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Große Mengen von Methangas in der Umwelt können durch ein EU-weites Deponierungsverbot
für unbehandelte Siedlungsabfälle wirksam eingespart werden

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BDE-Mitgliederversammlung 2019 – Resolution „Zeit zum Handeln“ verabschiedet

Die Unternehmen der deutschen Kreislaufwirtschaft fordern von der Politik mehr Engagement für den Klimaschutz. Dazu hat der BDE Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser– und Rohstoffwirtschaft e. V. auf seiner diesjährigen Mitgliederversammlung am Donnerstag in Berlin eine Resolution verabschiedet. In dem 8-Punkte-Papier, das den Titel „Zeit zum Handeln - Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft“ trägt, fordert der Branchenverband eine ambitionierte Kreislaufwirtschaftspolitik.

„Die Erkenntnisse sind seit langem bekannt, nur die Umsetzung stimmt nicht. In der Wissenschaft besteht Einigkeit, dass in der Kreislaufwirtschaft erhebliche Potentiale stecken. Die Politik jedoch greift diese Chance nicht auf. Aber nur mit klugen politischen Instrumenten können wir den Schatz der Kreislaufwirtschaft wirklich heben“, erklärte BDE-Präsident Peter Kurth bei der Vorstellung der Resolution.

Das Problem ist augenfällig: Deutschland verbraucht Jahr für Jahr mehr natürliche Ressourcen als nachwachsen können, und dies bei einer eingespielten Kreislaufwirtschaft. Deshalb moniert die Branche insbesondere den mit 14 Prozent geringen Anteil an Recyclingrohstoffen in der industriellen Produktion.

Mehr Engagement für die Kreislaufwirtschaft ist nach BDE-Überzeugung ein entscheidender Schritt vom Ressourcenverbrauch hin zum Ressourcengebrauch, der unerlässlich für eine nachhaltig funktionierende Wirtschaft ist. Der Verband und seine Mitgliedsunternehmen sind sich sicher: ohne Kreislaufwirtschaft werden der Kampf gegen den Klimawandel, die Energiewende und ein generationengerechter Umgang mit Rohstoffen nicht gelingen.

Schwerpunkte der Forderungen an die Politik sind u.a. die Festlegung einer Mindesteinsatzquote von Recyclingrohstoffen (Rezyklaten) in neuen Produkten (Minimal-Content-Regelung), um die Nachfrage nach diesen Materialien wirksam zu fördern. Außerdem macht sich der Verband für die Einführung eines Recycling-Labels stark, damit die Verbraucher ihre Produkte beim Einkauf auch nach diesen Kriterien auswählen können.

Große Mengen von Methangas in der Umwelt können zudem durch ein EU-weites Deponierungsverbot für unbehandelte Siedlungsabfälle wirksam eingespart werden.

Die vollständige Resolution finden Sie hier.

Der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung hatte am späten Vormittag im Berliner Sheraton-Hotel mit Ansprachen prominenter Redner begonnen. Zum Thema „Kreislaufwirtschaft von morgen - Trends, Herausforderungen, Potentiale“ kamen der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, der Präsident des BDI - Bundesverbandes der Deutschen Industrie e. V., Prof. Dieter Kempf, der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Martin Stuchtey und der Redaktionsleiter des Branchendienstes EUWID Recycling und Entsorgung, Tom Wilfer, zu Wort. In ihren Beiträgen beleuchteten die Gastredner die Branche aus ihrer eigenen speziellen Perspektive.

Bundesminister Altmaier würdigte außerdem die deutsche Entsorgungswirtschaft, die ein echter Wirtschaftsfaktor und ein Asset im internationalen Wettbewerb sei. Er lobte diesen privatwirtschaftlich getragenen und marktwirtschaftlich organisierten Wirtschaftszweig, der ohne staatliche Subventionen auskomme. Der Minister dankte dem BDE für die Vorlage seiner Kunststoffstrategie. In der Klimaschutzdiskussion bot Altmaier einen Dialog zwischen dem BDE und allen zuständigen Ministerien an, der nach der Sommerpause starten soll. Eine Diskussion sei gut und wünschenswert, damit die Kreislaufwirtschaft ihre Potentiale im Hinblick auf den Klimaschutz besser entfalten könne.

Kurth zeigte sich zufrieden: „Dies ist ein sehr guter Tag für Branche und Verband. Ich danke allen Rednern, die engagiert ihre Meinung zur Kreislaufwirtschaft und zu ihren Entwicklungspotentialen vorgetragen haben. Diese Positionen sind für unsere Branche Impuls und Stärkung. Wir als Verband sind sicher, dass die deutsche Recyclingwirtschaft einen wesentlichen Beitrag zur Transformation der linearen Wirtschaft hin zur Kreislaufwirtschaft leisten kann. Wir können durch unsere Tätigkeit natürliche Ressourcen schützen und zum Klimaschutz beitragen, indem wir Recyclingrohstoffe auf den Markt bringen. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und eine bessere internationale Zusammenarbeit. Ich bin sicher, dass die Chancen und Potentiale der Kreislaufwirtschaft bei weitem noch nicht voll entfaltet sind.“

erschienen am: 2019-06-10 im europaticker



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