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Der Concordia See war durch ein Unglück vor genau 10 Jahren bekannt geworden

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Nordufer am Concordia See ab Juli 2019 offiziell freigegeben

Nach umfangreichen Sanierungs- und Sicherungsarbeiten durch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) kann in Abstimmung mit allen Beteiligten das teilgeflutete Tagebaurestloch Nachterstedt abschnittsweise für die Zwischennutzung freigegeben werden. Damit ist eine vorgezogene touristische Teilnutzung am nördlichen Strandabschnitt (Schadelebener Ufer) nach zehn Jahren wieder möglich. Die Allgemeinverfügung des Salzlandkreises tritt am 13. Juli 2019 in Kraft.

Der Concordia See war durch ein Unglück vor genau 10 Jahren bekannt geworden. Am 18. Juli 2009 stürzte gegen 4:40 Uhr im Bereich des Ortes Nachterstedt ein etwa 350 mal 150 Meter breiter Landstreifen in den entstehenden See. Dabei wurden ein Doppelhaus, ein Teil eines weiteren Doppelhauses sowie ein Straßenabschnitt mit Aussichtspunkt und Informationskiosk in die Tiefe gerissen; die abgerutschte Erdmasse wird auf 4,5 Millionen Kubikmeter geschätzt. Drei Personen starben, 41 weitere Personen der Siedlung Am Ring wurden obdachlos.

Der abgerutschte Standort war Teil einer Tagebaukippe aus der Zeit vor 1926, die in den 1930er Jahren zur Bebauung mit Eigenheimen freigegeben wurde.[5] Es wurde anfänglich vermutet, dass unverfüllte Strecken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als die Kohle noch im Tiefbau gewonnen wurde, Auslöser des Erdrutsches sein könnten. Als Ursache wahrscheinlicher erschien zunächst ein Setzungsfließen. 1950 und 1959 hatten sich in dem Tagebau bereits durch Setzungsfließen verursachte Erdrutsche ereignet, wobei 1959 ein Arbeiter ums Leben kam.

Drei Monate nach dem Erdrutsch hat die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) Hinweise auf ein kleines Erdbeben als Ursache des Unglücks bestätigt. Ein Institut der Universität Leipzig hat sechs Minuten vor dem Eingang des ersten Notrufs in Nachterstedt eine Erschütterung von 1,0 auf der Richterskala registriert.

Dazu erklärt LMBV-Geschäftsführer Klaus Zschiedrich: „Nach jahrelangen aufwendigen und intensiven Sanierungsanstrengungen ist es gemeinsam mit allen Partnern gelungen, diesen für die Region wichtigen Meilenstein zu erreichen. Es ist jedoch aus Sanierungssicht nur ein Zwischenschritt. Die Sicherungsarbeiten am südlichen Ufer werden noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit ist es deshalb notwendig, dass außer dem Schadelebener Ufer alle anderen Böschungsbereiche weiterhin gesperrt bleiben und nicht betreten werden dürfen.“

Die Stadt Seeland hat für den Concordia See einen Masterplan für die touristische Erschließung erarbeitet. Mit der jetzt erfolgten Teilfreigabe wird es nun darauf ankommen, mit Unterstützung des Landes weitere Investitionen in die touristische Infrastruktur auf den Weg zu bringen. Heidrun Meyer, Bürgermeisterin der Stadt Seeland: „Die touristische Nutzung des Concordia Sees ist für unsere Region von großer Bedeutung. Die Entwicklung unserer Stadt Seeland und das Wohlbefinden unserer Bürgerinnen und Bürger ist eng verbunden mit der Fortsetzung unserer touristischen Pläne. Eine lange Zeit mussten wir darauf warten, nun ist mit der Teilnutzung des Sees die erste Etappe genommen. Meinen Dank an alle, die daran gearbeitet und auch geglaubt haben.“

Luftbild: Nordufer des Concordia Sees, LMBV/Radke

erschienen am: 2019-07-10 im europaticker



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