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Steinbruch am Hanickel in Rubenheim Auswirkungen auf Natur und Umwelt schwerwiegend
BUND Saar lehnt Erweiterung des Steinbruchs ab

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FDP Saarpfalz beklagt mangelnde Transparenz um geplante Steinbrucherweiterung

Die FDP Saarpfalz kritisiert den späten Zeitpunkt der Informationsveranstaltung: „Es ist nicht akzeptabel, dass der Erörterungstermin dann stattfinden soll, wenn die Widerspruchsfrist schon über einen Monat abgelaufen ist. Die Bürger sollten zuerst informiert werden und sich dann aufgrund dieser Informationen entscheiden können und nicht umgekehrt“, so Marcel Mucker, Kreisvorsitzender der FDP Saarpfalz.
 
Die Fa. Schmitt Kalkstein GmbH beabsichtigt die Erweiterung des Steinbruchs am Hanickel in Rubenheim im Bliesgau und hat dazu einen Genehmigungsantrag nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) gestellt. In einer Stellungnahme im Rahmen des Genehmigungsverfahrens hat der BUND Saar das Vorhaben abgelehnt. Bereits im Raumordnungsverfahren vor zwei Jahren hatte der BUND zu der geplanten Erweiterung des Steinbruchs auf rund 27 Hektar Stellung bezogen und auf mögliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt hingewiesen.

„Damals wie heute befürchten wir schwerwiegende Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt durch die geplante Erweiterung des Steinbruchs. Dieser großflächige und eher industriell anmutende Abbau ist unserer Auffassung nach nicht vereinbar mit den Zielen des Biosphärenreservats Bliesgau, in dem modellhaft eine nachhaltige Entwicklung in Gang gesetzt werden soll. Wir halten das Vorhaben in dieser Form für nicht genehmigungsfähig“, so Christoph Hassel, Landesvorsitzender des BUND Saar.

Umliegende und hochwertige Naturschutzflächen können durch den beim Abbau entstehenden Staub und auch Lärm stark beeinträchtigt werden. Dort lebende Arten, wie zum Beispiel wie geschützte Schmetterlingsarten (Goldene Scheckenfalter), sind in ihrem Bestand gefährdet. Betroffen ist auch eine Kernzone des BSR Bliesgaus, - durch den Staubeintrag sind nachhaltige Störungen der Waldökosysteme zu befürchten. Durch den Abbau könnten sich auch die wasserführenden Schichten so verändern, dass umliegende Quellen und gesetzlich geschützte Quellbiotope drohen zu verschwinden. Auch ist eine starke Zunahme des Schwerlastverkehrs in den umliegenden Ort während des Abbaus mit entsprechenden Belastungen für die lebenden Menschen zu erwarten.

FDP Saarpfalz beklagt mangelnde Transparenz um geplante Steinbrucherweiterung

„Diese Vorgehensweise ist nicht zu fassen in Anbetracht der mindestens 2 Jahrzehnte dauernden massiven Beeinträchtigungen für Mensch und Natur, die nach der Genehmigung drohen“, ergänzt das Gersheimer Mitglied des Kreisvorstandes Bernhard Kraus.
Das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz will am Dienstag, den 29. Januar 2019 um 9 Uhr morgens zur geplanten Erweiterung des Kalksteinschotterabbaus auf dem Hanickel einen öffentlichen Erörterungstermin in der Kleinturnhalle in Rubenheim durchführen. „Die Wahl des Termins macht es der einheimischen berufstätigen Bürgerschaft unmöglich, sich über den Stand der Erweiterung zu informieren, sich an der Diskussion darüber zu beteiligen und sich eine Meinung zu bilden. Das ist nicht bürgerfreundlich!“, rügt Bernhard Kraus.

Am 28. September 2018 hatte das LUA – unbemerkt von der Öffentlichkeit - in unscheinbaren und schlecht lesbaren Bekanntmachungen in den Medien kundgegeben, dass die Erweiterung beantragt wurde und dass die Widerspruchsfrist bis zum 21.12.18 reicht. Bekanntheit wurde erst durch das Engagement der Bürgerinitiative mittels einer Hausverteilung geschaffen: Die Bürger der betroffenen Orte konnten dadurch vom Termin der Ablauffrist Kenntnis nehmen und erhielten als Hilfestellung für Widersprüche ein Schreiben mit Gegenargumenten. Dies führte dann zu der großen Anzahl von Widersprüchen, auch aus Herbitzheim und Rubenheim.

„Echte Bürgerbeteiligung ist offenbar eine Fremdwort für die etablierten Parteien: CDU; SPD, Grüne oder Linke in Gersheim hielten sich bezüglich der Information der Bürger vor Ort  seltsam bedeckt“, so Bernhard Kraus abschließend. Zumindest der Bürgermeister und die Ortsvorsteher von Herbitzheim und Rubenheim hätten beispielsweise durch Infoveranstaltungen oder Flyer - vor dem Ende der Widerspruchsfrist - über die Sachlage informieren können.
Bild: Foto: BUND / Dr. Martin Lillig

erschienen am: 2019-01-09 im europaticker



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