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Kuratorium Wald: Klimaschutzprogramm durch 100 Millionen neue Bäume

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Klimawandel und Hitzeperioden erfordern ein Ökologieprogramm gegen das Waldsterben

Der österreichische Wald und unsere Bäume stehen vor massiven Herausforderungen. Klimawandel, Hitzeperioden und extreme Trockenheit, zu hohe Wildbestände sowie Insekten- und Pilzbefall machen dem heimischen Wald schwer zu schaffen. Das Kuratorium Wald legt ein 10 Punkteprogramm zur Bekämpfung des Waldsterbens 2.0 vor, die Ökologisierung der Waldwirtschaft muss vorangetrieben werden. Unser Ziel ist eine CO2 freie Land- und Forstwirtschaft bis zum Jahr 2030. In den nächsten 15 Jahren soll die Waldfläche Österreichs auf 55 % unser Landesfläche gesteigert werden. Mit der Baumpflanzaktion „100 Millionen neue Bäume in ganz Österreich“ wird ein enormer Beitrag zum Klimaschutz in Österreich gesetzt, die gesamte Landwirtschaft könnte damit auf einen Schlag CO2-frei gestaltet werden“ so die Forderung von Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Kuratorium Wald.

Waldschutz ist wirksamer Klimaschutz

"Unser Wald stirbt rasant - Klimawandel, Hitze, Trockenheit, zu hohe Wildbestände, Monokulturen, neue einwandernde Pflanzen und Tierarten setzen dem Wald enorm zu und führen zum Waldsterben 2.0", so das Kuratorium Wald. Der österreichische Brotbaum – die Fichte – wird in weiten Bereichen aussterben und hat nur mehr eine Überlebenschance in seiner natürlichen Verbreitungszone ab ca. 800 Höhenmeter. Mischwälder sind das Gebot der Stunde und mit 100 Millionen neuen Bäumen, sollen Österreichs Wälder vielfältiger und klimafitter werden. „Nur ein bunter Wald mit verschiedensten Baumarten kann die Herausforderungen der Zukunft bestehen“ ist Heilingbrunner überzeugt. 
In Österreich werden jährlich ca. 3 Millionen Bäume auf Flächen der Bundesforste neu gepflanzt. Jedoch sind dies nur knapp 15% der heimischen Waldfläche. Der Großteil (rund 82%) der heimischen Wälder liegen in privater Hand. Es müssen also staatliche  Förderungen und Anreize gesetzt werden um private Waldbesitzer zu einer nachhaltigen, naturnahen Waldbewirtschaftung zu bewegen.  

10 Punkte für ein Waldökologieprogramm 2030

Um dem Wald- und Baumsterben 2.0 entgegenzutreten und einen wichtigen Schritt für den Klimaschutz zu setzen, schlägt das Kuratorium Wald ein 10 Punkte umfassendes Ökologieprogramm zum Schutz unserer Bäume und Wälder vor:

  1. Alle Prinzipien des nachhaltigen Wirtschaftens sind im Wald konsequent umzusetzen.
  2. Die Lebensraumfunktionen des Waldes für Tier und Mensch im Forstgesetz verankern.
  3. Verbot von großflächigen Kahlschlägen im Wald, da dadurch mehr CO2 freigesetzt als gebunden wird.
  4. Verzicht auf Einsatz von schweren Holzerntemaschinen, damit die Waldböden nicht verdichtet werden, Mikroorganismen überleben und die Waldböden ihre Wasserspeicherfähigkeit nicht verlieren.
  5. Rotwildbestände um 50 % reduzieren, kommerzielle Trophäenjagd unterbinden, damit Biodiversität, Mischwald und Naturverjüngung möglich wird und Tannen sowie Lärchen eine Überlebenschance haben. Wildfütterung erfolgt nur mit Heu, auf Kraftfutter muss verzichtet werden.
  6. Mehr Auwälder schaffen und damit unser Klima schützen. Bei einer Verdoppelung der Auwaldflächen auf 200.000 Hektar könnten bis 2030 in Österreich zusätzlich 2 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden.
  7. Die  Umwandlung unseres Waldes muss mit heimischen,  klimaangepassten Baumarten wie Tanne, Eiche, Ahorn, Ulme, Mannaesche, Hopfenbuche etc. erfolgen.
  8. Wir fordern eine Verdoppelung des Baumbestandes in allen österreichischen Städten, um das urbane Leben der Menschen schöner und erträglicher zu gestalten.
  9. Bestehende Bäume, Baumgruppen und Alleen in Städten, Märkten und Dörfern müssen im Forstgesetz bundesweit geschützt werden. 
  10. Die neue Bundesregierung bzw. der neue Nationalrat muss die Wegehalterhaftung nach dem allgemeinen bürgerlichen Gesetzbuch ändern: „Wer Straßen, Wege im Wald oder am Waldrand unentgeltlich nützt, hat in eigener Verantwortung auf alle waldtypischen Gefahren zu achten“. Einzelbäume, Baumgruppen in Städten oder auf Marktplätzen, sowie  in Hinterhöfen oder Alleen entlang von Straßen dürfen von den Gerichten nicht mehr als Bauwerk betrachtet werden. Bäume sind Lebewesen,  die Gebäudehaftung ist daher auf Bäume nicht mehr anzuwenden.

    erschienen am: 2019-09-09 im europaticker



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