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Der BUND fordert naturnahe Wälder und den Erhalt von Grün- und Offenland für Schleswig-Holstein

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CDU-Landtagsfraktion will zum Waldgipfel einladen

Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Tobias Koch, hat Dienstag (20. August 2019) die CDU-Initiative für einen Waldgipfel in Schleswig-Holstein vorgestellt: „Die Forderung nach 12 Prozent Waldfläche in Schleswig-Holstein darf nicht länger ein bloßes Lippenbekenntnis bleiben. Wir wollen deshalb eine konzertierte Aktion von Land, Kommunen, Waldbesitzern, Verbänden und Stiftungen initiieren, damit dieses Ziel in den nächsten 10 Jahren tatsächlich erreicht wird“, so Koch.

Gemäß der letzten Bundeswaldinventur aus dem Jahre 2012 belaufe sich die Waldfläche in Schleswig-Holstein auf 173.412 Hektar und würde damit 11 Prozent der Landesfläche ausmachen. In den  letzten zehn Jahren sei gerade einmal eine Neuwaldbildung von 1.375 Hektar in Schleswig-Holstein zu verzeichnen.

„Mit unserer Initiative wollen wir die Aufforstung von rund 15.000 Hektar erreichen, was bei einer Pflanzdichte von 5000 Bäumen pro Hektar das Pflanzen von knapp 75 Millionen Bäumen bedeutet“, so Koch.

Zur Bekämpfung des Klimawandels bedürfe es konkreter Maßnahmen und keiner Symbolpolitik. Die Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschulte (ETH) in Zürich aus diesem Sommer habe belegt, dass Aufforstungen den Klimawandel effektiver bekämpfen würden als bisher angenommen. Ein Hektar Wald binde dabei über alle Altersklassen bis zu 13 Tonnen CO2.

„Neben der Flächenausweitung bedarf es zudem einer Verständigung auf einen Baumartenatlas, um standort- und klimagerechte Baumarten festzulegen. In Abhängigkeit von den unterschiedlichen Beteiligten sind dabei vom üblichen Wirtschaftswald bis hin zum Null-Nutzungswald unterschiedliche Waldformen denkbar“, so Koch. Die CDU-Landtagsfraktion werde hierzu alle Beteiligten für Mittwoch, den 11. September 2019 ins Landeshaus einladen.

Die von der CDU angekündigte Neuschaffung von Wäldern in Schleswig-Holstein muss naturnah ausgerichtet werden. Wälder müssen als sich selbst regulierende Ökosysteme, nicht als Holzflächen begriffen werden.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND), Landesverband Schleswig-Holstein fordert bezugnehmend auf den von der CDU angekündigten „Waldgipfel“, mittelfristig insgesamt 15% Waldanteil in Schleswig-Holstein zu schaffen. Diese Flächen sind nicht auf Kosten von wertvollem vorhandenen Grün- und Offenland bereitzustellen. Das Konzept der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) und deren tatsächliche Betriebsführung müssen auf ökosystem-orientiertes Arbeiten umgestellt werden.

„Eine aktivistische Umwandlung ökologisch wertvoller Offenlandflächen in nicht-standortheimische Produktionsforsten verschärft Probleme unserer Zeit.“ sagt Lutz Fähser, Fachbeirat Wald beim BUND. „Die CDU behauptet einerseits, aus plötzlichen Klimaschutz-Ambitionen heraus aufforsten zu wollen, andererseits sollen dafür gerade diejenigen Flächen genutzt werden, die bereits starke CO2-Speicher darstellen, wie Moore, Feuchtwiesen und intaktes Grünland.“

„Einfach Bäume zu pflanzen, reicht nicht aus, schon gar nicht, wenn die Nutzung von Ackerflächen als zukunftsfähige Wälder von vornherein ausgeschlossen wird.“ so Fähser weiter. „Um lebensfähig und ökosystemar funktionsfähig zu werden, müssen Neupflanzungen naturnah gestaltet werden. Dazu gehört auch die Schonung der Böden. Wenn unsere Wälder die Klimakrise aufhalten und ihr trotzen sollen, muss die CDU das Konzept Wald anders denken. Gleiches gilt auch für die Bewirtschaftung der Landeswälder durch die SHLF.“

Der BUND fordert seit mehreren Jahren eine Umorientierung der landeseigenen SHLF zu zukunftsfähigen Wäldern. Hierzu gehören weniger Transportlinien auf Waldböden und weniger schwere Großmaschinen für Holzernte und -transport, Arbeiten am und im Wald nur außerhalb der Vegetationsperiode, der Verzicht auf nicht-standortheimische Holzarten, eine reduzierte Intensität der Holzernte in naturnahen Wäldern sowie die Erneuerung und Neuanlage von Wäldern weitgehend über Naturverjüngung ohne Neupflanzung.

Forderungen:
www.bund-sh.de/waelder

erschienen am: 2019-08-22 im europaticker



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