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Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW erteilt Zuschlag im Rahmen der Ausschreibung für „besondere netztechnische Betriebsmittel“

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EnBW baut neues Gasturbinenkraftwerk als sogenannte Netzstabilitätsanlage

Die EnBW AG hat vom Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW den Zuschlag zur Vorhaltung eines neuen 300 Megawatt Gasturbinenkraftwerks als sogenanntes „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ erhalten. Dies hat TransnetBW heute bekannt gegeben. Das neue Kraftwerk soll ab dem 1. Oktober 2022 auf Anforderung des verantwortlichen Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW kurzfristig einspringen, um nach einem Betriebsmittelausfall im Übertragungsnetz die Systemsicherheit und Zuverlässigkeit wiederherzustellen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserem Angebot überzeugen konnten und damit die weitere Umsetzung der Energiewende in Baden-Württemberg sowie die Systemsicherheit in unserem Heimatmarkt unterstützen können“, erklärt Dirk Güsewell von der EnBW, verantwortlich für die Geschäftseinheit Erzeugung Portfolioentwicklung

Im Rahmen der Energiewende werden zur Wiederherstellung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems nach einem Betriebsmittelausfall zusätzliche regelbare und hochflexible Kapazitäten benötigt. Eine Veräußerung der Leistung oder Stromerzeugung dieser Kraftwerke an den Strommärkten ist gesetzlich ausgeschlossen. Die Übertragungsnetzbetreiber TransnetBW, Amprion und Tennet haben den jeweiligen Bedarf in Abstimmung mit der zuständigen Regulierungsbehörde, der Bundesnetzagentur, identifiziert und dessen Deckung innerhalb vorgegebener Regionen technologieneutral ausgeschrieben. Im Ausschreibungsverfahren für den Südwesten Deutschlands hat die EnBW nun von der TransnetBW den Zuschlag erhalten.

Bereits im November des vergangenen Jahres hatte die EnBW die Öffentlichkeit über das Vorhaben und die Beteiligung am Ausschreibungsverfahren der TransnetBW informiert. „Es war unser Anliegen, so früh wie möglich insbesondere auch mit der Nachbarschaft offen über unser Vorhaben ins Gespräch zu kommen, damit sich die Anwohner vorab ein Bild davon machen konnten.“, so Projektleiter Roland Helmenstein. Das Genehmigungsverfahren beim Regierungspräsidium Stuttgart ist bereits angelaufen.

Im Laufe der vergangenen Monate wurden die Pläne weiter verfeinert. So wird sich voraussichtlich die Höhe des Schornsteins auf ca. 80 Meter reduzieren. Zwischenzeitlich wurde außerdem der Standort einer Wasseraufbereitungsanlage zur Verringerung der Stickoxidemissionen festgelegt. Sie soll am östlichen Rand des Baufeldes errichtet werden. Die Gesamtfläche bleibt unverändert bei etwa 14.000 Quadratmetern.

Warum Öl als Brennstoff Sinn macht

Kern des Neubaus wird eine so genannte offene Gasturbinenanlage sein, die mit extra-leichtem Heizöl befeuert werden soll. Sie kann in relativ kurzer Zeit eine hohe elektrische Leistung zur Verfügung stellen. Da lediglich sehr geringe Einsatzzeiten der Anlage erwartet werden, hat der dabei eingesetzte Brennstoff keine wesentliche Auswirkung auf die Umwelt. Auch für Gasturbinen, die mit Heizöl betrieben werden, gelten heute niedrige Emissionsgrenzwerte, die die neue Anlage einhalten wird.

Da die von den Übertragungsnetzbetreibern ausgeschriebenen Anlagen zur Wiederherstellung der Sicherheit und Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungssystems nach einem Betriebsmittelausfall eingesetzt werden sollen, ist eine hohe und zuverlässige Verfügbarkeit der Anlagen entscheidend. Vor diesem Hintergrund hat die Verwendung von leichtem Heizöl als Brennstoff diverse Vorteile. In Marbach kann der maximale Brennstoffbedarf für ein ganzes Jahr in bereits vorhandenen Öltanks direkt am Standort gelagert werden. Damit ist man unabhängig von kurzfristigen Lieferengpässen, wie sie bei anderen Brennstoffen eintreten könnten. Außerdem hängt die Systemsicherheit in Süddeutschland damit nicht von einem einzigen Primärenergieträger – wie beispielsweise Erdgas – ab.

Inbetriebnahme 2022

Bereits in diesem Herbst werden mit Umbaumaßnahmen im Umspannwerk die ersten Bauarbeiten auf dem Gelände in Marbach am Neckar anlaufen. Voraussichtlich ab Februar 2020 beginnt dann die Baufeldfreimachung für die Gebäude der Netzstabilitätsanlage. Die Verfügbarkeit der neuen Erzeugungsanlage ist für den 1. Oktober 2022 vorgesehen. Die EnBW wird Bürgerinnen und Bürger über die anstehenden Umsetzungsschritte jeweils frühzeitig und transparent informieren.

Bild: Fotomontage: Links unten die künftige „Netzstabilitätsanlage“, dahinter das Gasturbinenkraftwerk „Marbach III“, eingebettet in einen Industriepark am Neckar

erschienen am: 2019-08-21 im europaticker



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