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Grundstimmung für das zweite Halbjahr ist aufgrund der rückläufigen Auftragslage sowie der
herrschenden Marktvolatilität negativ geprägt

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Schwierige Lage der Stahlindustrie verhagelt Recyclingkonzerns Alba SE das Ergebnis

Der Umsatz und das Ergebnis des Recyclingkonzerns Alba SE ist deutlich zurückgegangen. Als Grund nennen die Verantwortlichen die schwierige Lage der Stahlindustrie, die durch die schwächelnde Konjunktur in der Automobilindustrie ausgelöst ist.. Wie dem Halbjahresfinanzbericht der "Zwischenholding" der Alba Group zu entnehmen ist, sanken die Umsatzerlöse im ersten Halbjahr 2019 um 44,09 Mio € auf 186,93 Mio €. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte die Alba SE noch 231,01 Mio € umgesetzt. Das entspricht einem Rückgang um 19,1 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 beschäftigte die ALBA SE-Gruppe im Durchschnitt 550 Mitarbeiter inklusive Auszubildender (i. Vj.: 576), davon 183 Angestellte (i. Vj.: 198) und 367 gewerbliche Arbeitnehmer (i. Vj.: 378).

Das Unternehmen begründet die Entwicklung insbesondere mit rückläufigen Mengen und Preisen in Folge der schwierigen Rahmenbedingungen. So lagen die gehandelten Fe-Mengen mit 462.000 Tonnen in den ersten beiden Quartalen 2019 deutlich unter den gehandelten Mengen des Vorjahresvergleichszeitraums. Im ersten Halbjahr 2018 hatte die Alba SE noch 534.000 Tonnen Stahlschrott gehandelt und damit rund 72.000 Tonnen mehr als im Berichtsjahr.

Die fundamentale Grundstimmung für das zweite Halbjahr ist aufgrund der rückläufigen Auftragslage sowie der herrschenden Marktvolatilität negativ geprägt. Auch Kreditversicherer sehen steigende Risiken in der Stahl- und Metallindustrie und erhöhen die Risikoeinstufung von mittlerem zu hohem Risiko. Vor allem die ungewisse Entwicklung der Automobilindustrie sowie der eingefahrene Handelsstreit zwischen China und den USA trüben die Stimmung und sorgen weiterhin für eine hohe Unsicherheit bei den Marktteilnehmern.

Laut Bundesvereinigung Deutscher Stahlrecycling- und Entsorgungsunternehmen e.V. (BDSV) sank der durchschnittliche Lagerverkaufspreis für die Leitschrottsorte 2 im ersten Halbjahr deutlich. Produktionseinschränkungen in mehreren Stahlwerken in Deutschland und in den Nachbarstaaten führten zu einer reduzierten Stahlschrottnachfrage. Das Sechs-Monats-Mittel für die Schrottsorte 2 belief sich auf 249 Euro pro Tonne und lag damit um 20 Euro unter dem durchschnittlichen Wert des Vorjahresvergleichszeitraums von 269 Euro pro Tonne.

Das fundamentale Umfeld der NE-Metalle entwickelte sich im ersten Halbjahr negativ. Sowohl die Preise als auch der schwache, unübersichtliche Markt drückten die Stimmung.

Erschwerend trugen der ungelöste Handelsstreit zwischen China und den USA sowie die Erwartung der neuen chinesischen Importvorschriften, die am 1. Juli 2019 in Kraft getreten sind, zur verhaltenen Marktentwicklung bei. Dies machte sich insbesondere im zweiten Quartal bemerkbar.

Der Preis für Aluminium fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,4% auf im Schnitt 1.617 Euro pro Tonne. Der durchschnittliche Preis für eine Tonne Kupfer sank um 4,5% auf 5.458 Euro und der Durchschnittspreis für eine Tonne Nickel um 4,8% auf 10.899 Euro.

Der Umsatzrückgang von 44,1 Mio. Euro (-19,1%) ist im Wesentlichen auf den Rückgang der im ersten Halbjahr 2019 gehandelten Fe- und NE-Mengen sowie die negative Preisentwicklung zurückzuführen. Weiterhin wirkt sich der Verkauf des Standortes Mannheim Ende Mai 2018 sowie der Verkauf eines weiteren Standortes der ALBA Metall Süd GmbH, Stuttgart, Ende April 2019 im Jahresvergleich umsatzmindernd aus.

Mit 21,2% sank die Summe aus Materialaufwand und Bestandsveränderung gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum stärker als die Umsatzerlöse, so dass sich die Rohertragsquote auf 17,3% (i. Vj.: 15,1%) erhöhte.

Die sonstigen betrieblichen Erträge verringerten sich um 3,9 Mio. Euro (-66,3%) auf 2,0 Mio. Euro, die Personalaufwendungen um 3,5 Mio. Euro auf 13,2 Mio. Euro (-20,9%). Die sonstigen betrieblichen Erträge beinhalten unter anderem geringere Erträge aus der Personalgestellung. Der Rückgang hängt mit der Personalverlagerung von einer Gesellschaft der ALBA SE-Gruppe an den Gesellschafter ALBA Europe Holding KG zusammen und korrespondiert mit dem Rückgang der Personalaufwendungen.

Der Anstieg der Abschreibungen um 1,7 Mio. Euro resultiert primär aus der Anwendung des IFRS Standard 16 – Leasingverhältnisse ab 1. Januar 2019. Die Abschreibung von Nutzungsrechten betrug 1,6 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2019.

Die Umsetzung von IFRS 16 wirkt sich darüber hinaus auf die sonstigen betrieblichen Aufwendungen aus, welche sich in der Folge um 1,8 Mio. Euro verringerten. Zudem ist ein Rückgang der Instandhaltungs- und Vertriebsaufwendungen zu verzeichnen. Insgesamt reduzierten sich die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um 4,0 Mio. Euro (-20,8%) auf 15,0 Mio. Euro.

Durch die vorgenannten Veränderungen hat sich das EBIT der ALBA SE-Gruppe um 0,7 Mio. Euro auf 2,7 Mio. Euro verringert.

Das Ergebnis nach Steuern hat sich um 0,1 Mio. Euro auf 1,6 Mio. Euro reduziert.

Halbjahresfinanzbericht der ALBA SE und der mit ihr verbundenen Tochtergesellschaften (Konzern) für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis zum 30. Juni 2019

erschienen am: 2019-08-22 im europaticker



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