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IPPC-Bericht: Landwirtschaft muss sich ändern

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Klöckner will noch in diesem Jahr eine nationale Ackerbaustrategie vorstellen

Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner: „Die Ergebnisse des IPCC-Berichts bestärken uns in unserem Weg, Landwirtschaft, Landnutzung und die Forstwirtschaft noch nachhaltiger zu gestalten. Denn ein behutsamer Umgang mit den Ressourcen geht uns alle an. Gerade weil die Land- und Forstwirtschaft nicht nur Beteiligte, sondern vom Klimawandel besonders betroffen sind, haben wir keine Zeit zu verlieren. Deshalb setzen wir uns bei der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) für die nächste Förderperiode klar für Mindestumweltstandards ein, an die sich alle Mitgliedsstaaten bei der Bewirtschaftung halten müssen. Wer mehr für den Umwelt- und Klimaschutz leistet, muss dafür auch entlohnt werden. Das Umsteuern fängt nicht erst heute an. Da wir alle gefragt sind, Natur und das Klima nachhaltig zu schützen und zu nutzen, muss jede Branche ihren Beitrag leisten. Bereits Anfang Mai habe ich im Klimakabinett zehn konkrete Klimaschutzmaßnahmen für den Ackerbau, die Tierhaltung und die Waldwirtschaft vorgelegt und entsprechende Anmeldungen für finanzielle Ausstattungen über den Klimafonds der Bundesregierung vorgenommen. 

Noch in diesem Jahr werde ich eine nationale Ackerbaustrategie vorstellen, mit der wir den Beitrag des Ackerbaus zum Klimaschutz weiter ausbauen werden.

Auf europäischer Ebenen diskutiere ich mit meinen Amtskollegen derzeit, wie wir die gemeinsame Agrarpolitik grüner und nachhaltiger machen – auch vor dem Hintergrund des aktuellen Berichts brauchen wir ein höheres Umweltambitionsniveau. In Brüssel haben wir als Bundesregierung deutlich gemacht, dass das nur gelingen wird, wenn es einheitliche Leitplanken gibt. Zentrale Vorhaben für mehr Umwelt-, Natur- und Klimaschutz müssen mit der Reform der GAP überall in der EU gleich wirksam umgesetzt werden. Wir brauchen Mindeststandards, die verpflichtend gelten, gleichzeitig müssen höhere Umweltleistungen für die Landwirte effizient und einfach umsetzbar sein.

Zur Wahrheit gehört ebenso, dass wir auf eine produktive Landwirtschaft angewiesen sind, deren Ernten Milliarden ernähren müssen: Weltweit hungern mehr als 800 Millionen Menschen, weitere zwei Milliarden sind mangelernährt. Ressourcen- und Klimaschutz auf der einen müssen wir mit Ertrags- und Erntesicherung auf der anderen Seite zusammenbringen. Dabei kann uns weltweit das Potential der Digitalisierung, der Präzisierung und Früherkennung helfen.   

Land- und Forstwirtschaft sind vor allem aber Lösungsbringer beim Klimawandel, diese große Relevanz hebt der Bericht ausdrücklich hervor. Denn Böden und Wälder sind effektive Treibhausgassenken, weltweit binden sie knapp ein Drittel der CO2-Emissionen. Hierzulande führt die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder zu einer Verringerung der Emission um 14 Prozent. Und auch den Boden als Kohlenstoffspeicher müssen wir schützen und sein Speicherpotential ausbauen. Diese Punkte sind zentrale Bausteine unserer Klimaschutzmaßnahmen. Zudem geht es nun um ein schnelles, groß angelegtes und nachhaltiges Aufforstungsprogramm für unsere heimischen Wälder.“

Den Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) „Klimawandel und Landsysteme“ kommentiert Christian Rehmer, Leiter Agrarpolitik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Mit dem IPCC schlägt zum wiederholten Male ein internationaler Akteur Alarm in der Klimakrise. Der aktuelle Bericht sagt klar, dass es in der Landwirtschaft so nicht weitergehen kann. Zum Schutze unseres Klimas muss die Politik endlich die überfällige Agrarwende vollziehen sowie Wälder weltweit vor Abholzung schützen und nachhaltig nutzen. Statt weiter die energie- und rohstoffintensiven industriellen Modelle der Agrarindustrie am Leben zu erhalten, sind die Staaten aufgerufen, lokale, angepasste Lösungen zu finden. Nachhaltige Landnutzung und eine die natürlichen Ressourcen schonende Landwirtschaft sind unverzichtbar für einen effektiven Klimaschutz. Das gilt auch für Deutschland. Der Ausbau des Ökolandbaus auf 20 Prozent im Jahr 2030 muss deshalb auch finanziell gesichert sein. Dazu braucht es – statt nach neuer Gentechnik zu rufen – die Förderung klimaschonender Agrarsysteme. 

Die bisherigen Vorschläge von Bundesagrarministerin Julia Klöckner reichen bei weitem nicht aus, um die Pariser Klimaziele einzuhalten. Und ausgerechnet die größten Baustellen in der Agrarpolitik geht das Landwirtschaftsministerium nicht oder nur viel zu zögerlich an: eine deutliche Reduzierung der Nutztierbestände sowie den Schutz und die Wiedervernässung von Moorstandorten. Beide Baustellen kosten viel Geld und benötigen politischen Mut, an dem es bislang im Hause Klöckner fehlt. Die Renaturierung beziehungsweise die Vernässung von landwirtschaftlich genutzten Moorböden hat ein enormes CO2-Minderungspotenzial. Und auch die deutliche Reduzierung des Tierbestandes bedeuten weniger Treibhausgase.

Die in Deutschland gehaltenen Nutztiere und die dafür angebauten Futtermittel verursachen fast 70 Prozent der Treibhausgasemissionen der hiesigen Landwirtschaft. Um Klima und Umwelt zu schützen und die Tiere artgerechter zu halten, muss der Tierbestand in Deutschland bis 2050 um die Hälfte reduziert werden. Dazu müssen eine flächengebundene Tierhaltung sowie eine standortbezogene Obergrenzen in allen Regionen Deutschlands rechtlich verankert werden. Die Flächenbindung nur an das Förderrecht zu binden, wie Julia Klöckner vorschlägt, ist zu wenig. Es darf keine Hintertür geben, dass man durch Umgehung des Förderrechts große Bestände halten darf.

Ein solcher Umbau der Nutztierhaltung würde die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft deutlich reduzieren. Hier muss der Fokus auf der Schweine- und die Geflügelhaltung liegen, denn Kühe und andere Wiederkäuer haben eine wichtige klimapolitische Funktion: Sie fressen Gras und schützen damit das kohlenstoffbindende Grünland."

Wechselwirkungen zwischen Klima und Landwirtschaft ernst nehmen

„Die Union begreift die Klimapolitik als internationale sowie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe auf nationaler Ebene. Mit dem IPCC-Sonderbericht wird der Fokus u.a. auf die Folgen des Klimawandels für die Landwirtschaft und die weltweite Ernährungssicherheit gerichtet. Gerade die Landwirtschaft ist einerseits vom Klimawandel betroffen, andererseits auch für den Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich, erklärt die umweltpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marie-Luise Dött:

Auf internationaler Ebene müssen wir Lösungen finden, wie wir zu einer nachhaltigen Flächennutzung kommen. Dem unkontrollierten Abholzen des Regenwaldes muss Einhalt geboten werden. Wie wir den Anbau von Biomasse nachhaltig gestalten können, haben wir in Deutschland beispielsweise mit der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung gezeigt, die die Zerstörung von schützenswerten Flächen ausschließt. In Deutschland erarbeitet das Klimakabinett derzeit Maßnahmen, wie auch im Landwirtschaftsbereich der Ausstoß von Treibhausgasen noch weiter verringert werden kann. Neben dem Ziel der Koalition, den ökologischen Landbau mittelfristig auf 20 Prozent der Fläche auszuweiten, müssen wir uns auch damit beschäftigen, welche neuen trockenresistenten Pflanzen angebaut werden können. Dafür brauchen wir im Sinne der Ernährungssicherheit eine sachliche Debatte.“

Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland, von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner einen klaren politischen Fahrplan:
„Die Landnutzung ist ein Haupttreiber des Klimawandels, kann aber durch CO2-Bindung auch Teil der Lösung sein. Der IPCC-Sonderbericht über Klimawandel und Landsysteme macht deutlich, dass die industrielle Landnutzung und die Lebensmittelindustrie sehr große Verursacher der Klimakrise sind. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Notwendig sind eine deutliche Reduktion der Tierbestände und eine Veränderung der landwirtschaftlichen Praktiken, hin zu umwelt- und klimaverträglichen Anbaumethoden. Dabei muss der Grundsatz gelten, die zur Verfügung stehenden Flächen in erster Linie für den Anbau von Lebensmitteln zu nutzen und die Lebensmittelverschwendung zu verringern. Mastbetriebe, die auf Futtermittel aus Übersee angewiesen sind, verschärfen die Klimakrise durch Flächenkonkurrenz und verdrängen ebenso wie Palmölplantagen regionale Bewirtschaftungsformen.

Deshalb muss sich auch die deutsche Landwirtschaftspolitik an den globalen Nachhaltigkeitszielen orientieren. Stattdessen hat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das nicht einmal ausreicht, um die deutschen Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 einzuhalten - insbesondere, weil sie sich einer Reduktion der Tierbestände durch eine Bindung an die Fläche verweigert.

Um das Pariser Abkommen zu erreichen und die Erderhitzung zu begrenzen, sind allerdings auch weitreichende Maßnahmen in anderen Sektoren notwendig. Unter anderem müssen der Ausstieg aus den fossilen Energien forciert und die Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien gefördert werden. Auch auf internationaler Ebene muss Deutschland wieder eine Vorreiterrolle einnehmen.“

Oliver Krischer, GRÜNER Stellvertretender Fraktionsvorsitzender, und Lisa Badum, Sprecherin für Klimapolitik:„Wie wir in Deutschland und Europa wirtschaften, handeln und produzieren hat Auswirkungen auf die Lebensumstände auf der ganzen Welt. Wenn Industrienationen die Lebensgrundlage des globalen Südens aufs Spiel setzen, verstärkt das die weltweite Klimaungerechtigkeit. Die IPCC-Warnungen dürfen uns nicht kalt lassen. Das wäre ein katastrophales Versagen der Weltgemeinschaft. Dabei ist auch die Bundesregierung in der Verantwortung. Es braucht endlich ein verbindliches Klimaschutz-Maßnahmenpaket, das zügig umgesetzt wird. Neben einer anderen Agrarpolitik braucht es den raschen Kohleausstieg, eine Verkehrswende und ein Klimaschutzgesetz, das Ziele für die einzelnen Sektoren klar definiert. Das Klimakabinett muss spätestens am 20.9. ein solches umfassendes Paket auf den Tisch legen, um sich auf dem Klimasondergipfel in New York eine Woche später nicht zu blamieren."

Oliver Krischer, Stellvertretender Fraktionsvorsitzender: „Der neue IPCC-Bericht muss ein Weckruf sein. Wir stehen vor riesigen klimapolitischen Herausforderungen. Umso frappierender ist es, dass die Art und Weise, wie wir unser Land nutzen, die Klimakrise noch verschärft. Die Land- und Waldwirtschaft sägt an dem Ast, auf dem sie selber sitzt. Dabei gibt es Möglichkeiten, Land- und Waldwirtschaft klimafreundlich zu gestalten. Die Bundesregierung muss endlich konkrete Maßnahmen auf den Tisch legen, wie sie den Klimaschutz in Deutschland umsetzen will. Lippenbekenntnisse alleine reichen nicht aus. Sie muss Wälder umbauen hin zu mehr naturnahen Laubmischwäldern, Moorböden schützen und die Überdüngung im Boden deutlich reduzieren. Außerdem muss sie Schluss machen mit den Milliarden-Subventionen für die Naturzerstörung. Und wir brauchen eine andere, nachhaltige Agrarpolitik, inklusive einer Tierhaltung, die auf Klasse statt Masse setzt."

Maya Graf zum heute publizierten Bericht des Weltklimarats IPCC « Der Bericht des Weltklimarats zeigt: Die Land- und Ernährungswirtschaft muss einen Beitrag an den Klimaschutz leisten. Auch in der Schweiz können und müssen wir mehr tun. »

In der Schweiz wird ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen durch die Ernährung (inkl. Importe) verursacht. Eine ökologische Landwirtschaft kann und muss entscheidend dazu beitragen, den Klimawandel zu mindern: Denn sie fördert unter anderem einen gesunden Boden und somit den Aufbau von Humus, der ein enormes Potenzial zur CO2-Speicherung hat. Die GRÜNEN setzen sich seit jeher für die verstärkte Förderung des Biolandbaus ein. Auch fordern sie in einem Postulat von Maya Graf, dass landwirtschaftliche Massnahmen zum Klimaschutz in der Agrarpolitik 2022 (AP22+) integriert werden. Zudem sollen auf Landwirtschaftsbetrieben mit der Förderung der erneuerbaren Energien vermehrt Solar- und Biogasanlagen zur nachhaltigen Energieproduktion eingesetzt werden.

Doch nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch der Konsum muss jetzt endlich ressourcenschonender werden: Die GRÜNEN setzen sich für konsequente Massnahmen zur Reduktion von Food Waste und des Fleischkonsums ein. Sie engagieren sich dafür, dass der Klimaschutz auch bei importierten Lebensmitteln priorisiert wird – eine Forderung, die auch zentraler Bestandteil der Fair-Food-Initiative war. Doch auch auf kantonaler und kommunaler Ebene stehen die GRÜNEN für eine nachhaltigere und klimafreundliche Ernährung ein. Die GRÜNEN Basel-Stadt haben dazu beispielsweise das Positionspapier «Basel isst nachhaltig» verabschiedet.

Hintergrund zum Ökologischen Landbau: Zahlreiche Studien belegen, dass der ökologische Landbau aufgrund des stärkeren Humusaufbaus, des niedrigeren Stickstoff- und Energieinputs, des weitgehenden Verzichts auf den Einsatz von Importfuttermitteln sowie der längeren Nutzungs- und Lebensdauer in der Tierhaltung das emissionsärmere Produktionsverfahren darstellt.

Hintergrund zu den landwirtschaftlichen Emissionen in Deutschland:

Klimaschutzmaßnahmen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

Der stärkere Einsatz von Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen und die gasdichte Lagerung von Gärresten sollen mit neuen Instrumenten gefördert werden. Hier ist es besonders wichtig, dass wir sinnvolle Anschlussmöglichkeiten für die Anlagen finden, die derzeit im Rahmen des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) gefördert werden. (2,0 – 4,0 Mio. t CO2-Äq jährliches Minderungspotenzial)

Fördermaßnahmen sollen an die Großvieheinheitengrenze geknüpft werden. Ergänzend zur Nutztierhaltungsstrategie wird eine Gesamtstrategie auf Basis der geltenden BVT-Standards (beste Verfügbare Technik) entwickelt und umgesetzt. Fördermaßnahmen sollen mehr im Hinblick auf das Tierwohl ausgerichtet werden, unter Berücksichtigung der Umweltwirkungen und der Einsparungen von Emissionen.  

Die Ausweitung der ökologisch bewirtschafteten Flächen ist auch eine Klimamaßnahme. Dies liegt in erster Linie an der Einsparung von Mineraldüngern, bei deren Herstellung Treibhausgase entstehen. Wir wollen Rechtsvorschriften zugunsten besonders umweltfreundlicher Verfahren wie dem ökologischen Landbau oder anderer besonders nachhaltiger Verfahren der Landbewirtschaftung weiterentwickeln und die rechtliche und finanzielle Förderung optimieren. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltigere Landwirtschaft (BÖLN) haben wir bereits im vergangenen Jahr deutlich aufgestockt. (0,4 – 1,2 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

Viel erreichen wir z. B. durch die bereits erfolgten rechtlichen Änderungen in der Düngegesetzgebung. Weitere Anpassungen sind in der Planung. Dadurch rechnen wir mit einer weiteren Senkung der Stickstoffüberschüsse: einschließlich der Minderung von Ammoniak- und Lachgasemissionen. Das Düngepaket soll zudem mit der Förderung gasdichter, emissionsarmer Güllelager und emissionsmindernder Ausbringtechnik unterstützt werden. Hier sind auch die Länder in der Pflicht. (2,2 – 3,5 Mio. t CO2-Äq jährliches Minderungspotenzial)

Das Bundesprogramm für Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau wird fortgeführt und weiterentwickelt. (1,1 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

An erster Stelle steht die Anpassung der Wälder in Bezug auf Klimaanpassung und Klimaschutz im Rahmen einer nachhaltigen Bewirtschaftung. Daneben gilt es die nachhaltige und ressourceneffiziente Holzverwendung zu fördern und auch international eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und einen entsprechenden Waldschutz sicherzustellen). (70 – 127 Mio. t CO2-Äq Minderungs- bzw. Speicherpotenzial)

Auf der Grundlage der Bodenzustandserhebung 2018 und einer zweiten Erhebung nach etwa zehn Jahren werden der Kohlenstoffvorrat in landwirtschaftlich genutzten Böden und seine Veränderungen erfasst. Maßnahmen zur Kohlenstoffanreicherung sollen u. a. in der Ackerbaustrategie berücksichtigt werden, die aktuell in meinem Haus erarbeitet wird. Der Ausbau des ökologischen Landbaus trägt ebenfalls zur Kohlenstoffanreicherung bei. (bis  4.0 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

Auch in Grünland sind hohe Kohlenstoffvorräte gespeichert. Der Erhalt von Dauergrünland ist daher ebenfalls eine wichtige Klimaschutzmaßnahme, die auch schon im Rahmen der GAP gefördert wird. Wir wollen Regelungen zum Grünlanderhalt fortführen und eine Grünlandstrategie zur Sicherung und Stärkung einer dauerhaften Grünlandnutzung entwickeln. (1,0 – 2,0 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

Wichtig ist auch, die Treibhausgasemissionen in den Blick zu nehmen, die aus entwässerten Moorböden resultieren, auf denen Landwirtschaft betrieben wird. Wie wir hier vorankommen können, loten wir derzeit gemeinsam mit dem BMU in Beratungen mit den Ländern aus, die in einer Bund-Länder-Zielvereinbarung münden sollen. Damit auch nur einer teilweisen Vernässung von Moorböden erhebliche Nutzungseinschränkungen und damit Eingriffe in Eigentumsrechte verbunden sind, geht dies nur auf freiwilliger Basis. (bis 1,0 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

Ein Indikator zur Vermeidung und Reduzierung von Lebensmittelabfällen und THG-Minderungspotenzialen wird in die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie aufgenommen. Eine Bewertung hinsichtlich Ressourceneinsatz und THG-Potenzial ist noch nicht vorgesehen. Ende Februar haben wir eine Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung vorgelegt. Laut WBAE 2016 lassen sich mit der vollständigen Reduzierung von Lebensmittelabfällen maximal sechs Prozent der gesamten ernährungsbedingten Emissionen vermeiden. (3,0 – 6,0 Mio. t CO2-Äq Minderungspotenzial)

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.klima-allianz.de/publikationen/publikation/mp2030

erschienen am: 2019-08-08 im europaticker



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