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Durchsuchungen in mehreren europäischen Ländern

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Razzia gegen italienische Mafia ’Ndrangheta

Polizei- und Justizbehörden in Deutschland, Italien, Niederlande und Belgien führen seit den frühen Morgenstunden Festnahmen und Durchsuchungsmaßnahmen gegen mutmaßliche Angehörige der italienischen kriminellen Gruppierung `Ndrangheta durch. Die Maßnahmen dauern derzeit noch an. Die ’Ndrangheta ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia, deren Aktionsradius ganz Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland und Australien umfasst. Mit geschätzten 54 Milliarden Euro Jahresumsatz (2013) gilt die ’Ndrangheta seit Mitte der 1990er Jahre als mächtigste Mafia-Organisation Europas. Wichtigste Einnahmequelle sind der Drogenhandel und die illegale Müllentsorgung, insbesondere von Giftmüll.

EUROJUST koordiniert die länderübergreifende Aktion und wird heute um 12:00 Uhr in einer Pressekonferenz in Den Haag (Niederlande) zu den vorläufigen Ermittlungsergebnissen berichten. Informationen zu den Ermittlungen und den aktuellsten Lageerkenntnissen in Deutschland stellt BKA-Vizepräsident Peter Henzler heute ab 15:00 Uhr in Wiesbaden vor.

Gestern meldete EUROJUST bereits: Über 1 500 Geldkuriere (Geldmaultiere) wurden in weltweiten Geldwäsche-Stichen identifiziert

In Zusammenarbeit mit Europol, Eurojust und der European Banking Federation (EBF) verhafteten Polizeikräfte aus über 20 Staaten 168 Personen (bisher) im Rahmen einer koordinierten Geldwäscherei, der European Money Mule Action (EMMA). Dieser internationale Schlag, der vierte seiner Art, sollte das Problem der „Geldmules“ lösen, die Kriminellen dabei helfen, schmutziges Geld in Millionenhöhe zu waschen.

In den vergangenen drei Monaten (September bis November 2018) wurden an der diesjährigen EMMA-Version Justiz- und Strafverfolgungsbehörden aus Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich und anderen Ländern beteiligt. Griechenland, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Malta, die Niederlande, Polen, Portugal, Rumänien, Slowenien, Spanien, Schweden, Australien, Moldawien, Norwegen, die Schweiz, Großbritannien und die USA.

In ganz Europa und darüber hinaus wurden 1 504 Geldmaultiere identifiziert, was zur Festnahme von 168 und zur Festnahme von 140 Geldmaulorganisatoren führte. 837 strafrechtliche Ermittlungen wurden eingeleitet; Viele von ihnen sind noch im Gange. Über 300 Banken, 20 Bankverbände und andere Finanzinstitute haben an der Meldung von 26 376 betrügerischen Geld-Mule-Transaktionen mitgewirkt und einen Gesamtverlust von 36,1 Mio. EUR verhindert. Die breitere Gemeinschaft globaler und europäischer Banken leistete bei Bedarf Unterstützung in den drei Monaten des Handelns und setzte sich für die Sensibilisierung ihrer Länder ein. Diese Aktion unterstreicht erneut die Bedeutung einer schnellen und koordinierten Reaktion von Justiz- und Strafverfolgungsbehörden und dem Bankensektor.

Warum helfen Menschen Kriminellen beim Waschen von Geld?
Geldkurieresind Einzelpersonen, die oft unabsichtlich von kriminellen Organisationen als Geldwäscheagenturen rekrutiert wurden, um den Ursprung von schlecht erhaltenem Geld zu verbergen. Durch das Versprechen von leichtem Geld betrogen, überweisen Maultiere gestohlenes Geld zwischen Konten, oft in verschiedenen Staaten, im Auftrag anderer und erhalten normalerweise einen Anteil des Geldes, das ihre eigenen Konten durchläuft.

Neuankömmlinge in einem Staat, Arbeitslose und Menschen in wirtschaftlicher Not gehören häufig zu den am stärksten anfälligen Straftaten. In diesem Jahr nehmen die Fälle zu, in denen junge Menschen von Geld-Rekrutierern ausgewählt wurden. Kriminelle richten sich zunehmend an Studenten mit finanziellen Schwierigkeiten, um Zugang zu ihren Bankkonten zu erhalten.

Während Maulesel auf zahlreichen Wegen rekrutiert werden, wenden sich Kriminelle häufiger sozialer Medien zu, um neue Komplizen zu rekrutieren, und zwar durch die Anzeige von falschen Jobs oder "Quick-Rezepte".

Obwohl dies nach schnellem und einfachem Geld klingt, genügt ein Klick, um Geld von einem Konto auf ein anderes zu überweisen. Wenn kriminelle Gruppen Ihr Bankkonto verwenden können, kann dies rechtliche Konsequenzen haben. Maultiere können langen Haftstrafen drohen und ein Strafregister erhalten, das den Rest ihres Lebens ernsthaft beeinträchtigen könnte, z. B. nie in der Lage sein, eine Hypothek zu sichern oder ein anderes Bankkonto zu eröffnen.

erschienen am: 2018-12-05 im europaticker



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