europaticker:
Abfallexperten warnen vor Gefahren durch Glutreste in Mülltonnen

..................

Heiße Asche richtig entsorgen

Sie sieht so harmlos, natürlich und biologisch abbaubar aus – aber sie hat es in sich, vom fast immer unterschätzten Gefahren-Potential bis zur hohen Belastung mit Schwermetallen: Heiße Asche, die beim Verbrennen von Kohle, Hackschnitzel oder Holzscheiteln entsteht gehört nicht in die Restmüll- oder Bio-Tonnen aus Plastik, warnen die Experten des Sachgebiets Abfallwirtschaft am Landratsamt Landshut. Auch im Landkreis Landshut sind in den vergangenen Jahren verschiedentlich Brände durch eine solche unsachgemäße Müllbeseitigung ausgelöst worden.

Der Ausdruck ist weitgehend in Vergessenheit geraten und außer Gebrauch gekommen: Aber manche älteren Leute sprechen noch von „Aschentonnen“, wenn sie Mülltonnen meinen. Früher waren die Mülltonnen nämlich in der Regel aus Metall und bestanden nicht, wie heutzutage, aus brennbaren Plastikmaterialien. Dieser kleine Unterschied ist aber entscheidend und hat immer wieder fatale Folgen.

In Zeiten von Gas-Zentralheizungen, Öl-Ofen und Hackschnitzel-Anlagen sind Asche und „Aschentonnen“ zwar keine zentralen Probleme der Abfall-Entsorgung mehr: Aber die Begeisterung vieler Bürger für Kachelöfen, heimelige Kamin- und sogenannte Schweden-Öfen bringt es mit sich, dass vielerorts wieder ordentliche Mengen an heißer Asche anfallen. Auch die Vorliebe vieler Leute für Steaks und Würstel vom Grill trägt dazu bei. Durchgeschmorte Plastik-Mülltonnen sind die Folge.

Oft ist es schieres Glück, dass keine Menschen zu Schaden kommen durch Brände, die durch heiße Asche ausgelöst worden sind. So auch bei einem Brandes vor fünf Jahren in einer Gemeinde im Norden des Landkreises: Ein Feuer, das durch heiße Asche in einer Restmüll-Tonne aus Plastik entstanden war, konnte von der umgehend herbeigerufenen örtlichen Feuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht werden. Es entstand bei dem Brand aber ein hoher Sachschaden.

Wir appellieren daher mit Nachdruck an alle Bürger, Asche nur dann in Restmüll-Tonnen zu schütten, wenn sie völlig erkaltet ist. Noch besser wäre es, heiße Asche in einem Metall-Eimer mit Deckel unter Luftabschluss ein paar Tage abkühlen zu lassen. Solche Eimer seien nicht teuer und in jedem Baumarkt erhältlich.

Und man sollte auch auf Nummer sicher gehen: Denn häufig verbergen sich in einem Schwung Asche noch kleine Glutreste, die man mit bloßem Augen leicht übersieht. Wenn solche Glutreste buchstäblich wieder Luft bekämen, könnten sie sich in Verbindung mit brennbaren Stoffen im Restmüll zu einem Schwelbrand oder zu einem richtigen offenen Brand entwickeln. Nur für vollständig erkaltete und garantiert glutfreie Asche sei die Restmüll-Tonne daher ein gangbarer Entsorgungsweg.

Insbesondere gehöre heiße Asche auch nicht in Bio-Tonnen oder in die Bauschutt-Container der Altstoff-Sammelstellen: Denn die Asche ist häufig mit Schwermetallen belastet. Das Sachgebiet Abfallwirtschaft des Landratsamts weist im Übrigen darauf hin, dass laut Gesetz (Immissionsschutz-Verordnung des Bundes) in Öfen ausschließlich naturbelassenes, trockenes Scheitholz verfeuert werden darf.

Wenn der jeweilige Ofen nach den Angaben des Herstellers dafür geeignet ist, dürfen auch naturbelassene Holz- und Rinden-Briketts, naturbelassene Pellets (gemäß der DIN 51731) sowie Hackschnitzel oder Kohleprodukte verbrannt werden. Ein Informationsblatt zu diesem Thema mit dem Titel „Sauberes Heizen“ ist sowohl beim Landratsamt Landshut als auch bei den Gemeinden erhältlich.

Die beste saubere Lösung für das Problem mit der Entsorgung der Brennrückstände wäre es im Übrigen, wenn die vollständig abgekühlte Asche in Beuteln verpackt und erst dann in eine Tonne geworfen wird. Dadurch fällt weder beim Einsammeln und Transport, noch bei der Entleerung der Mülllaster in der Müllumlade-Station Feinstaub an. Die Müllfahrer seien in jedem Fall dankbar dafür, wenn sie es dadurch mit weniger feinen Stäuben zu tun bekommen.

Optimale Entsorgung der Asche über die Restmülltonne

• Asche vor dem Einfüllen in die Restmülltonne erkalten lassen (Metalleimer mit Deckel);
• Erkaltete Asche in einen Müllbeutel füllen und verschließen (Staubbelastung reduzieren);
• Beutel mit der erkalteten Asche in die Restmülltonne einfüllen.

erschienen am: 2018-12-06 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 18. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken