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Verbesserte finanzielle Situation ermöglicht die Fortsetzung der Geschäftstätigkeit
über den Zeitrahmen, um den M & A-Prozess abzuschließen

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Bremerhaven: Insolvente Windkraftwerksbauer Senvion stellt Betrieb ein

Der insolvente Windkraftwerksbauer Senvion wird aufgeteilt und muss Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen. Insbesondere für die Turbinenfertigung in Bremerhaven mit 200 Mitarbeitern sehen die Perspektiven sehr schlecht aus. Der Betrieb soll bis Ende des Jahres eingestellt werden. Für diesen Teil des Unternehmens seien keine Angebote eingegangen, teilte die Geschäftsleitung auf einer Betriebsversammlung mit.

In der Hansestadt Hamburg, in der Nähe des internationalen Flughafens, sitzt die Hauptverwaltung der Senvion GmbH. Ebenfalls an diesem Standort befindet sich der Hauptsitz der deutschen Tochtergesellschaft des Unternehmens. Die Tochter bündelt den Vertrieb, das Projektmanagement, den technischen Support und den Service von Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland, Österreich und Polen.

In Bremerhaven betreibt Senvion in Deutschland eine Produktionsstätte für die Produktion von Maschinenhäusern und Naben. Die Entwicklung der Senvion-Technologie wird im TechCenter in Osterrönfeld sowie in Osnabrück vorangetrieben.

Senvion gab heute bekannt, dass es mehrere fortgeschrittene Angebote für verschiedene wesentliche Kernbereiche seines Geschäfts erhalten hat. Das Unternehmen tritt in die letzte Phase des M & A-Prozesses ein und wird die Investorenkonzepte der Gläubigerversammlung am 10. September 2019 zur Abstimmung vorlegen.

Das Unternehmen hat auch finanzielle Vorkehrungen getroffen, um die laufende Geschäftstätigkeit über die Zeit zu sichern und diese Angebote abzuschließen, einschließlich Lohn- und Gehaltszahlungen für alle Geschäftsbereiche.

In Bezug auf das Turbinengeschäft sind trotz intensiver und globaler Suche nach einem neuen Investor keine Angebote für die gesamte Einheit eingegangen. Es sind mehrere Weiterbildungsprojekte abzuschließen, was bedeutet, dass Arbeitsplätze für einen wesentlichen Teil der Belegschaft des Turbinengeschäfts in den nächsten Monaten gesichert werden, einige davon bis 2020. Während Arbeitsplätze im Turbinengeschäft für August gesichert werden könnten, sind erste Entlassungen möglich voraussichtlich im September auftreten. Diese werden zum Jahresende wirksam.

Yves Rannou, CEO von Senvion, sagte: "In den vergangenen Monaten haben wir uns verpflichtet, das bestmögliche Ergebnis für das Unternehmen in dieser schwierigen Situation zu erzielen. Wir sind jetzt kurz davor, eine Lösung für wichtige Kernbereiche des Geschäfts zu finden. Darüber hinaus können wir das Geschäft so lange am Laufen halten, bis der M & A-Prozess abgeschlossen ist. Dies ist möglich dank der harten Arbeit und des Engagements aller bei Senvion. Ich möchte unseren Mitarbeitern für ihr anhaltendes Vertrauen und ihre Unterstützung danken."

Das Unternehmen wird die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über mögliche Sozialpläne und Interessenausgleichsprogramme für die betroffenen Arbeitnehmer sowie über eine mögliche Transferfirma zur Sicherstellung eines ordnungsgemäßen Prozesses fortsetzen.

Zu der heute bekanntgewordenen Zerschlagung des Windkraftherstellers Senvion sagt der energiepolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Schleswig-Holstein, Bernd Voß: Es ist bedauerlich, dass für den Windkrafthersteller Senvion keine positive Lösung erarbeitet werden konnte. Auch in SH sind ca. 1.000 Arbeitsplätze betroffen. Industrie und Verbände fordern positive Rahmenbedingungen für Windkraft in Deutschland und Schleswig-Holstein.

Der Ruf nach mehr Klimaschutz ist auch in Berlin nicht zu überhören. Die Große Koalition sorgt sich jedoch offenbar mehr um die Arbeitsplätze der Kohleindustrie und hat heute ein weiteres Förderpaket auf den Weg gebracht. Wir müssen jedoch die Arbeitsplätze der Zukunft durch vernünftige, klima- und energiewendefreundliche Rahmenbedingungen absichern.

Der Kohleindustrie in Deutschland werden einschließlich Verstromung weniger als 20.000 Arbeitsplätze zugeordnet. Nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums sind in den Branchen der Erneuerbaren Energien schon über 100.000 von einst 400000 Arbeitsplätze verschwunden oder gefährdet. Dieser Unterschied macht mehr als deutlich wem unsere Sorgen gewidmet sein sollten.

erschienen am: 2019-08-28 im europaticker



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