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Samtgemeinde, Landkreis, NABU und NLWKN setzen auf tierische Landschaftspfleger für
den Erhalt seltener Arten

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Fressen für den Naturschutz: Schafe und Ziegen pflegen wertvolles Schutzgebiet bei Badenstedt

Tierische Grünpfleger im Einsatz für den Naturschutz: Rund 600 Schafe und Ziegen tuen derzeit im Naturschutzgebiet „Borstgrasrasen bei Badenstedt", was sie am besten können. Von dem staatlich genehmigten Fresseinsatz gegen unerwünschten Gehölzbewuchs versprechen sich der Landkreis Rotenburg (Wümme), die Samtgemeinde Zeven, die Ökologische NABU-Station Oste-Region (ÖNSOR) und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) günstige Bedingungen für eine Erhaltung des wertvollen Biotops. Dort sind im Rahmen des von der EU geförderten Integrierten LIFE-Projektes „Atlantische Sandlandschaften" in den kommenden drei Jahren noch weitere umfassende Arbeiten geplant.

Es stellt eines der wenigen gut ausgeprägten Borstgrasrasenbestände im Landkreis Rotenburg dar: Der „Borstgrasrasen bei Badenstedt" ist ein kleines, nur knapp sieben Hektar großes Naturschutzgebiet. „Die hier vorhandenen nährstoffarmen Sandböden bieten ideale Voraussetzungen für zahlreiche schutzwürdige Biotoptypen wie Borstgras- und Magerrasen oder auch Mesophiles Grünland. Sie sind damit Lebensraum zum Teil äußerst seltener Tier- und Pflanzenarten", betont Sabrina Schäfer vom NLWKN in Hannover. So fühlen sich an diesem sandgeprägten Standort etwa zahlreiche Tagfalter, Wildbienen und Waldeidechsen wohl.

Um den Erhaltungszustand des wertvollen Biotops zu verbessern, haben sich die beteiligten Institutionen und Behörden für die kommenden Jahre einiges vorgenommen: So sind neben einer erstinstandsetzenden Beweidung auch Gehölz- und Bodenarbeiten sowie Erfassungen verschiedener Tier- und Pflanzenarten geplant. Vorerst allerdings sind aber vor allem tierische Naturschutzhelfer gefragt, denn: „Der Borstgrasrasen ist einst durch Bewirtschaftung entstanden und kann auf lange Sicht nur erhalten werden, wenn das Aufkommen von unerwünschtem Gehölzbewuchs verhindert wird", erklären Reinhard Schraa und Tjede Nordhoff vom Landkreis Rotenburg. „Ziegen eignen sich auf besondere Weise für den Verbiss von Gehölzen", so die Landkreismitarbeiter.

Rund 600 Tiere sind derzeit deshalb für den Naturschutz in Badenstedt im Einsatz. Die Ziegen und Schafe sind insbesondere auf die stark wuchernden Weiden und Birken sowie auf die großen Bestände von Pfeifengras angesetzt. Sie werden tagsüber von der Schäferin Sabine Klatt und ihrem Border-Collie „Hektor" gehütet und nachts in einem wolfssicheren Pferch untergebracht. „Das hat den Vorteil, dass die Tiere gezielt in die zu pflegenden Problembereiche gelenkt werden können", erklärt Mathias Holsten, zuständiger Mitarbeiter der Samtgemeinde Zeven. Die Samtgemeinde ist Eigentümer des Naturschutzgebietes.

Die zweiwöchige Hütebeweidung ist nur der Beginn der geplanten Maßnahmen. So sollen im Herbst Gehölze wie Birken und Pappeln entnommen werden, um den Flächenanteil der wertvollen Trocken-Biotope zu vergrößern. „Im September/Oktober werden dann unsere tierischen Helfer zurückkehren. Die zweimalige Beweidung pro Jahr soll bis 2021 fortgeführt werden, um die Gehölze effektiv zu schwächen", so Sarina Pils, Leiterin der ÖNSOR. Pils begleitet die Maßnahmenumsetzung vor Ort, um eine fachgerechte Umsetzung zu ermöglichen. Die ÖNSOR führt darüber hinaus floristische und faunistische Erfassungen durch, um die Effekte der Maßnahmen zu dokumentieren und weitere Maßnahmen für seltene Arten anzuschieben.

Hintergrundinformationen zum LIFE-Projekt Atlantische Sandlandschaften

erschienen am: 2019-08-08 im europaticker



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