die damit im Busbetrieb den Systemwechsel auf Elektroantrieb voranbringen wollen. Der Darmstädter Verkehrskonzern HEAG mobilo betreibt gut die Hälfte seiner Nahverkehrsleistungen mit elektrischen Straßenbahnen. In Zukunft will der Mobilitätsdienstleister auch das innovative Potential von Elektrobussen im ÖPNV nutzen und den Systemwechsel im Omnibusbereich voranbringen. In Zusammenarbeit mit seinem kommunalen Schwesterunternehmen, der ENTEGA AG, will der Mobilitätsdienstleister nach und nach bis 2025 herkömmliche Dieselbusse durch rein elektrisch betriebene Batteriebusse ersetzen.

28 Elektrobusse für Darmstadt bis 2021

Das Bundesministerium für Umwelt hat den beiden Unternehmen für das gemeinschaftliche Projekt jeweils einen eigenen Förderbescheid erteilt. So erhält die HEAG mobilo eine Förderung in Höhe von rund 8,9 Millionen Euro für die Beschaffung von 28 Elektrobussen bis 2021. „Die knapp neun Millionen Euro sind für uns notwendige Startkapital, damit wir den Systemwechsel im Busbereich in Angriff nehmen können. Wir können damit rund ein Drittel unserer Flotte künftig elektrisch betreiben. Mit den leisen und umweltfreundlichen Fahrzeugen wird Busfahren für unsere Fahrgäste noch attraktiver“, freut sich Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung der HEAG mobilo.

Vorausgesetzt der Aufsichtsrat stimmt der Investition zu, wird die HEAG mobilo die Beschaffung der E-Busse in den kommenden drei Jahren schrittweise vornehmen. Die 28 Neufahrzeuge ergänzen die zwei ersten Elektrobusse, die das Unternehmen in den nächsten Wochen erwartet und ab Frühjahr 2019 im Linienbetrieb testen will. Die Elektrobusse sollen möglichst auf allen Linien mit Ausnahme des AirLiners zum Einsatz kommen. Mit dem Gemeinschaftsprojekt beschreiten HEAG mobilo und ENTEGA bundesweit Neuland. Es ist deutschlandweit das erste Kooperationsmodell dieser Art, bei dem die ENTEGA eigenverantwortlich die Ladeinfrastruktur errichtet und betreibt. „Um die E-Mobilität tatsächlich voranzubringen, ist es entscheidend, dass Worten auch Taten folgen. HEAG mobilo, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die ENTEGA gehen hier mit einem guten Beispiel voran, um mit diesem konkreten Projekt die E-Mobilität in Darmstadt noch weiter auszubauen“ stellt Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der ENTEGA AG, klar. Hierfür wurden der ENTEGA AG vom Bundesministerium für Umwelt in einem zweiten Förderbescheid rund 762.000 Euro bereitgestellt. „Die Ausweitung emissionsfreier Mobilität bei der HEAG mobilo ist für ganz Darmstadt ein wichtiger Schritt für eine bessere Luft. Elektrisch betriebene Busse sorgen für weniger Treibhausgase, weniger Stickoxide, Feinstaub und Lärm. Das bringt uns eine höhere Wohn- und Lebensqualität in Darmstadt“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Da die HEAG mobilo ausschließlich Ökostrom der Entega einsetzt, sind die neuen Busse nahezu emissionsfrei und klimaneutral. So spart das Unternehmen mit dem Einsatz der 28 Elektrobusse gegenüber konventionellen Antrieben zukünftig jährlich über 1.500 Tonnen CO2 ein („Well-to-Wheel“). Zudem sinken die Emissionen von Feinstaub und einigen anderen Schadstoffen sowie der Ausstoß von NOx um 13,5 Tonnen pro Jahr. E-Busse sind deutlich leiser als herkömmliche Dieselbusse und tragen so maßgeblich zu einer Verringerung des Verkehrslärms bei. Vergleichsmessungen haben eine Lärmreduzierung von bis zu 16 dB(A) beim Verlassen einer Haltestelle und bis zu 8 dB(A) während der Fahrt ergeben. Durch die ruhigere Fahrweise sorgt der Elektromotor auch im Fahrgastraum für einen gesteigerten Fahrkomfort.

Die batteriebetriebenen Elektrobusse sollen als Depotlader über ein stationäres Ladesystem auf dem Betriebshof Böllenfalltor mit Strom versorgt werden. Im Rahmen eines innovativen Kooperationsmodells errichtet und betreibt die ENTEGA die Ladeinfrastruktur eigenverantwortlich. Die ENTEGA stellt dabei sicher, dass mehrere Busse gleichzeitig geladen werden können. Um die Netzlast des Busbetriebshofs während der parallelen Nachladung der Busflotte möglichst gering zu halten, können die Ladezyklen in Abhängigkeit von den Akkukapazitäten und dem Fahrplan über ein Lademanagement reguliert und über den gesamten verfügbaren Zeitraum verteilt werden. Die Ladung über ein Depotladesystem hat den Vorteil, dass mehr Zeit für den Ladevorgang zur Verfügung steht. Diese Ladestrategie schont die Speicherzellen und wirkt sich positiv auf die Lebensdauer der Batterien aus. Ausführliche Informationen zu der geplanten Umstellung gibt es im Internet auf www.heagmobilo.de.

Al-Wazir und Hinz unterstützen den Wunsch der Stadt Darmstadt, an den Verhandlungen zur außergerichtlichen Einigung teilzunehmen. Neben dem Land müssen dafür aber auch die DUH und der VCD dem Anliegen der Stadt zustimmen.

Oberbürgermeister Partsch: Wir arbeiten weiter für urbane Mobilität und Gesundheitsschutz
Wir werden die Beteiligung der Stadt bei den Beratungen offensiv einfordern

Verwaltungsgericht Wiesbaden vertagt Urteil zum Luftreinhalteplan für Darmstadt

erschienen am: 2018-12-04 im europaticker



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