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Mode als Wegwerfware: Preis ist ausschlaggebend, Umweltbelastung kaum

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Greenpeace-Konsumenten-Umfrage zu Bekleidung

Um ein genaueres Bild über Kauf- und Nutzungsverhalten von ÖsterreicherInnen hinsichtlich Kleidung zu erhalten, hat Greenpeace eine repräsentative Umfrage durchgeführt.  Das Ergebnis ist ernüchternd: Kleidung wird vorwiegend als kurzlebiges Wegwerfprodukt gesehen und auch so behandelt.

Mode ist heute zu einem sehr kurzlebigen Produkt geworden. Die Industrie gibt hier das Tempo vor – und die KonsumentInnen steigen darauf ein. Oft bleiben Umweltschäden unbeachtet oder werden unter den Teppich gekehrt. Dabei braucht etwa die Produktion einer Jeanshose enorme 8.000 Liter Wasser, und das ist nur eines von vielen Beispielen. Um Kleidung herzustellen, werden Unmengen an Ressourcen und Chemikalien eingesetzt sowie Wasser verbraucht und verschmutzt.

Wie sich die österreichischen KonsumentInnen durch ihr Kauf- und Nutzungsverhalten in diesem Themenkomplex positionieren, hat Greenpeace durch eine Umfrage herausgefunden. Dafür wurden 1.500 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren interviewt.

Preis ist ausschlaggebend, Umweltbelastung kaum

Im Durchschnitt besitzen die ÖsterreicherInnen 85 Kleidungsstücke, davon 26 kurzärmelige Oberteile, 13 Hosen, 14 Paar Schuhe und 8 Jacken. Beim Kauf wird vor allem auf den Preis, dann erst auf Qualität und Material geachtet. Die Herstellungsbedingungen und Umweltbelastung sind in diesem Ranking sogar weit abgeschlagen. Am häufigsten gekauft wird bei internationalen Herstellern wir H&M oder Zara (57,6%), 2,5% kaufen in Second-Hand-Läden, genauso viele gebraucht im Internet. 0,7% stellen ihre Kleidung selbst her oder tauschen sie.

Kurze bis keine Tragedauer, rasches Aussortieren

11,4% der Schuhe werden nicht einmal ein Jahr lang getragen, bevor sie aussortiert werden. Am meisten halten sich Jacken und Mäntel in den heimischen Kleidungsschränken: 68,5% davon mehr als drei Jahre. Aussortiert wird oft allein deswegen, weil das Stück nicht mehr gefällt oder weil der Kleiderschrank sonst überfüllt wäre. Meistens landen nicht mehr erwünschte Teile auf dem Müll – 44,8% haben in den letzten sechs Monaten Kleidung weggeworfen. Schenken und Spenden an Unbekannte liegt hier an zweiter Stelle mit 42,1%. Am wenigsten populär ist es zu tauschen oder zu verleihen – doch werden diese Alternativen von der jüngeren Generation bereits mehr genutzt.

Nach Angaben aller Befragten wird von den 14 bis 69-Jährigen etwa jedes achte Kleidungsstück nie, fast nie oder nur sehr selten getragen (rund 13 Prozent). Insgesamt entspricht das mindestens 72 Millionen Kleidungsstücken (oder 11 Teilen pro Person), die vollkommen oder nahezu ungenutzt nur für den Schrank produziert wurden.

Wunsch nach Kleidung mit Garantie

Neben den sehr ernüchternden Ergebnissen zeigt sich aber auch ein spannender Trend: Eine/r von fünf ÖsterreicherInnen wünscht sich Kleidung mit Garantie, wie es sie etwa bei Elektrogeräten gibt. Einige kleine Hersteller fairer Mode bieten das bereits an – ein sehr wirksames System, um die Lebensdauer der Einzelstücke zu verlängern.

Die Studie zeigt: Die Masse des Kleiderverbrauchs ist ein großes Problem, dem entgegengewirkt werden muss. Hierzu braucht es, so wie für jede Verhaltensänderung, Anreize. Es ist Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen und Vorgaben für eine nachhaltige Kleidungsproduktion zu schaffen und es ist Pflicht der Firmen, alternative Lösungen zu entwickeln und weg von der Fast Fashion hin zu zukunftsfähigen Modellen zu finden.

Mehr Infos …

Greenpeace-Umfrage: Mode als Wegwerfware

Link zum Factsheet der Umfrage

 

 

erschienen am: 2019-07-11 im europaticker



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