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VDI mahnt dringenden Forschungsbedarf an

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Mikroplastik in der Luft

Schneeproben in der Arktis haben ergeben, dass Kunststoffteilchen über die Atmosphäre in abgelegene Regionen gelangen. Der VDI sieht in diesem Kontext dringenden Forschungsbedarf. Die VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft untersucht derzeit, welche Quellen für Mikroplastik es in der Luft gibt und wie sich die Mikroplastikteilchen in der Luft verhalten. Diese Analyse wird einen wesentlichen Beitrag zur Einschätzung liefern, von welcher Anzahlkonzentration an Mikroplastik in der Atmosphäre auszugehen ist und welche gesundheitlichen Folgen das in der Atmosphäre enthaltenen Mikroplastik hat.

Wissenschaftler weisen Kunststoff im Schnee der Alpen und der Arktis nach
Winzige Mikroplastikpartikel wurden in den vergangenen Jahren vielfach im Meer- und Trinkwasser und sogar in Tieren nachgewiesen. Die winzigen Kunststoffteilchen werden aber auch über die Atmosphäre transportiert und insbesondere mit dem Schnee aus der Luft ausgewaschen – selbst in so entlegenen Regionen wie der Arktis und den Alpen. Das zeigt eine aktuelle Studie von Forschenden des Alfred-Wegener-Instituts und des schweizerischen WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF in der Fachzeitschrift Science Advances.

Dass die Meere voller Plastikmüll sind, ist inzwischen allgemein bekannt. So landen jährlich viele Millionen Tonnen von Kunststoffabfällen in Flüssen, in Küstengewässern und sogar in der arktischen Tiefsee. Die Plastikteile zerfallen durch Wellenschlag und vor allem die UV-Strahlung der Sonne in immer kleinere Bruchstücke – das sogenannte Mikroplastik. Dieses Mikroplastik findet sich im Sediment der Ozeane, im Meerwasser und auch in Meeresorganismen, die es mit der Nahrung aufnehmen. Weniger gut erforscht ist bislang, ob und wie stark Mikroplastikpartikel über die Atmosphäre transportiert werden. So existieren bislang nur einige Arbeiten, etwa von Forschern, die die Partikel in den Pyrenäen und in der Nähe von französischen und chinesischen Ballungsräumen nachweisen konnten.


"Inwieweit der Mensch allein über die Atmung - oder auch über andere Wege - Mikroplastik aufnimmt und dies möglicherweise die Gesundheit schädigt, ist derzeit noch unklar. Hier brauchen wir dringend Aufklärung, um mit entscheidenden Maßnahmen dem entgegenzuwirken", so Dr. Rudolf Neuroth, Geschäftsführer der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft.

In einer neuen Studie des Umweltbundesamtes wird Reifenabrieb, der durch die Reibung zwischen Reifen und Fahrbahnbelag entsteht, als die wesentliche Quelle für Mikroplastik in der Luft angesehen. Die Schwebstaubfraktion des Reifenabriebs mit Partikeldurchmessern kleiner als circa 30 Mikrometer verbleibt zunächst vollständig in der Luft und kann so über weite Strecken transportiert werden. Von den rund 100 Kilotonnen totaler Reifenabriebsmasse im Jahr dürften rund zehn Prozent der Schwebstaubfraktion zuzurechnen sein. Über die Niederschläge gelangt das Mikroplastik letztlich wieder auf den Boden und in die Gewässer. Wie weit die Mikroplastikteilchen dabei kommen, haben aktuell Forscher des Alfred-Wegener-Institutes herausgefunden, die selbst in arktischen Schneeproben Mikroplastik in substanzieller Anzahl gefunden haben.

Mikroplastik, wie die winzig kleinen Teilchen aus thermoplastischen, elastomeren oder duroplastischen Kunststoffen bezeichnet werden, finden sich überall in der Umwelt: in den Meeren, in vielen Meerestieren, in Flüssen, Seen und Böden. So gelangen sie auch ins Trinkwasser sowie in andere Lebensmittel. Nun zeigt sich immer deutlicher, dass auch der Beitrag der Mikroplastikbelastung in der Luft eine große Rolle spielt.

Mikroplastik rieselt mit Schnee

erschienen am: 2019-08-20 im europaticker



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