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Entscheid an der CITES CoP18:

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Der marine Zierfischhandel wird endlich unter die Lupe genommen

Die Aquarienindustrie stellt eine ernsthafte Bedrohung für marine Zierfische in allen Ozeanen dar. Bisher gibt es jedoch kaum Vorschriften, Kontrollen oder überhaupt Informationen zu den Auswirkungen dieses Handels auf Meerestiere und marine Ökosysteme. Die CITES-Vertragsstaatenkonferenz (CoP18) hat heute dem Vorschlag der Schweiz, der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten zugestimmt, diese Situation zu korrigieren und eine umfassende Studie über die Aquarienindustrie zu erstellen, damit Maßnahmen ergriffen werden, bevor es zu spät ist. Die Fondation Franz Weber begrüsst diesen weitsichtige und wichtigen Entscheid.

Es gibt weltweit rund 1‘000 öffentliche Aquarien und mindestens 2 Millionen private Aquarienbesitzer. Die einzige Möglichkeit, den Bedarf der Branche zu decken, besteht darin, kontinuierlich weitere Fische den Korallenriffen zu entnehmen. Dies liegt daran, dass ein Grossteil der marinen Zierfische sich nicht in Gefangenschaft fortpflanzt – was im Übrigen beweist, dass Fische überhaupt nicht in Gefangenschaft sein sollten. 

Marinen Zierfische, die in Aquarien äusserst beliebt sind, werden häufig in freier Wildbahn mit illegalen Giften wie Zyanid gefangen. Die Überlebensrate während des Fangs und Transports ist sehr niedrig (bis zu 80% der Tiere können sterben, bevor sie überhaupt in einem Aquarium ankommen). Zudem leiden die natürlichen Lebensräume stark unter der künstlichen Entfernung ihrer Bewohner.

Trotz der Größe dieser Industrie, die auf einen Jahreswert von 1,5 Milliarden US-Dollar erzielt, gibt es praktisch keine Regulierung. Nur eine Gattung, die Seepferdchen, und zwei Arten von Fischen (Napoleonfische und Orange-Prachtkaiserfische) sind durch das CITES-Abkommen geschützt. Darüber hinaus fehlen genaue Daten zum Handelsvolumen, zu den betroffenen Arten und zu den Auswirkungen auf die Ökosysteme. Dr. Monica V. Biondo, Meeresbiologin der Fondation Franz Weber (FFW), fasst die Situation zusammen: «Kurz gesagt ist es heute nicht möglich, den marinen Zierfischhandel und die Aquarienindustrie zu überwachen und zu kontrollieren, geschweige denn deren Auswirkungen zu bewerten. So kann es nicht weitergehen.»

Monica Biondo hat mehrere wissenschaftliche Studien zum Zierfischhandel in der Schweiz und in der Europäischen Union veröffentlicht. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit unterstreichen die Dringlichkeit und Notwendigkeit für weitere Untersuchungen. Aufgrund dieser Erkenntnisse haben die Schweiz, die Europäische Union und die Vereinigten Staaten ein Dokument auf der CoP18 eingereicht, um solche Untersuchungen zu ermöglichen. Das Dokument wurde soeben einvernehmlich von allen Vertragsstaaten der Konvention verabschiedet. Die Erkenntnisse der heute genehmigten wissenschaftlichen Analyse werden auf der nächsten CoP (2022) präsentiert werden, so dass Maßnahmen ergriffen werden können, um die marinen Zierfische besser vor dem internationalen Handel zu schützen.

Der Fall des Banggai-Kardinalfischs

Die Aquarienindustrie dezimiert langsam marine Zierfischarten, die bereits vom Verlust und der Verschmutzung ihrer Lebensräume bedroht sind. Dies gilt insbesondere für die prächtigen Banggai-Kardinalfische, die in einem sehr kleinen Gebiet in Indonesien heimisch sind. Die Population wurde durch die hohe Nachfrage des Aquarienhandels um mehr als 90% dezimiert, und wird von der Roten Liste der IUCN als «gefährdet» eingestuft. Die Art wurde von der EU auf der letzten CITES CoP (September 2016, Johannesburg) auf die Tagesordnung gesetzt, basierend auf den wissenschaftlichen Forschungsarbeiten der FFW. Nun muss Indonesien Schutzmaßnahmen ergreifen und diese an der nächsten CITES-Konferenz (CoP19 im Jahr 2022) präsentieren.

erschienen am: 2019-08-20 im europaticker



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