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Hinz: Mit dem Feldflurprojekt Gießen-Süd schaffen wir Lebensraum für bedrohte Arten

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Artensterben vor Ort stoppen: Schutzprojekt für Feldhamster, Feldlerche, Rebhuhn & Co gestartet

„Wir müssen den dramatischen Verlust von Tier- und Pflanzenarten im Offenland stoppen“, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute beim Start des Feldflurprojekts Gießen-Süd in Langgöns. Ziel des Projekts bei Langgöns mit 3.500 Hektar landwirtschaftlicher Fläche ist es, die Lebensräume von Feldhamster, Feldlerche, Rebhuhn, Grauammer und weiterer Arten zu verbessern. Dies geschieht durch Maßnahmen, wie die Anlage von Blühstreifen und das Belassen von Teilflächen, auf denen Getreide nicht geerntet wird.

Das Projekt in Langgöns ist Teil des Schutzprogramms „Förderung von Leitarten der Feldflur“, das auf Initiative des Umweltministeriums 2018 startete. Neun der zehn geplanten Schwerpunkträume sind festgelegt, sechs Projekte sind nun mit dem Projekt Gießen-Süd gestartet. Hessen steuert mit den Projekten dem Artenverlust auf landwirtschaftlich, vor allem ackerbaulich, genutzten Flächen entgegen. „Feldhamster, Feldlerche, Rebhuhn & Co waren noch vor wenigen Jahrzehnten in Hessen häufig in den Feldfluren anzutreffende Arten. Heute sind sie bedroht, weil ihr Lebensraum sich durch die immer intensivere Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen stark verändert hat. Hecken, blühende Ränder an Feldwegen und brachliegende Flächen sind vielerorts verschwunden“, erklärte Hinz. Laut dem Feldvogelindex hat sich die Anzahl der Ackervögel seit 1980 halbiert. Weltweit sind laut Weltbiodiversitätsrat (IPBES) eine Million Arten vom Aussterben bedroht. „Dem Artensterben müssen wir konsequent entgegentreten. Mit dem Verlust der Biologischen Vielfalt sind unsere eigenen Lebensgrundlagen in Gefahr“, betonte Umweltministerin Priska Hinz.

700.000 Euro stehen für Feldflurprojekte bereit

Das Land Hessen hat deshalb zur Finanzierung von Naturschutzmaßnahmen insgesamt mit dem Doppelhaushalt 2018/2019 die Rekordsumme von 19 Millionen Euro jährlich eingeplant. Für die Feldflurprojekte stehen 700.000 Euro für die Jahre 2018 und 2019 zur Verfügung. Eine Fortsetzung ist fest eingeplant.
Beim Feldflurprojekt Gießen-Süd besteht vor allem aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit des NABU vor Ort bereits eine gesunde Feldhamsterpopulation, die sich durch das Projekt möglichst weiter ausbreiten soll. Blühflächen sollen Bodenbrütern wie Rebhuhn und Feldlerche zugutekommen. Ein Schwerpunkt des Projekts liegt darin, die Landwirtinnen und Landwirte vor Ort zu den Ansprüchen der Arten zu beraten, für diese zu sensibilisieren sowie die zahlreichen Akteure vor Ort, die in der landwirtschaftlichen Fläche etwas verändern können, zu vernetzen. „Gemeinsam mit allen Beteiligten aus Verwaltung, Landwirtschaft, Naturschutz und Jägerschaft können wir die Bedingungen für die bedrohten Feldarten verbessern“, so die Ministerin.

Hintergrundinformation

Mit dem Schutzprogramm „Förderung von Leitarten der Feldflur“ will das Land Hessen für die Tierarten im Agrarland in Hessen wieder geeigneten Lebensraum schaffen. Dabei geht es um Blühflächen, Brachen, Feldraine und Hecken, die als früher häufige Bestandteile der Kulturlandschaft wieder vermehrt entstehen sollen. Die ersten fünf Feldflurprojekte in Wiesbaden, im Main-Kinzig-Kreis, im Wetteraukreis, bei Limburg und in Bad Zwesten gingen bereits 2018 an den Start. Weitere Projekte sind derzeit in Vorbereitung und sollen 2019 und 2020 realisiert werden. Neben den Sondermitteln in Höhe von 700.000 Euro für 2018 und 2019, die in die Projekte fließen, werden bestehende Förderprogramme, wie das Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) in den Projekträumen gebündelt.

erschienen am: 2019-06-12 im europaticker



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