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Die BGZ ist jetzt für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland zuständig

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Standortzwischenlager seit 1. Januar in Verantwortung des Bundes

Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH hat zum 1. Januar 2019 die Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle an den Standorten Biblis, Brokdorf, Emsland, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser von den bisherigen Betreibern übertragen bekommen. Deutschlandweit wurden zum 1. Januar 2019 insgesamt elf dezentrale Zwischenlager der vier kernenergiebetreibenden Unternehmen an die BGZ übertragen. In einem zweiten Schritt werden Anfang 2020 weitere zwölf Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in die Verantwortung des Bundes und somit der BGZ übertragen. Davon sind im Jahr 2020 auch die beiden Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Standort Biblis (LAW und LAW II) betroffen..

Beim Zwischenlager Brunsbüttel ist die BGZ, entsprechend der gesetzlichen Regelung, dem laufenden Genehmigungsverfahren beigetreten. Mit den Zwischenlagern Ahaus und Gorleben ist die BGZ damit nun für dreizehn Zwischenlager in Deutschland verantwortlich. Zudem wird die BGZ zum 1. Januar 2020 auch zwölf Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen an den Atomkraftwerksstandorten übertragen bekommen. Dadurch liegt die Verantwortung für die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle der Energieversorgungsunternehmen künftig zentral in der Hand der BGZ.

Der Auftrag der BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH ergibt sich aus dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Damit wurden Ende 2016 die Verantwortlichkeiten für die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke sowie für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle neu geregelt: Die Betreiber der Kernkraftwerke sind nach diesem Gesetz für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes.

Die zur Sicherstellung der zuverlässigen und sicheren Zwischenlagerung gegründete BGZ betreibt zunächst die Zwischenlager in Ahaus und Gorleben. Ab 2019 werden dann auch die genehmigten dezentralen Zwischenlager an den Standorten der deutschen Kernkraftwerke an die BGZ übertragen. Zudem werden in einem weiteren Schritt ab 2020 auch zwölf Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen an den Kernkraftwerkstandorten an die BGZ übertragen. Dadurch liegt die Verantwortung für die Zwischenlagerung der radioaktiven Abfälle der Energieversorgungsunternehmen künftig zentral in der Hand der BGZ.

Die BGZ ist eine in privater Rechtsform organisierte, eigenständige Gesellschaft. Die Kosten der BGZ werden zunächst über den Bundeshaushalt finanziert. Diese Kosten werden dann dem Bund durch den Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung erstattet.

Die BGZ ist für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle in Deutschland zuständig.

RWE Nuclear hat zum 1. Januar 2019 die Standortzwischenlager (SZL) an den Kraftwerksstandorten Lingen, Biblis und Gundremmingen an die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) übertragen. „Sicherheit hat für RWE immer oberste Priorität. Wir haben der BGZ Zwischenläger übertragen, die alle Sicherheitsanforderungen nach dem neusten Stand von Wissenschaft und Technik erfüllen. Auch zukünftig werden wir eng mit den BGZ-Vertretern an den Standorten zusammenarbeiten“, betont Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand bei RWE Power und technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear.

Grundlage für die Übertragung ist das Ende 2016 verabschiedete Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Demnach ist der Bund für die Umsetzung und die Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung verantwortlich. Für diesen Zweck haben die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke Mitte 2017 die dafür vorgesehenen finanziellen Rückstellungen in Höhe von 24,1 Milliarden Euro in den „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ eingezahlt. Die Betreiber sind auch zukünftig organisatorisch und finanziell für die Stilllegung und den sicheren Abbau der Kernkraftwerke verantwortlich. Die dabei entstehenden radioaktiven Abfälle werden fachgerecht verpackt und gehen dann ebenfalls an die BGZ über.

Durch die Übertragung der Zwischenlager von den Betreibern der Atomkraftwerke auf die BGZ werden die Vorgaben des im Juni 2017 in Kraft getretenen Gesetzes zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung umgesetzt. Die Betreiber der Atomkraftwerke sind nach diesem Gesetz für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes.

Die zur Sicherstellung der zuverlässigen Zwischenlagerung gegründete BGZ ist eine in privater Rechtsform organisierte Gesellschaft des Bundes mit Sitz in Essen. Vertreten wird die BGZ durch Dr. Ewold Seeba als Vorsitzendem der Geschäftsführung, Wilhelm Graf als technischem Geschäftsführer sowie Lars Köbler als kaufmännischem Geschäftsführer. „Die BGZ ist eine leistungsfähige und kompetente Gesellschaft, unser Personal verfügt über jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb und in der Organisation von Zwischenlagern. Zudem haben wir an jedem Standort erfahrenes und qualifiziertes Personal von den bisherigen Betreibern übertragen bekommen. Dadurch sind wir in der Lage, die sichere und zuverlässige Zwischenlagerung an allen unseren Standorten in Deutschland zu gewährleisten“, stellt Dr. Ewold Seeba fest und fügt an: „Neben dem sicheren und zuverlässigen Betrieb der Zwischenlager steht für uns der Dialog auf Augenhöhe mit den Menschen vor Ort an erster Stelle. So haben wir uns an einem Großteil der Standorte bereits in öffentlichen Veranstaltungen persönlich vorgestellt und werden diese Kommunikation weiter fortsetzen und ausbauen.“

Wilhelm Graf ergänzt: „Insgesamt werden wir dafür Sorge tragen, dass die radioaktiven Abfälle bis zu deren Endlagerung unter höchsten Sicherheitsstandards, zunächst auch unter Nutzung von Dienstleistungen des jeweiligen Kraftwerks, aufbewahrt werden. In den kommenden Jahren werden wir den Betrieb der Zwischenlager so ausgestalten und entwickeln, dass ein autarker Betrieb, unabhängig vom Kraftwerk, ermöglicht wird.“

Übersicht der BGZ-Zwischenlager

Ahaus (Brennelement-Zwischenlager Ahaus GmbH)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 420 genehmigt | 329 belegt
Aktuelle Belegung: 3 CASTOR® V/19 | 3 CASTOR® V/52 | 18 CASTOR® MTR 2 | 305 CASTOR® THTR
Inbetriebnahme: 1992
Genehmigt bis: 2036

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Biblis (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 135 genehmigt | 101 belegt
Aktuelle Belegung: 101 CASTOR® V/19 | 138 MOSAIK®
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 1.400 t SM | maximal 5,3 MW

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Brokdorf (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 100 genehmigt | 32 belegt
Aktuelle Belegung: 32 CASTOR® V/19
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2007
Genehmigt bis: 2047
Genehmigtes Inventar: maximal 1.000 t SM | maximal 3,75 MW

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Emsland (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 125 genehmigt | 47 belegt
Aktuelle Belegung: 47 CASTOR® V/19
Beantragung: 1998
Genehmigung: 2002
Inbetriebnahme: 2002
Genehmigt bis: 2042
Genehmigtes Inventar: maximal 1.250 t SM | maximal 4,7 MW

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Gorleben (Brennelementlager Gorleben GmbH)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 420 genehmigt | 113 belegt
Aktuelle Belegung: 3 CASTOR® V/19 | 1 CASTOR® lc | 1 CASTOR® lla | 74 CASTOR® 20/28 CG | 21 CASTOR® HAW20M | 12 TN 85 | 1 TS 28 V
Inbetriebnahme: 1995
Genehmigt bis: 2034

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Grafenrheinfeld (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 88 genehmigt | 30 belegt
Aktuelle Belegung: 30 CASTOR® V/19
Beantragung: 2000
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 800 t SM | maximal 3 MW

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Grohnde (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 100 genehmigt | 34 belegt
Aktuelle Belegung: 34 CASTOR® V/19
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2002
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 1.000 t SM | maximal 3,75 MW

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Gundremmingen (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 192 genehmigt | 60 belegt
Aktuelle Belegung: 60 CASTOR® V/52
Beantragung: 2000
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 2.250 t SM | maximal 7,4 MW

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Isar (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 152 genehmigt | 59 belegt
Aktuelle Belegung: 26 CASTOR® V/19 | 26 CASTOR® V/52 | 7 TN 24 E
Beantragung: 2000
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2007
Genehmigt bis: 2047
Genehmigtes Inventar: maximal 1.500 t SM | maximal 6 MW

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Krümmel (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 65 genehmigt | 41 belegt
Aktuelle Belegung: 41 CASTOR® V/52
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 775 t SM | maximal 3 MW

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Neckarwestheim (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 151 genehmigt | 81 belegt
Aktuelle Belegung: 61 CASTOR® V/19 | 5 TN 24 E | 15 CASTOR® 440/84 mvK
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2006
Genehmigt bis: 2046
Genehmigtes Inventar: maximal 1.600 t SM | maximal 3,5 MW

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Philippsburg (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 152 genehmigt | 62 belegt
Aktuelle Belegung: 33 CASTOR® V/19 | 29 CASTOR® V/52
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2007
Genehmigt bis: 2047
Genehmigtes Inventar: maximal 1.600 t SM | maximal 6 MW

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Unterweser (Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle)

Betreiber: BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH
Behälterstellplätze: 80 genehmigt | 39 belegt
Aktuelle Belegung: 39 CASTOR® V/19
Beantragung: 1999
Genehmigung: 2003
Inbetriebnahme: 2007
Genehmigt bis: 2047
Genehmigtes Inventar: maximal 800 t SM | maximal 3 MW

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erschienen am: 2019-01-02 im europaticker



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