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Neben den investiven Maßnahmen ist es aber auch notwendig, die Vegetation zwischen
den Deichen im Auge zu behalten

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100 Mio. Euro für den Hochwasserschutz an der Elbe

Kosten in Höhe von rund 100 Mio. Euro kalkuliert das neue Hochwasserschutzkonzept Mecklenburg-Vorpommerns für die Anpassung des Hochwasser­schutzsystems an der Elbe an die gestiegenen Bemessungswerte eines Jahrhunderthochwassers. Das ist etwa genauso viel wie Mecklenburg-Vorpommern in den letzten 30 Jahren für den Hochwasserschutz an der Elbe bereits investiert hat. „Wenn es um den Schutz von Menschenleben und materieller Werte in Höhe von rund 500 Millionen Euro geht, dann ist diese Summe gut angelegtes Geld“, sagte Umweltminister Dr. Till Backhaus, der das neue Konzept heute in Neu Kaliß auf einer Konferenz mit regionalen Verantwortungs­trägern und Verbänden diskutierte.

Mecklenburg-Vorpommern ist für den Hochwasser­schutz an der Elbe um Dömitz und Boizenburg sowie den Rückstaubereich an den Zuflüssen (Müritz-Elde-Wasserstraße, Löcknitz, Sude und Boize) zuständig. Das alte Hochwasserschutzkonzept ging von Erfordernissen eines so genannten Jahrhundert­hochwassers aus, die 1983 ermittelt worden waren. Das neue vorgestellte Konzept betrachtet nun erforderliche Maßnahmen für ein Jahrhunderthoch­wasser, auf dessen Kennwerten sich die Elbländer 2009 nach Auswertung des Hochwassers 2002 verständigt hatten und die 2018 noch einmal überprüft wurden.

„Hochwasserschutz ist und bleibt eine Daueraufgabe, auch wenn es gegenwärtig wegen der niedrigen Wasserstände etwas anders aussieht “, sagte Backhaus. Er erinnerte daran, dass sich die starken Regenfälle von 2002 und 2013, die zu Hochwasser­ereignissen an der Elbe führten, jederzeit wiederholen könnten und sich im Zuge des Klimawandels sogar die Gefahr besteht, dass es sommers häufiger zu derartigen Starkregen kommen werde.

„Ich bin daher froh, dass es uns gelungen ist, das Nationale Hochwasserschutzprogramm auf den Weg zu bringen, mit dessen Hilfe auch an der Elbe Maßnahmen wie Deichrückverlegungen und der Bau von Flutpoldern umgesetzt werden“, so Backhaus. „Das wird jedoch noch geraume Zeit dauern. Deshalb sind wir gut beraten, nicht erst auf die positive Wirkung von Maßnahmen des Nationalen Hochwasserschutz­programms am Oberlauf der Elbe zu warten, sondern parallel unser eigenes Hochwasserschutzsystem an die aktuellen Erfordernisse anzupassen.“

Erste Maßnahmen aus dem Konzept befinden sich bereits in der Planung. Die umfangreichste und als dringendst angesehene ist die Rückverlegung des Hafendeiches Boizenburg. Hier soll ein neuer Deich die gestiegenen Hochwasserschutzanforderungen erfüllen und gleichzeitig rund 74 ha dem natürlichen Überflutungsregime der Elbe zurückgegeben werden.

Neben den investiven Maßnahmen sei es aber auch notwendig, die Vegetation zwischen den Deichen im Auge zu behalten, betonte Backhaus. Denn das sei für den Wasserabfluss von großer Bedeutung. „Ich bin mir dabei durchaus bewusst, dass wir uns mit allen Maßnahmen in einem sehr sensiblen Naturraum, dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe, bewegen. Unser Ziel muss es sein, die Entwicklung des Naturraumes mit den Ansprüchen des Hochwasserschutzes in Einklang zu bringen“, so Backhaus. Dazu seien neue Wege erforderlich. Er sei stolz darauf, dass Hochwasserschützer und Naturschutzverwaltung sich darauf geeinigt haben, das Hochwasserabflussprofil mit Stand 2016 zu halten.

An der Konferenz nahmen auch Vertreter aus den Nachbarländern Brandenburg, Niedersachen und Schleswig-Holstein teil.

erschienen am: 2019-07-09 im europaticker



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