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Verknüpfung von Verkehrs- und Energienetz mit Logistik

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Entwickelt in Sachsen-Anhalt: Intelligente Mobilitätsräume und Autonome Lastenräder

Mit einer leistungsfähigen Infrastruktur ist Sachsen-Anhalt heute nicht nur ein wichtiger Logistikstandort in der Mitte Europas. Auch eine einzigartige Forschungslandschaft prägt seit Jahrzehnten die angewandte technische Logistik und treibt deren Digitalisierung voran. Zukunftsprojekte wie Autonome Lastenräder und die Generierung von Intelligenten Mobilitätsräumen aus Sachsen-Anhalt sind einzigartig in Europa.

„Die Digitalisierung stellt eine der wenigen Chancen dar, den gordischen Knoten zu lösen, der sich aus zwei gegenläufigen Herausforderungen für die Logistik ergibt“, sagt Professor Fabian Behrendt vom Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg. Einerseits müsse die Logistik mit umweltfreundlichen Prozessen die steigenden Anforderungen des Klimaschutzes realisieren. Auf der anderen Seite habe die Logistik aber die immer komplexeren, weltweit gespannten Wertschöpfungsnetzwerke zu organisieren. „Und das in Zeiten mit zunehmenden politischen Unsicherheiten, immer knapperen Kapazitäten in der Infrastruktur und steigenden Warenaufkommen sowie immer höheren Ansprüchen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Qualität in der Zustellung und Prozessorganisation“, so Professor Behrendt. Der Wissenschaftler erforscht die Digitalisierung von Produktions- und Logistiksystemen im Kontext der Industrie 4.0. Die Digitalisierung selbst aber, fügt er hinzu, ist für viele Logistiker, aber auch Unternehmen und öffentliche Organisationen ebenfalls eine immense Herausforderung. „Künftig muss es gelingen, Arbeitnehmer auf neue Arbeitswelten vorzubereiten, die Investitionen in digitale Technologien und Prozesse zu steigern und intelligente Mobilitäts- und Logistikräume zu gestalten.“
Genau daran wird in Sachsen-Anhalt gearbeitet. Der Forschungsstandort Magdeburg hat sich dabei vor allem in zwei eng mit der klassischen Logistik verbundenen Themenbereichen profiliert - in der Digitalisierung der Fabrik und auf dem Gebiet der Intelligenten Mobilitätsräume. Das Fraunhofer IFF etwa verfolgt mit einem ganzheitlichen Ansatz über Robotik, Mess- und Prüftechnik, Virtuellem Engineering, der Fabrikplanung bis hin zur Materialfluss- und Identifikationstechnik das Ziel, Produktionsanlagen und den Anlagenbau für die Industrie 4.0 fit zu machen.

Verknüpfung von Verkehrs- und Energienetz mit Logistik
„Mit den Intelligenten Mobilitätsräumen als Forschungsnetzwerk an der Otto-von-Guericke-Universität soll die Digitalisierung des Verkehrssystems erfolgen und mit der Energieversorgung und der Logistik verknüpft werden. Ersteres ist Grundlage für die umweltfreundliche Elektromobilität, das Zweite für die nachhaltige und stauarme Bewegung von Gütern und Menschen, die besonders in Städten an ihr Limit kommt“, sagt Professor Fabian Behrendt. So hat das Fraunhofer IFF mit renommierten Industriepartnern neue Ansätze zur sogenannten Sektorenkopplung entwickelt: die Verbindung von Energienetzen und Verkehrsnetzen. „Beide Infrastrukturen sind bereits jetzt stark belastet, zunehmend flüchtige Erneuerbare Energien und Elektro-Fahrzeuge verlangen neuen Ausbau- und strategischen Steuerungsbedarf, für die umsetzbare Lösungen gesucht werden“, so Behrendt.

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg untersucht dies aktuell im Partner-Projekt „InKoLa - Infrastrukturkopplung - Platzierung und Betrieb von Ladestationen aus Verkehrs- und Energienetzsicht“. Dabei erarbeitet ein interdisziplinäres Team aus Logistik und Netztechnik eine Strategie zur Implementierung von Ladeinfrastruktur und deren Bewirtschaftung in der sachsen-anhaltischen Stadt Burg. Ziel ist es, an optimalen Standorten in der Kommune Ladesäulen zu installieren, die miteinander vernetzt und mit einem Reservierungssystem für den Nutzer ausgestattet werden.

„Transformer“ forscht am autonomen Lastenrad
Das Fraunhofer IFF ist auch  eingebunden in die Forschungsprojekte der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum autonomen Lastenrad. Das interdisziplinäre Team „Transformers“ aus der Informatik, Logistik, Maschinenbau und Umweltpsychologie will Bikesharing-Systeme in die nächste Generation befördern. Mit einem autonomen Ruf-Dienst erlaubt es eine echte Tür-zur-Tür Mobilität, eine vollständige Integration in multimodale Reiseketten und neue Kombinationsvarianten von Gütertransporten und Personenfahrten. „Das charmante an der Nutzung der Lastenräder ist, dass diese weniger belastete Radwege nutzen können und durch einen deutlich geringeren Flächen- und Energieverbrauch die Umwelt sowie Städte deutlich entlasten können“, sagt Wissenschaftler Fabian Behrendt. Die Forschungsprojekte zum Autonomen Lastenrad und die Generierung der Intelligenten Mobilitätsräume in Sachsen-Anhalt seien einzigartig in Europa.

Der Bereich „Mobilität und Logistik“ steht auch im Fokus der Sonderpreise des diesjährigen Hugo-Junkers-Preises für Forschung und Innovation. Er wird vom Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt ausgelobt. Damit sollen zukunftsweisende Innovationen aus Wissenschaft, Industrie und Handwerk „Made in Sachsen-Anhalt“ ausgezeichnet werden. Bewerbungsschluss ist der 1. Oktober 2019. Mehr Informationen dazu sind auf der Internetadresse www.hugo-junkers-preis.de abrufbar.
Autor: Michael Falgowski

erschienen am: 2019-06-10 im europaticker



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