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Globaler Umweltbericht wird auf der Vierten Umweltversammlung der Vereinten Nationen (UNEA) in Nairobi vorgestellt

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UNO-Bericht fordert entschlossenes Handeln für eine umweltverträglichere Gestaltung der Wirtschaft

In der sechsten Ausgabe des Globalen Umweltberichts (Global Environmental Outlook, GEO) wird der Widerstand von Akteuren in anderen Politikbereichen als eine wesentliche Ursache für die geringe Wirksamkeit von umweltpolitischen Maßnahmen identifiziert. Um die Umwelt besser zu schützen, müsse die Umweltpolitik institutionell gestärkt werden. Weltweite Anstrengungen zum Schutz der Umwelt müssten verstärkt, die Umweltpolitik wirksamer und in alle Sektoren integriert werden.

Staatssekretär Flasbarth: „Durchsetzungsstarke Umweltpolitik ist entscheidende Voraussetzung für dauerhaften Wohlstand. Umweltverschmutzung ist die Hauptursache für die Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit und verschärft bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten. Um die Ursachen von Umweltschäden effektiv anzugehen, müssen umweltpolitische Anliegen ernster genommen werden. Investitionen sollten viel mehr als bisher in umweltverträgliche Vorhaben fließen. Nur so kann der überfällige Wandel zu nachhaltigeren Konsum- und Wirtschaftsweisen vorankommen.“

Bei der in Nairobi tagenden vierten UN-Umweltversammlung wurde am 13. März 2019 der 6. Bericht zur Bewertung des globalen Umweltzustands veröffentlicht (Global Environment Outlook, GEO). Der Bericht mit dem Titel „Gesunde Umwelt, Gutes Leben für Alle“ zieht eine Bilanz der globalen Umweltpolitik und identifiziert Luftverschmutzung, Artensterben, massive Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen sowie die Verschmutzung der Ökosysteme, insbesondere durch Chemikalien, als besonders kritische Bereiche, die verstärkter Anstrengungen bedürfen. Der Bericht führt aus, dass Umweltpolitik in alle Politikbereiche und Sektoren integriert werden muss, um die notwendige Wirksamkeit zu entfalten. Insbesondere Industrieländer wie Deutschland sollen ihre Anstrengungen ausweiten. Dabei spielt die Förderung und der Einsatz von Technologien, Innovationen sowie guten Bildungssystemen eine entscheidende Rolle und hilft zukunftsfähige Arbeitsmärkte zu entwickeln und zu erhalten.

Neu ist in diesem Jahr, dass der GEO-Bericht auf regionalen Analysen basiert und sich direkt auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele der 2030-Agenda bezieht. Als wesentlicher Baustein für die notwendige Transformation werden im GEO-6-Bericht die Einbindung der jeweils betroffenen gesellschaftlichen Gruppen und auch der potentiellen Verlierer der Neuausrichtung von Wirtschaftsprozessen genannt.

In Übereinstimmung mit dem letzten Bericht des Weltklimarats (IPCC) betont der GEO-6-Bericht, dass die Ziele des Pariser Klimaabkommens und die Nachhaltigkeitsziele der 2030-Agenda erreichbar sind. Die Maßnahmen dafür sind bereits erprobt und stehen uns zur Verfügung. Bei entschlossener und schneller Umsetzung dieser Maßnahmen können wir sowohl die Klimaziele als auch eine nachhaltige Energieversorgung und saubere Luft für alle Menschen schaffen. Dabei würden erhebliche Vorteile und Einsparungen für die beteiligten Volkswirtschaften entstehen. Der Bericht stellt fest, dass alleine die positiven gesundheitlichen Auswirkungen auf die Gesellschaften die erwarteten Kosten von Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz überwiegen.

Ressourcenbedarf und Umweltauswirkungen müssen noch deutlich stärker von Wachstum entkoppelt werden. Der effiziente und nachhaltige Einsatz von Ressourcen ist essentiell, um die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) der 2030-Agenda zu erreichen. Laut dem International Ressource Panel (IRP) von UNEP sind 12 der 17 SDGs direkt von der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen abhängig. Die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele erfordert ein Zusammenwirken verschiedener Politikbereiche wie Energie, Industrie, Landwirtschaft und Verkehr.

Für diese Themen setzt sich das Bundesumweltministerium (BMU) auch auf der UNEA ein und fordert unter anderem eine integrierte Nachhaltigkeitspolitik, ein klares Bekenntnis zu nachhaltigerer öffentlicher Beschaffung und nachhaltigerem Management von Chemikalien.

Das BMU engagiert sich ferner für eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit gegen die Vermüllung der Meere und wird im Rahmen der dafür bereitgestellten 50 Millionen Euro unter anderem den Aufbau einer funktionierenden Abfallinfrastruktur in Regionen mit maßgeblichem Eintrag von Müll in die Meere unterstützen, d.h. insbesondere Asien und Afrika.

Darüber hinaus setzt sich BMU international und national dafür ein, dass Regierungen ihre Umweltpolitik kohärenter anlegen. In diesem Sinne arbeitet das BMU gerade an einem umfassenden Klimaschutzgesetz, mit klaren Zielen und Verantwortlichkeiten für die einzelnen Wirtschafts- und Lebensbereiche.

Die GEO-Berichte gibt es seit 1997 und zählen zu den wichtigsten Publikationen von UNEP. Die Berichte tragen jeweils den Stand des Wissens zur Situation der Umwelt weltweit zusammen und sind das Ergebnis der Arbeit von rund 150 Expertinnen und Experten aus der ganzen Welt. Sie gehen traditionell auf den Klimawandel etwas weniger ausführlich ein als die Berichte des Weltklimarates (IPCC), die den neuesten Stand zu diesem Thema umfassend aufzeigen.

Zur heutigen Veröffentlichung des sechsten Global Environment Outlook mit dem Titel "Gesunder Planet, gesunde Menschheit" erklärt Bettina Hoffmann, GRÜNE Sprecherin für Umweltpolitik und Umweltgesundheit: "Der Bericht zeigt, dass ein gesunder Planet die Voraussetzung für die Gesundheit der Menschheit ist. Umweltschutz ist Gesundheitsschutz. Die Verschmutzung der Umwelt mit Mikroplastik, giftige Chemikalien in Alltagsprodukten, die zunehmende Klimakrise, die Luftverschmutzung und die zunehmende Resistenzentwicklung gegen Antibiotika sind nicht nur gravierende Umweltprobleme, sondern auch eine Bedrohung für die menschliche Gesundheit. Die heutigen Umweltkrisen zu lösen, ist auch eine Frage der Gerechtigkeit. Der Bericht zeigt auf, dass Alte, Kinder, und arme Menschen gesundheitsschädlichen Umweltbelastungen besonders ausgesetzt sind.

Das UN-Umweltprogramm fordert die nationalen Staaten unmissverständlich zum Handeln auf. Alle Ressorts der Bundesregierung sind in der Verantwortung, diesen Bericht zur Kenntnis zu nehmen und Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um Umwelt und Gesundheit zu schützen. Zentrale Maßnahmen sind ein Ausstieg aus der Kohlekraft und dem fossilen Verbrennungsmotor zur Einhaltung der Klimaziele, ein umfassender Kampf gegen den Eintrag von Plastik in die Umwelt, eine umfassende Kreislaufwirtschaft und eine Landwirtschaft, die auf weniger Pestizide und ein Ende der Massentierhaltung setzt."

Und zu den Warnungen der UN vor einer starken Erwärmung der Antarktis erklärt Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik: "Die Weltgemeinschaft hat in Nairobi eine erneute Klimawarnung in Richtung aller nationalen Regierungen abgesetzt. Die Studie der UN ist die bereits vierte Warnmeldung aus der Wissenschaft zur Beschleunigung der Klimakrise in 2019. Der drohende Anstieg der Temperaturen um drei bis fünf Grad Celsius im einst ewigen Arktis-Eis wäre eine Katastrophe. Es braucht also international und national endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen. Tausende vor allem junge Menschen haben dies längst begriffen und machen Woche für Woche richtig Druck - nun auch mit Unterstützung von tausenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Bundesregierung bleibt allerdings weiterhin tatenlos. Es ist keine konkrete Maßnahme absehbar, die sicher noch in diesem Jahr den Treibhausgas-Ausstoß senkt. Der Kohleausstieg ist bisher nur auf dem Papier festgehalten. Im Verkehrssektor drückt sich die Bundesregierung um jegliche Maßnahmen. Die Debatte um einen CO2-Preis wird weggedrückt und über ein Klimaschutzgesetz zerstreitet sich diese Regierung. Das ist unverantwortlich. Die Bundesregierung muss nun endlich das in ihrer Macht stehende tun, um die schlimmsten Auswirkungen der Klimakrise abzumildern."

Den aktuellen GEO-Bericht finden Sie hier: https://www.unenvironment.org/resources/global-environment-outlook-6

erschienen am: 2019-03-13 im europaticker



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