europaticker:
Bündnisgrüne sehen Flutung des Tagebaurestloches wegen wasserarmer Spree kritisch

..................

Start der Flutung des Cottbuser Ostsee

Den Start der Wassereinleitung am Freitag in den zukünftigen Cottbuser Ostsee sehen die Bündnisgrünen kritisch. Unklar ist, ob das Wasserangebot für den Beginn der Flutung ausreichend ist. Seit einiger Zeit liegt der tägliche Durchfluss der Spree bei Cottbus lediglich bei etwa 8 Kubikmeter pro Sekunde. Normal wären etwa 12 Kubikmeter pro Sekunde. Der Cottbuser Ostsee ist ein Zukunftsprojekt für Stadt und Region. Zentrales Ziel ist die Anbindung des Sees an die Großstadt Cottbus. Bis spätestens 2030 wird aus einem ehemaligen Braunkohletagebau der 1.900 Hektar große Cottbuser Ostsee entstehen.  

Während die Lausitz den Beginn der Flutung des ehemaligen Tagebaus Cottbus Nord feiert, wachsen in Frankfurt (Oder) die Sorgen: Könnte der neue Ostsee die Sulfatbelastung des Frankfurter Trinkwassers verschärfen?

Für die Cottbuser entsteht so auch ein neues Stadtquartier in Wassernähe. Sport- und Freizeitangebote am Ostsee steigern die Lebensqualität der Großstadt als Wohn-, und Arbeitsort. Der Cottbuser Ostsee ist die urbane Ergänzung zum Seenland und Spreewald. Die naturnahen und aktiven touristischen Angebote des Spreewaldes und des Lausitzer Seenlandes treffen auf das Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftszentrum der Region. Großstadtleben mit Seeblick!

Für die Stadt Cottbus ist der Ostsee als größte Landschaftsbaustelle Europas ein einzigartiger Zukunftsort. Als Denkfabrik demonstriert die Universitätsstadt hier Forschungsinnovationen mit internationaler Ausstrahlung.

„Wir haben alle die Trockenheit im Frühjahr wahrgenommen; die lange Dürreperiode im letzten Jahr ist auch noch unguter Erinnerung“, sagt die bergbaupolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtagsfraktion Heide Schinowsky: „Ich bin sehr skeptisch, ob ausreichend Wasser für eine ab jetzt kontinuierliche Flutung des Ostsees vorhanden ist.“

 „Wir wissen alle nicht, ob in diesem Jahr wieder eine Dürre kommt. Auch deshalb muss mit dem Wasser der Spree sorgsam umgegangen werden. Erst müssen die Bedürfnisse aller anderen Wassernutzer der Spree befriedigt sein; danach darf Wasser in das Tagebaurestloch eingeleitet werden“, fordert Schinowsky. Noch im Januar hatte der Bergbausanierer LMBV auf die problematische Wassersituation hingewiesen. Demnach habe sich zwar die Situation im Unterlauf der Spree etwas entspannt; am Oberlauf gebe es aber nach wie vor erhebliche Defizite.

Planungen zum Cottbuser Ostsee

Die anstehende Umwandlung eines 1.900 Hektar großen Tagebaus in einen künstlichen See beschäftigt die Stadt Cottbus und die übrigen Anrainer des Sees bereits seit den 1980er Jahren. Welche Chancen ergeben sich für die Stadtentwicklung von Cottbus? Wie kann sich die Stadt an den See entwickeln? Welche Risiken sind zu beachten? Neben ersten städtebaulichen Ideen, die in den frühen 1990er Jahren entstanden, sind es seit 2000 immer konkreter werdende Planungsansätze, die diesen komplexen Prozess begleiten.

Um die Transformation eines Tagebaus in einen See zu ermöglichen, ist die Durchführung eines Planfeststellungsverfahrens notwendig. Es dient dazu, den hochkomplexen Vorgang der Flutung vorzubereiten, Verantwortungen zu klären und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt abzuwägen.

Ein erster wesentlicher Schritt zur Anbindung des Sees an die Stadt Cottbus und das Umland war der 2000/2001 durchgeführte internationale Ideenwettbewerb. Hier wurden erste strategische Grundlagen geschaffen. Aus insgesamt 49 Vorschlägen wurden in zwei Wettbewerbsphasen 8 Arbeiten prämiert.

Knapp 3 Jahre nach Durchführung des Wettbewerbs wurden 2004 die damals formulierten Ideen in einer Zukunftswerkstatt weiterentwickelt. Die Ergebnisse der Werkstatt wurden schließlich 2006 im Masterplan festgehalten.

Die Transformation des Tagebaus Cottbus-Nord in den Cottbuser Ostsee ist neben den genannten Planungsvorgängen stark mit der IBA inder Lausitz (2000-2010) verbunden. Sie war Impulsgeber der Regionalentwicklung und „Werkstatt für Neue Landschaften“. Der Cottbuser Ostsee bildet eines von über 25 IBA-Projekten.

Um insbesondere die touristische Ausrichtung des Sees weiter zu konkretisieren, wurde im Jahr 2016 eine Potenzialanalyse durchgeführt. Diese legte den Fokus verstärkt auf die Teilfunktionen Naherholung und Tourismus und infrastrukturelle Entwicklung des Sees.

 

Zum Hintergrund: Aktuelle Wasserstände und Abflüsse für den Pegel Cottbus, Sandower Brücke/ Spree finden Sie hier: http://www.luis.brandenburg.de/w/hwmz/cottbus/pegel/W7100044/Default.aspx?pgnr=5821000

erschienen am: 2019-04-14 im europaticker



Wir verwenden keine Cookies, weil uns das Surfverhalten von mehr als 1 Millionen Besucher monatlich nichts angeht.

Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu dem Beitrag:
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Impressum (Kurzfassung):
EUROPATICKER mit den Magazinen: Umweltruf, Korruptionsreport und Green IT
Das Magazin mit Hintergrund aus der Entsorgungsbranche
Deutscher Presserat (ID-Nummer 3690)

Herausgeber Hans Stephani
Beratender Betriebswirt - Journalist - Autor
Blumenstr. 11, 39291 Möser
Telefon: 039222 - 4125 Telefax: 039222 - 66664
Der EUROPATICKER Umweltruf erscheint im 19. Jahrgang. Das Ersterscheinungsdatum war der 20. März 2000.

Für die Titel: EUROPATICKER, KORRUPTIONSREPORT und UMWELTRUF nehmen ich Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG. in Anspruch.
Ich unterliege dem Presserecht des Landes Sachsen-Anhalt.
Verantwortlich im Sinne des Presserechtes und nach Telemediengestz (TMG) ist: Diplom-Betriebswirt Hans Stephani.

Anzeigenverwaltung:
EUROPATICKER - Verlag  GmbH, Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Stendal unter der Nummer B 2311, Geschäftsführer: Beatrix Stephani, Steuerliche Angaben: Finanzamt Genthin Steuernummer: 103/106/00739, Blumenstr. 11 D-39291 Möser Telefon: 039222 4125, Telefax: telefax@europaticker.de

    Zurück zum Nachrichtenüberblick                                    Diese Meldung ausdrucken