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Abfall-Allianz unternimmt Anstrengungen zum Stopp von Schadstoffbelastungen durch Abfälle

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PREVENT Waste Alliance gegründet – BDE und Mitgliedsunternehmen dabei

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat Freitag (09.05.2019) mit über 30 Organisationen aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie mit Indonesien und Ghana die internationale Abfall-Allianz PREVENT gegründet. Ziel des Bündnisses sind neben der weltweiten Transformation der linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft unter anderem auch Maßnahmen zur Verminderung des Abfalls und Anstrengungen zum Stopp von Schadstoffbelastungen durch Abfälle. Die Gründungsveranstaltung eröffnete der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller. Zu den 31 Gründungsmitgliedern dieser Vereinigung gehören neben dem BDE mit den Unternehmen GreenCycle, Remondis, Umicore, Suez und Duales System Deutschland (DSD) auch fünf Mitgliedsunternehmen des Verbandes.

Minister Gerd Müller: "Müll wird immer mehr zu einer globalen Überlebensfrage wie der Klimawandel. Nach Schätzungen wird der weltweite Abfall bis 2050 um 70 Prozent wachsen – auf 3,4 Milliarden Tonnen. Der Plastikmüll in den Meeren wird sich verzehnfachen. Die größten Müllhalden der Welt befinden sich mittlerweile auf den Ozeanen. Der größte dieser Müllstrudel ist viermal so groß wie Deutschland. Das sind Hiobsbotschaften. Bis 2050 könnte mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren schwimmen – wenn wir nicht endlich gegensteuern. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für Abfallvermeidung, fachgerechte Entsorgung und Recycling weltweit. Deutschland ist hier international ein Vorreiter. Mit der Abfall-Allianz wollen wir dieses Wissen und Technologie in Schwellen- und Entwicklungsländer bringen. Dort werden bislang nur vier Prozent der Abfälle wiederverwertet. Deswegen freue ich mich, dass mit der Abfallallianz konkrete Projekte in Indonesien und Ghana entstehen. Denn Abfall ist kein Müll, sondern wertvoller Rohstoff."

Die internationale Abfall-Allianz PREVENT vernetzt über 30 verschiedenen Organisationen, aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft, um neue Projekte für Abfallvermeidung, Wiederverwertung und fachgerechte Entsorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu schaffen. So entsteht der dringend erforderliche Wissens- und Technologietransfer für eine moderne Abfallwirtschaft. Unter den Teilnehmern sind das Bundesumweltministerium, der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE), der WWF Deutschland, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie das Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung (IVV).

„Kreislaufwirtschaft muss in den nächsten Jahren das Top-Thema auf der internationalen Agenda werden“, forderte der Präsident des BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V., Peter Kurth, anlässlich des Starts der PREVENT Waste Alliance am Donnerstag in Berlin.

„Mit Blick auf die weltweite Entwicklung von Konsum und Produktion wird immer klarer, dass wir den Ressourcenschutz weiter verstärken und noch intensiver auf Nachhaltigkeit setzen müssen. Wir müssen deshalb den Abfall noch mehr als Rohstoff begreifen. Darin liegt der Schlüssel zur Circular Economy“, so Kurth weiter.

„Wir begrüßen nachdrücklich die Gründung dieser Allianz und danken Minister Dr. Müller für sein vielfältiges Engagement rund um die Kreislaufwirtschaft. Jetzt gilt es, dass dieses Bündnis schnell weitere Partner findet. Die Koalition hat beschlossen, dass in dieser Legislaturperiode die internationale Kreislaufwirtschaft der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werden muss. Die Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des Bundesumweltministeriums ist ein wichtiger Schritt bei diesen Bemühungen“, sagte der BDE-Präsident.

Nach den Worten Kurths entwickelten die Mittelschichten weltweit ein Konsumverhalten, das ähnliche Abfallströme wie in Europa hervorbringe. Daher gelte es nun verstärkt zum einen in diesen Ländern kreislauffähige Abfallstrukturen zu etablieren, zum anderen aber auch internationale Partnerschaften für den Export von Recyclingrohstoffen zu schaffen. Zudem müssten illegale Abfalltransporte auf internationalen Wegen stärker bekämpft und auch strafrechtlich verfolgt werden.

„Natürlich lassen sich westeuropäische Strukturen nicht ohne Weiteres auf Schwellenländer in Asien oder Afrika übertragen. Es ist aber notwendig und auch sinnvoll, Strukturen der Kreislaufwirtschaft in diesen Ländern modulartig zu entwickeln und aufzubauen. Ein Instrument dazu ist die PPREVENT Waste Alliance“, so Kurth abschließend.

Die Industrie ist vertreten mit Nestlé, Werner & Mertz und ALPLA und Sozialunternehmen wie Grameen Creative Lab und Plastic Bank. Aus der Abfall- und Recyclingwirtschaft wirken unter anderem Der Grüne Punkt, Umicore, Remondis, Wastecon und Blackforest Solutions mit. Zu den Mitgliedern zählen auch die German RETech Partnership und der Gesamtverband Kunststoffverarbeitender Industrie (GKV).

Zu den wissenschaftlichen Gründungsmitgliedern zählen Lehrstühle und Institute der Universitäten Dresden, Kassel und Rostock, die United Nations University sowie das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE).

Das Entwicklungsministerium (BMZ) fördert Abfallentsorgung, Recycling und Schaffung einer Kreislaufwirtschaft weltweit.

So baut das BMZ in Ghana auf der größten Elektroschrott-Halde Afrikas ein Recycling-System auf, bei dem bis zu 10.000 Menschen in Recycling ausgebildet werden und einen Job finden. Bislang sind die Menschen beim Zerlegen der alten Elektrogeräte ungeschützt giftigen Dämpfen ausgesetzt, Säuren gelangen in Boden und Gewässer.

In Indonesien investiert das BMZ in den Bau von modernen Mülldeponien und Sortieranlagen. Denn mehr als die Hälfte aller Kunststoffabfälle stammt aus nur fünf Ländern: China, Indonesien, den Philippinen, Vietnam und Thailand. Viele dieser Abfälle gelangen über Flüsse in die Meere.

 

 

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erschienen am: 2019-05-12 im europaticker



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