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Waldzustandsbericht 2018 für Sachsen-Anhalt vorgestellt: starke Schäden –
Eichen und Buchen stabil

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Dalbert: Waldumbau jetzt intensivieren

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert stellte Donnerstag (06.12.2018) zusammen mit Prof. Dr. Johannes Eichhorn, dem Leiter der Abteilung Umweltkontrolle der Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt den Waldzustandsbericht 2018 für Sachsen-Anhalt vor.

Prof. Dalbert sagte: „Das vergangene Jahr bleibt uns allen in Erinnerung: Erst die Orkanserie 2017, dann der Orkan Friederike und schließlich eine Dürreperiode, wie wir sie noch nicht erlebt haben. Dazu kommen der örtlich massive Befall durch den Borkenkäfer und eine hohe Anzahl an Waldbränden. Stürme, Dürre, Schadinsekten und Waldbrände führten zu Ertragsverlusten und zu Waldverlusten. Es ist klar geworden: Der Klimawandel ist in unseren Wäldern angekommen. Deshalb ist die Situation in den Wäldern Sachsen-Anhalts sehr ernst. Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Waldzustandsberichts 2018 bestätigen die schädlichen Auswirkungen der Klimaveränderung. Deshalb werden wir unsere Wälder jetzt verstärkt umbauen, damit sie fit für die Klimaveränderung werden.“

Prof. Eichhorn ergänzte: „Die Ergebnisse zeigen, dass der Klimawandel mess- und sichtbarer wird und er bereits die Wuchsbedingungen für die Bäume in den heimischen Wäldern verändert. Das ganze Ausmaß der Waldschäden insbesondere aufgrund der Dürre wird sich jedoch erst in den Folgejahren zeigen und in den kommenden Waldzustandserhebungen dokumentiert werden. Die Erhebung 2018 zeigt uns bereits teilweise den Einfluss der diesjährigen warm-trockenen Witterung auf: Über alle Baumarten gesehen verschlechterte sich der Kronenzustand erstmals nachdem er in der vergangenen Dekade stabil geblieben war.“

Die mittlere Kronenverlichtung der Waldbäume in Sachsen-Anhalt erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozentpunkte auf 21 Prozent. Der Anteil starker Schäden wie zum Beispiel vorzeitiger Blattabfall oder Totastbildung hat sich in diesem Jahr verdoppelt. Er liegt mit aktuell 5,9 Prozent über dem Mittel der Zeitreihe mit 2,5 Prozent. Betroffen mit hohen Kronenverlichtungswerten sind insbesondere die anderen Laubbäume wie Esche, Ahorn und Hainbuche sowie die Kiefer. Die Eichen und Buchen erwiesen sich dahingegen als stabil.

Hintergrund

Weitere ausgewählte Ergebnisse des Waldzustandsberichtes für Sachsen-Anhalt 2018:
•Buchen und Eichen zeigen trotz der Dürre keine Verschlechterung der Kronenverlichtungswerte.
•Bei der Fichte gab es keine nennenswerten Veränderungen im Kronenzustand. Allerdings hat der Borkenkäfer den Fichten zugesetzt, wodurch der Anteil starker Schäden und die Absterberate bei der Fichte zugenommen haben.
•Der Sturm „Friederike“ im Januar 2018 führte landesweit zu Schäden. Die Schadholzmenge beläuft sich auf rund 2 Millionen Kubikmeter Holz. Den Hauptteil dieser Holzmenge nehmen Fichten und Kiefern (86 Prozent) ein. Bei der Waldzustandserhebung sind 4 Prozent der Stichprobenbäume durch Sturmschäden ausgefallen.
•Die Absterberate für den Gesamtwald in Sachsen-Anhalt (1,3 Prozent) überschreitet 2018 den langjährigen Mittelwert (0,4 Prozent).
•Der Anteil starker Schäden liegt für den Gesamtwald in Sachsen-Anhalt 2018 mit 5,9 Prozent weit über dem Durchschnittswert (2,5 Prozent). Den höchsten Anteil starker Schäden weisen in diesem Jahr die anderen Laubbäume (u. a. Esche, Birke, Hainbuche) mit 14,8 Prozent auf.

Der Waldumbau ist eine zentrale und gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für welche die Waldzustandserfassung wichtige Informationen liefert. Sachsen-Anhalt verfolgt das klare Ziel, klimastabile Waldstrukturen aufzubauen. Dazu gehört der Ersatz von Nadelbaumarten auf ungeeigneten Standorten durch standortgerechte Baumarten und die Erhöhung des Laubholzanteils auf der Gesamtfläche. Der Aufbau von mehrschichtigen Mischwäldern hat dabei Vorrang. Zukünftige Waldgenerationen werden damit über ein höheres Maß an Vitalität und Stabilität gegenüber biotischen und abiotischen Schadereignissen verfügen, auf den Klimawandel besser reagieren können und die Waldfunktionen nachhaltig sichern.

Für den Waldumbau stehen die Forstbehörden den Waldbesitzenden mit Rat und Tat zur Seite. Beim Aufbau von mehrschichtigen Mischwäldern unterstützt das Land die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer mit Fördermitteln. Im Rahmen des Förderprogramms Waldumbau sind Mittel für die Wiederherstellung von Wäldern unter anderem nach Schadereignissen von der EU sowie des Bundes und des Landes in Höhe von neun Millionen Euro für die Jahre 2019 bis 2021 eingeplant.

Der Waldzustandsbericht wurde im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt Göttingen erarbeitet und kann im Internet unter folgendem Link abgerufen werden: https://www.nw-fva.de/index.php?id=281

erschienen am: 2018-12-06 im europaticker



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