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Schauspiel für Auge und Ohr in Rühstädt und Lenzen

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Vogelzug im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, dann ist es für die Naturwacht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe – Brandenburg Zeit, eine erste Bilanz über die bisher erfassten Daten des herbstlichen Vogelzuges zu ziehen. Insgesamt wurden dieses Jahr zwischen September und Anfang Dezember mehr als 70.000 Gänse und 5.500 Kraniche gezählt. Ein Naturschauspiel der besonderen Art, das Vogelfreunde aus aller Welt anzieht. Doch auch zwischen den Jahren lohnt der Ausflug an die Elbe.

Als Rastgebiet für den grenzüberschreitenden Vogelzug wurde das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen und trägt damit eine besondere internationale Verantwortung. Die Erhebung von Daten, welche Aufschluss über das Zugverhalten, die Anzahl oder die Verteilung der gefiederten Gäste im Biosphärenreservat geben können, ist von großem wissenschaftlichem Wert: dafür erfasst die Naturwacht von September bis April alle zwei Wochen die Zahl der Wasser- und Rastvögel sowie zusätzlich im November, Januar und März die Vögel auf Feldern und Grünflächen. 

Von September bis Ende Oktober ist der Kranichzug in vollem Gange: Im Bereich des Rambower Moores haben sich in diesem Herbst rund 1.700 Tiere aufgehalten. Während die Anzahl der Kraniche auf dem Niveau des Vorjahres lag, begann das Zugeschehen im direkten Vergleich früher. Auch verteilten sich die einzelnen Trupps anders, was nach erster Auswertung mit der Trockenheit im Zusammenhang steht. So wurden in diesem Jahr Tiere beobachtet, die in den Buhnenfeldern in der Elbe übernachtet haben, da viele ihrer angestammten Schlafplätze trockengefallen waren. Zugleich entfiel durch die vergleichsweise frühe Maisernte in diesem Jahr eine wichtige Nahrungsquelle, was vermutlich zu einem vorzeitigen Abzug der Kraniche beigetragen hat. Im vergangenen Jahr hatten noch mehrere Hundert Vögel in der Flusslandschaft überwintert.

Wer jetzt an die Elbe kommt, kann verschiedene Arten von Gänsen beobachten: neben der hier auch als Brutvogel vorkommenden Graugans halten sich nordische Bläss-, Saat- und Weißwangengänse im Gebiet auf. Besonders gute Beobachtungspunkte befinden sich auf dem Mitteldeich zwischen dem Gnevsdorfer Wehr und der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Hier bietet ein Beobachtungsturm der „Haltepunkte Natur“ im Biosphärenreservat guten Ausblick und spannende Hintergrundinformationen zum Vogelzug. Auch auf den Feldern zwischen Rühstädt und Gnevsdorf rasten häufig Gänse.

Das Vogelzugjahr an der Elbe ist mit der Anwesenheit der nordischen Gänse noch nicht beendet. Zu ihnen gesellen sich typische Wintergäste der Elbaue wie Kornweihe und Raufußbussard. Wird es im Laufe des Winters frostiger, kommen oft Singschwäne, mitunter begleitet von Zwergschwänen, an die Elbe und lassen sich auf den angrenzenden Feldern sehr gut beobachten. Sobald die Wasserläufe im Osten Europas zufrieren, ziehen die großen, eleganten Vögel mit den gelben Schnäbeln an die Elbe. Solange die Elbe selbst nicht zufriert, konzentrieren sich hier Gänsesäger, verschiedene Entenarten sowie Hauben- und Zwergtaucher. Das wiederum lockt Seeadler an. Ein äußerst beeindruckendes Naturschauspiel.

Weitere Informationen zu den „Haltepunkten Natur“ unter:

www.elbe-brandenburg-biosphaerenreservat.de/erleben-lernen/haltepunkte-natur/

erschienen am: 2018-12-27 im europaticker



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