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Bundesfischereiministerin Klöckner setzt sich auf EU-Ebene für Belange der küstennahen Fischerei ein

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Fischbestände in der Ostsee müssen sich erholen

Bei einem Besuch des Fischverarbeitungsbetrieb Eurobaltic auf Rügen, einen der größten Arbeitgeber der Region, hat sich die Bundesfischereiministerin Julia Klöckner gestern mit Vertretern der Küsten- und Kutterfischerei, der Wissenschaft und Politik über die schwierige Lage der Küstenfischerei ausgetauscht. Der hiesige Landeslandwirtschafts- und umweltminister, Dr. Till Backhaus, dankte der Ministerin dabei für die finanziellen Hilfen, die ihr Haus den Ostseefischern für die vorübergehende Einstellung der Fangtätigkeit gewährt. „Damit helfen wir den Fischern kurzfristig, ihren Lebensunterhalt zu sichern und langfristig, weil sich durch die befristeten Stilllegungsphasen die Bestände nachhaltig stabilisieren“, so Julia Klöckner.

Besonders beim westlichen Hering und östlichen Dorsch ist die Lage der Bestände schwierig. Grund dafür ist gerade beim Hering allerdings nicht die Befischung, sondern die Auswirkungen des Klimawandels: Seit einigen Jahren kommen die Heringe aufgrund der Erwärmung der Meere zu früh zum Laichen in die Ostsee, wenn die Nahrung für den Nachwuchs noch fehlt.

Julia Klöckner: „Der Zustand mehrerer Fischbestände bereitet mir große Sorgen. Dass sie sich nachhaltig erholen, ist vor allem auch im Interesse unserer hier ansässigen Fischer und fischverarbeitenden Betriebe. Die Branche ist prägend für die Region, über Generationen wird der Beruf ausgeübt, viele Familien leben von der Fischerei. Umso mehr verstehe ich ihre Anliegen und Sorgen. Seit einigen Jahren haben sie mit sinkenden Fangquoten zu kämpfen, alternative Fangmöglichkeiten bestehen kaum.“

Deutschland werde auf europäischer Ebene daher aktiv an einem umfassenden Aktionsplan zur Erholung des westlichen Herings und östlichen Dorschs mitwirken, der die Belange der Küstenfischerei besonders beachte, betonte die Ministerin. Ihr Überleben wolle man sichern, das habe sie beim vergangenen Agrar- und Fischereirat in Luxemburg deutlich gemacht.

„Sollte es dennoch dazu kommen, dass die Fischer vorübergehend ihre Fangtätigkeit einstellen müssen, werden wir sie mit Beihilfen unterstützen. Ihre Belange habe ich auch im Blick, wenn es um den Brexit und seine Auswirkungen sowie um Schäden geht, die durch Kormorane verursacht werden.“

Dass das Thema für das Bundesministerium ein wichtiges Anliegen ist, verdeutlicht, dass Julia Klöckners Parlamentarischer Staatssekretär, Michael Stügben, bereits für heute zu einem Runden Tisch „Ostseefischerei 2020“ eingeladen hatte. Gemeinsam mit den Ländern, Parlamentariern, der Wissenschaft und den Fischereiverbänden will man sich hier ein genaues Bild der aktuellen Lage machen. Diskutiert werden mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Ostseefischer. Dabei geht es insbesondere auch um die von der EU-Kommission geplante Sofortmaßnahme für den östlichen Dorsch, die einen kompletten Fangstopp bis Ende des Jahres vorsieht.

Dazu Michael Stübgen: „In Brüssel setzen wir uns für gezielte Ausnahmen für die küstennahe Fischerei unter anderem im Meeresgebiet um Rügen ein. Denn der angedachte Fangstopp hätte verheerende Auswirkungen für die kleine handwerkliche Fischerei an der Ostsee, die auf die Direktvermarktung angewiesen ist. Diese wichtigen lokalen Strukturen, die zur Identität der Region beitragen, wollen wir erhalten.“

 

erschienen am: 2019-07-09 im europaticker



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