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Mecklenburg-Vorpommern will nach Vorwürfen Müllmengen bereits ab 2020 um 25 Prozent reduzieren
und Müllannahme aus dem Ausland untersagen und die Sicherheit verstärken

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Giftmüll-Deponie Ihlenberg soll 2035 geschlossen werden

Die Deponie Ihlenberg des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Selmsdorf (Kreis Nordwestmecklenburg) soll im Jahre 2035 geschlossen. Das hat Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) am Dienstagabend angekündigt. Auslöser ist ein Papier des ehemaligen Chef-Kontrollers Stefan Schwesig, Ehemann der Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Der kam zu dem Schluss, dass die Deponie zu viel giftigen Müll einlagert und dass es beim Betrieb zu einer Gefährdung von Menschen und Umwelt kommt.

Die Deponie befindet sich im westlichen Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe von Selmsdorf und Schönberg innerhalb des ehemaligen Sperrgebietes der innerdeutschen Grenze. Zwischen den beiden Ortslagen befindet sich die natürliche Anhöhe Ihlenberg (60 m und 82 m über NN), die sich über mehrere Kilometer ausdehnt. Diese gab nach 1991 der Deponie ihren neuen Namen. Auf der Südhälfte dieser Anhöhe wurde die Deponie als Hangdeponie bzw. Haldendeponie errichtet. Die Entfernung zum Zentrum der nächstgelegenen Großstadt Lübeck beträgt etwa 14 km, die nächste Wohnbebauung ist nur 200 Meter entfernt.

Ausschlaggebend für die Schließungsabsichten ist ein jetzt vorliegender Sonderbericht zu Vorwürfen und der Zukunft der Deponie, des ehemaligen Rechnungshof-Präsidenten Tilmann Schweisfurth. Es habe Mängel bei Risikomanagement und Mengen-Kontrollen auf der Deponie gegeben. Grundsätzlich gebe es aber keine Rechtsverstöße, die Deponie habe Bestandschutz, bemerkt Schweisfurth auf einer Pressekonferenz der Regierungsmitglieder Finanzminister Reinhard Meyer, Umweltminister Till Backhaus (beide SPD) und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Die Mengen des anzunehmenden Sondermülls soll bereits ab 2020 um 25 Prozent reduziert werden, darauf hat sich die Ministeriege jetzt gegeinigt.

Die Deponie Ihlenberg, nach der früheren Bezeichnung VEB Deponie Schönberg, oft auch Deponie Schönberg genannt, ist eine Abfallentsorgungsanlage für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle in Mecklenburg-Vorpommern und gehört zum angrenzenden Selmsdorf. Die Deponie befindet sich im westlichen Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe von Selmsdorf und Schönberg innerhalb des ehemaligen Sperrgebietes der innerdeutschen Grenze. Zwischen den beiden Ortslagen befindet sich die natürliche Anhöhe Ihlenberg (60 m und 82 m über NN), die sich über mehrere Kilometer ausdehnt. Diese gab nach 1991 der Deponie ihren neuen Namen. Auf der Südhälfte dieser Anhöhe wurde die Deponie als Hangdeponie bzw. Haldendeponie errichtet. Die Entfernung zum Zentrum der nächstgelegenen Großstadt Lübeck beträgt etwa 14 km, die nächste Wohnbebauung ist nur 200 Meter entfernt.

Grundlage der Deponie Schönberg bildete der deutsch-deutsche Vertrag aus dem Jahre 1973. Im Januar 1979 beschloss das Politbüro der DDR, dass im Bezirk Rostock unweit des Grenzgebietes eine Mülldeponie zu errichten sei. Diese Order wurde vom Rat des Bezirkes Rostock ebenfalls per Beschluss im März 1979 weiter an den Kreis Grevesmühlen delegiert. Den Kreistagsabgeordneten in Grevesmühlen wurde lediglich mitgeteilt, dass am Standort Ihlenberg eine Deponie für Bauschutt, Schlacke, Flugasche o. ä. eingerichtet werden soll. Von Sonderabfallstoffen war zu diesem Zeitpunkt nicht die Rede.

Die ersten vier Jahre wurde die Deponie vom VEB Stadtwirtschaft Grevesmühlen betrieben, die der Stadtverwaltung von Grevesmühlen unterstand. 1983 wurde sie in einen selbständigen bezirksgeleiteten Betrieb, den VEB Deponie Schönberg umgewandelt. In den ersten Monaten wurden etwa 15.000 Tonnen Bauschutt aus dem Raum Lübeck nach Schönberg verbracht. Auf diese Ablagerung von Bauschutt folgte entsprechend einem weiteren Politbürobeschluss aus dem Jahr 1980 dann die Verkippung von Sonderabfallstoffen. Eine Basisabdichtung, wie sie heute vorgeschrieben ist, war damals weder im Osten noch im Westen technischer Standard. Dumpingpreise und die unzulängliche Überwachung durch die DDR-Behörden machten die Deponie Schönberg für die europäische Abfallwirtschaft interessant. Der Preis für die Benutzung einer Müllverbrennungsanlage lag im westeuropäischen Wirtschaftsgebiet bei bis zu 300 DM pro Tonne, noch deutlich teurer war die Deponierung von Sondermüll in einer Untertagedeponie. In Schönberg dagegen konnte Müll für 20 DM pro Tonne entsorgt werden.

Den vorläufigen Höhepunkt an Belieferung erreichte die Deponie Schönberg im Jahre 1989. In diesem Jahr wurden 1,3 Millionen Tonnen überwiegend Sondermüll, aber auch gewerblicher Abfall, verkippt oder vergraben. Insgesamt lagerten Ende 1989 etwa 10 Millionen Tonnen Müll auf der Deponie.

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erschienen am: 2019-08-21 im europaticker



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